Harald Ettl: Verbraucher sollen nicht für Euro-Umtausch zahlen!

Wien (SK) "Die Geschäftsbanken der Euro-Zone müssen den gebührenfreien Umtausch nationaler Währungen in den Euro zu Beginn des kommenden Jahres gewährleisten", fordert SPÖ-EU-Abgeordneter Harald Ettl, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung im Europäischen Parlament. "Wenn vom 1. Jänner 2002 an in der Euro-Zone etwa zehn Milliarden Stück Euro-Banknoten gegen nationales Geld wie österreichische Schilling umgetauscht werden, muss das ohne Gebühren möglich sein", meint der SPÖ-Abgeordnete. Der Erstbedarf an Euro-Banknoten in Österreich liege bei 340 Millionen Stück, insgesamt müssen bis zum Beginn des Jahres 2002 etwa 1,5 Milliarden Stück Euro-Münzen zur Verfügung stehen. ****

Überall werde die Sorge geäußert, dass für die Euro-Einführung letztendlich die Verbraucherinnen und Verbraucher bezahlen müssten. "Das Europäische Parlament hat in der Euro-Verordnung auf der Kostenlosigkeit der Euro-Konversion bestanden. Dies konnte allerdings nur für die Zentralbanken - wie etwa die Österreichische Nationalbank - gesetzlich geregelt werden. Aber auch die Geschäftsbanken sind durch die Empfehlungen der Europäischen Union aufgefordert, den Umtausch ohne Gebühren zu ermöglichen. Und zwar auch für größere Beträge und nicht nur für haushaltsübliche Mengen", fordert der SPÖ-EU-Abgeordnete. Dies solle auch für den ursprünglichen Zeitraum der Umstellung bis zum 30. Juni 2002 gelten - sowohl für Kunden als auch für Nichtkunden.

Schließlich stelle sich auch die Frage, was mit den Bargeldbeständen passieren sollte, die nicht in Umlauf sind. "Die Einführung der gemeinschaftlichen Währung ist schließlich ein hoheitlicher Akt, und man schätzt, dass sich rund 25 Prozent des Bargeldes nicht im Geschäftsverkehr befinden. Es ist nicht einzusehen, warum die österreichischen VerbraucherInnen ihr Geld für diesen Hoheitsakt den Banken in den Rachen werfen sollen", erläutert Ettl.

Ein weiteres Umtauschproblem könne sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher daraus ergeben, dass Bargeld aus anderen Euro-Zonen-Ländern, nur bei den Nationalbanken der jeweiligen Länder umgetauscht werden können. "Viele Österreicherinnen und Österreicher verbringen ihren Urlaub in einem anderen Euro-Zonen-Land und haben z.B. noch italienische Lire zuhause. Auch diese Banknoten sollten in allen Geschäftsbanken Österreichs kostenlos umgetauscht werden, um etwa weite Wege zurück ins Urlaubsland zu ersparen und so dem einzelnen Bürger nicht noch mehr Kosten aufzubürden", fordert der SPÖ-EU-Abgeordnete.

"Insgesamt muss alles daran gesetzt werden, dass der Übergang ins Währungszeitalter sorgfältig vorbereitet und angstfrei erfolgen kann. Der Euro braucht das Vertrauen der österreichischen VerbraucherInnen", so Ettl abschließend. (Schluss) ml/mm

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