"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Nennen wir es Tragikomödie

Ausgabe vom 20. Jänner 2001

Klagenfurt (OTS) - Dass mit der blau-schwarzen Wende der österreichische Saat ein neues Zeitalter zu schreiben beginnt, haben - heute vor fast genau einem Jahr - die einen jubelnd herbeigesehnt, die anderen vielahnend befürchtet.

Da wie dort steht heute die Erkenntnis im Raum: Die Fehleinschätzung war nicht absehbar. Die Hoffnung da ebenso unbegründet wie dort die Angst. Freilich: Alles ist ein bisserl schärfer geworden. Rauer, weil weniger sozial. Die Kälte huscht nicht nur jenen Notstandshilfebeziehern über den Rücken, denen von ihrem Fast-Nichts nun auch das Fast genommen wird.

Der Wertekatalog ist angekratzt, der Umgang miteinander nicht mehr vorrangig menschlich, als vielmehr wirtschaftlich profitabel begründet. Man schluckt"s und erstarrt an Dump-Affären, an dümmlichen Sprüchen, die die Poltik ihres seriösen Fundaments beraubt. Man ist erstaunt über Pensions-Purzelbäume und quält sich zwischen Lachen und Erschütterung angesichts einer Partei, in der sich derzeit jeder vor der Verantwortung eines absehbaren Wahlfiaskos drückt. Tatsache ist:
In zwei Monaten schreitet Wien zur Wahl: Und die FPÖ erschöpft sich in möglichen Spitzenkandidaten, die sich in verständlichen Ausflüchten üben. Verständlich, weil sie um das nahende Debakel wissen.

Nennen wir es beim Namen, und nennen wir es Tragikomödie: Womit uns zur Zeit die F unterhält, erscheint wie die Fortsetzung des "Taxi-Orange-Erfolgs". Nicht nur, weil "der Watzinger, der Walter" als Wiener Nummer eins gehandelt wird ...

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