• 23.01.2001, 13:10:00
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  • OTS0202

Keusch: NÖ Landesrechnungshof konstatiert hohen IT-Nachhilfebedarf im Landwirtschaftsressort

Geldverschwendung und Chaos in VP-Ressorts kosten Niederösterreichs Steuerzahler Millionen

St. Pölten, (SPI) - Unkoordinierte Anschaffung von Hard- und
Software, Übergehung von gesetzlichen Vorschriften und Normen,
gesetzwidrige Nutzung von Software, die sogar zu juristischer
Verfolgung führen könnte, IT-Beauftrage ohne Schulung, wirre
Verknüpfungen zwischen Verwaltungs- und Schulbereich und Lehrkräfte,
die Schulungscomputer als Privatrechner nutzen. Dies sind nur einige
Auszüge aus dem jüngsten Rechnungshofbericht des Landes
Niederösterreich über die Zustände im Bereich der
landwirtschaftlichen Fach- und Berufsschulen, für die das
Agrarressort sowie LH Erwin Pröll verantwortlich sind. "Es ist wohl
ein schlechter Scherz, wenn die ÖVP eine nicht vorhandene
Technologieoffensive ‚daherreden‘ will, gleichzeitig aber nicht
einmal die Informationstechnologie und die EDV in ihren eigenen
Ressorts im Griff hat", kritisiert der Finanzsprecher der NÖ
Sozialdemokraten, LAbg Eduard Keusch.****

Der jüngste Rechnungshofbericht zeigt, dass Millionen an
Steuergeldern sinnlos verschleudert wurden. Es erfolgte keine
koordinierte Beschaffung der Hard- und Software, sondern jeder Lehrer
bzw. Verantwortliche konnte lustvoll anschaffen, was er wollte. Das
dabei klare Anweisungen nicht eingehalten wurden, kümmert
offensichtlich niemanden. Für die 585 Rechner in den
landwirtschaftlichen Fachschulen gibt es weder ein
Entwicklungskonzept, noch eine entsprechende Netzwerkkonfiguration.
Unterschiedlichste Betriebsysteme agieren nicht nur neben-, sondern
auch gegeneinander, Zugriffe aus dem Verwaltungsbereich in den
Schulbereich sind ebenso möglich wie umgekehrt. Die
landwirtschaftlichen Fachhochschulen kennen offensichtlich auch keine
Angst vor Viren - denn ein Schutz ist praktisch nicht vorhanden.
Sensible Daten sind nicht passwortgeschützt, Sicherheitsbestimmungen
wurden locker übergangen. Breit und bunt ist die Palette der
eingesetzten Software - ja fallweise wurde Software öfters
installiert, als Lizenzen angekauft wurden. Im Bereich der
öffentlichen Verwaltung wohl kaum tolerierbar.

"In einigen Ressorts des Landes Niederösterreich ist eine
IT-Offensive offensichtlich dringend notwendig. Es ist zu hoffen, das
die politisch verantwortlichen Ressortleiter sich diesen
Rechnungshofbereicht zu Herzen nehmen und endlich einmal Ordnung
schaffen. Ein derartiges Chaos ist nicht nur ein schlechtes
Aushängeschild für Niederösterreichs Schulen, es werden auch
Millionen von Steuermitteln verschleudert", regt der
SP-Finanzsprecher die VP-Verantwortlichen an, endlich einmal für
Ordnung in ihren Ressorts zu sorgen.
(Schluss) fa

Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ

Tel: 02742/9005 DW 12794

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