Kurier-Studie: Weniger, aber teureres Fleisch

Umfrage: BSE macht österreichische Konsumenten qualitätsbewusst

Wien (OTS) - Die täglichen BSE-Berichte haben die Österreicher vorsichtig gemacht: 84 Prozent wollen künftig auf Rindfleisch verzichten. Für Bio-Fleisch würden sie aber tief ins Börsel greifen -und sogar um die Hälfte mehr zahlen, berichtet die Tageszeitung KURIER in ihrer Sonntag-Ausgabe.

Noch ist Österreich BSE-frei: In der EU und in der Schweiz sind seit 1998 insgesamt 8592 BSE-Fälle aufgetreten. Doch während in Deutschland bereits mehr als 1.400 Rinder zur Tötung abtransportiert und sogar auf den Azoren mit Massenschlachtungen begonnen wurde -obwohl dort derzeit keine BSE-Tests durchgeführt werden können - hat sich ein Tiroler Verdachtsfall als unbegründet herausgestellt. Dennoch sind die heimischen Konsumenten beim Thema Rindfleisch vorsichtig geworden. Bei einer im Auftrag des KURIER durchgeführten Integral-Studie gaben 84 Prozent aller regelmäßigen Fleischesser an, künftig gänzlich auf den Verzehr von Rindfleisch verzichten zu wollen. Als Grund nannten fast zwei Drittel der Befragten das BSE-Risiko.

Wer sich den Fleischgenuss nicht versagen möchte, hat immerhin vor, dieses genauer unter die Lupe zu nehmen. Kriterien, wie Qualität (genannt von 59 Prozent der Befragten), Frische (48 Prozent), und Herkunft sind den Konsumenten wichtiger denn je. So gaben 62 Prozent an, jetzt stärker auf das Herkunftsland Österreich zu achten.

Das AMA-Gütesiegel punktet (42 Prozent). Nur 16 Prozent interessiert, ob Fleisch aus den ebenfalls bis dato BSE-freien USA oder Südamerika stammt. Für Fleisch vom Bio-Bauern oder vom Freilandrind sind die Österreicher bereit, tiefer als bisher ins Börsel zu greifen. Insgesamt 78 Prozent würden dafür künftig mehr zahlen: Über die Hälfte der Befragten wäre sogar mit einer Verteuerung von 20 bis 30 Prozent einverstanden. Knapp ein Fünftel würde die Hälfte des bisherigen Preises drauflegen.

Recht selbstkritsch gehen die Befragten punkto BSE-Krise auch mit sich selbst ins Gericht: 14 Prozent gegen Konsumenten, die primär auf den Preis und weniger auf Qualität achten, die Mitschuld an der Rinderwahn-Misere. Die "bösen Buben", des BSE-Skandals sind für mehr als ein Drittel aber in der Fleisch verarbeitenden Industrie zu suchen. Zum Vergleich: Neun Prozent geben den Bauern die Schuld. Generell wird die BSE-Gefahr in Österreich von 58 Prozent nach wie vor als gering angesehen. Nur 5 Prozent glauben, dass der Rinderwahn in Österreich eine extreme Gefahr darstellt.

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