KUKACKA: GROSSER ANTEIL VON DROGEN-MEHRFACHKONSUMENTEN UNTER DEN VERURTEILTEN DROGENLENKERN Auch im Methadonprogramm nahmen 92,5 Prozent zusätzlich illegale Drogen

Wien, 23. Jänner 2001 (ÖVP-PK) Der gemeinsame Entschließungsantrag von ÖVP und FPÖ in der letzten Nationalratssitzung, effiziente Maßnahmen zur stärkeren Bekämpfung des Drogenkonsums am Steuer zu setzen, gewinnt mit der Amokfahrt eines Geisterfahrers auf der A1-Westautobahn, der unter einer "Suchtgiftpsychose" sieben Personen verletzte, immer mehr an Bedeutung, erklärte ÖVP-Verkehrssprecher Abg. Mag. Helmut Kukacka heute, Dienstag.****

Dass Drogen im Straßenverkehr schon lange kein Randthema mehr sind, zeigt auch eine Statistik der Wiener Polizeidirektion, wonach in den Jahren von 1996 bis 2000 insgesamt 956 Lenkern wegen Drogenkonsums der Führerschein entzogen wurde (1996: 100 Lenker, 1997: 159 Lenker, 1998: 114 Lenker, 1999: 320 Lenker, 2000: 263 Lenker).

o Dabei liegt der Entzugstatbestand des Konsums von Cannabis (Haschisch) klar an erster Stelle. Im Jahr 2000 gab es 117 Lenker, denen wegen Cannabiskonsums der Führerschein entzogen wurde. Das sind 44,5 Prozent aller Führerscheinentzüge wegen Drogenkonsums.

Doch auch der gemeinsame Konsum mehrerer verschiedener Drogen bzw. Suchtgifte ist erschreckend hoch:

o So wurde z.B. der gemeinsame Konsum von Cannabis und Opiaten (Heroin) im Jahr 2000 bei 16 Lenkern nachgewiesen ( 6,1 Prozent aller Führerscheinentzüge wegen Drogenkonsums).
o Der gemeinsame Konsum von Cannabis, Opiaten und Kokain wurde im Jahr 2000 14 Lenkern zum Verhängnis (5,3 Prozent aller Führerscheinentzüge wegen Drogenkonsums).
o Der gemeinsame Konsum von Cannabis, Opiaten, Kokain und Methadon (Drogenersatzstoff) hielt im Jahr 2000 12 Lenker nicht vom Lenken eines Fahrzeuges ab (4,6 Prozent aller Führerscheinentzüge wegen Drogenkonsums).

Gerade bei der Einnahme von Methadon im Zuge einer Drogenentzugstherapie sollte man annehmen, dass die Betroffenen auf den Konsum von "Beidrogen" verzichten und auch entsprechend von ihren "Therapeuten" überprüft werden. Allerdings zeigten die Führerscheinabnahmen wegen Drogenkonsums in Wien von 1996 bis 2000, dass nur elf von 146 Lenker, das sind 7,5 Prozent, ausschließlich Methadon nahmen, 135 jedoch zusätzlich illegale Drogen konsumierten. Am häufigsten (in 38 Fällen) wurde der gemeinsame Konsum von Methadon, Cannabis, Opiaten und Kokain nachgewiesen, so Kukacka.

Deshalb halte er - so Kukacka weiter - es für gerechtfertigt, dass auch bei Eintritt in ein Drogen-Substitutionsprogramm die Lenkberechtigung auf ein Jahr entzogen werde. Während dieses Jahres ist eine strenge Kontrolle auf möglichen Konsum von "Beidrogen" (illegale Drogen oder Psychopharmaka) durchzuführen. Wenn die Therapie ein Jahr erfolgreich verlaufen ist, soll die Lenkberechtigung auf ein weiteres Jahr erteilt werden, schloss Kukacka.
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