Schenner plädiert für stärkere Kooperation der Interessensvertreter

"Vorteile des österreichischen Sozialpartner-Modells nicht leichtfertig verspielen" - Aufbau eines europaweiten Tourismus-Lobbyings in Brüssel

Maurach/Achensee(PWK025) Die Bedeutung des Tourismus geht längst über rein ökonomische Belange hinaus. Trotzdem werden die wichtigen Themen der "Freizeitgesellschaft" von der Politik unterschätzt oder gar nicht wahrgenommen. Die unbestritten positiven volkswirtschaftlichen Daten finden auf betriebswirtschaftlicher Ebene wenig Niederschlag. So hat sich die Eigenkapitalsituation der Betriebe weiter verschlechtert, während die Lohnkosten, Lohnneben- und Kommunalkosten geradezu explodieren. Der Arbeitsmarkt wird schwieriger, und die Betriebsnachfolgeproblematik wächst.

"Wahrscheinlich werden unsere Anliegen erst dann ernst genommen, wenn wir, die verschiedenen Interessensvertreter, besser kooperieren", erklärte der Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Johann Schenner, am Dienstag Nachmittag anläßlich der Eröffnung des Hotelierkongresses 2001 der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) in Maurach am Achensee. Zu bedenken ist allerdings, dass der Tourismus nicht nur aus Unternehmen der gehobenen Kategorie, sondern auch aus sehr vielen kleinen, in den "Sternen" nicht so hoch angesiedelten Betrieben besteht, die durchaus mit sehr engagierten und fleißigen Mitarbeitern besetzt sind.

Im laufenden Jahr werde, aus Sicht der WKÖ, die Einführung des EURO und die Umsetzung der Kammerreform im Vordergrund stehen. Die Wirtschaftskammer habe es sich zum Ziel gesetzt, so Schenner weiter, durch organisatorische Veränderungen und volle Nutzung der neuen Informationstechnologien Rationalisierungspotenziale auszuschöpfen. Dabei gelte insbesondere auch, sicherzustellen, dass das heimische Sozialpartner-Modell zwar den neuen Wirtschaftsbedingungen angepasst wird, aber mit seinen Erfolgskomponenten erhalten bleibt. "Diese Wettbewerbsvorteile in der europäischen Struktur dürfen nicht leichtsinnig verspielt werden", unterstrich Schenner.

Das gleiche gelte ebenso für die Qualität der Berufsausbildung, welche weitgehend von der Kammerorganisation getragen wird -natürlich mit der Ausbildungsbereitschaft vieler tausender Mitgliedsbetriebe.

Nicht unerwähnt ließ Schenner die Tatsache, dass die Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft derzeit - gemeinsam mit 18 anderen Interessensverbänden - maßgeblich am Aufbau eines europäischen Tourismus-Lobbyingverbandes in Brüssel beteiligt ist. "Es ist eben notwendig, auf europäischer Ebene Flagge zu zeigen. Denn von dort kommen schließlich bis zu 80 Prozent der relevanten Wirtschaftsgesetze".
(hp)

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