- 16.01.2001, 15:35:12
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Schenner plädiert für stärkere Kooperation der Interessensvertreter
"Vorteile des österreichischen Sozialpartner-Modells nicht leichtfertig verspielen" - Aufbau eines europaweiten Tourismus-Lobbyings in Brüssel
Maurach/Achensee(PWK025) Die Bedeutung des Tourismus geht längst über
rein ökonomische Belange hinaus. Trotzdem werden die wichtigen Themen
der "Freizeitgesellschaft" von der Politik unterschätzt oder gar
nicht wahrgenommen. Die unbestritten positiven volkswirtschaftlichen
Daten finden auf betriebswirtschaftlicher Ebene wenig Niederschlag.
So hat sich die Eigenkapitalsituation der Betriebe weiter
verschlechtert, während die Lohnkosten, Lohnneben- und
Kommunalkosten geradezu explodieren. Der Arbeitsmarkt wird
schwieriger, und die Betriebsnachfolgeproblematik wächst.
"Wahrscheinlich werden unsere Anliegen erst dann ernst genommen, wenn
wir, die verschiedenen Interessensvertreter, besser kooperieren",
erklärte der Obmann der Bundessektion Tourismus und
Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Johann Schenner, am Dienstag Nachmittag
anläßlich der Eröffnung des Hotelierkongresses 2001 der
Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) in Maurach am Achensee. Zu
bedenken ist allerdings, dass der Tourismus nicht nur aus Unternehmen
der gehobenen Kategorie, sondern auch aus sehr vielen kleinen, in den
"Sternen" nicht so hoch angesiedelten Betrieben besteht, die durchaus
mit sehr engagierten und fleißigen Mitarbeitern besetzt sind.
Im laufenden Jahr werde, aus Sicht der WKÖ, die Einführung des EURO
und die Umsetzung der Kammerreform im Vordergrund stehen. Die
Wirtschaftskammer habe es sich zum Ziel gesetzt, so Schenner weiter,
durch organisatorische Veränderungen und volle Nutzung der neuen
Informationstechnologien Rationalisierungspotenziale auszuschöpfen.
Dabei gelte insbesondere auch, sicherzustellen, dass das heimische
Sozialpartner-Modell zwar den neuen Wirtschaftsbedingungen angepasst
wird, aber mit seinen Erfolgskomponenten erhalten bleibt. "Diese
Wettbewerbsvorteile in der europäischen Struktur dürfen nicht
leichtsinnig verspielt werden", unterstrich Schenner.
Das gleiche gelte ebenso für die Qualität der Berufsausbildung,
welche weitgehend von der Kammerorganisation getragen wird -
natürlich mit der Ausbildungsbereitschaft vieler tausender
Mitgliedsbetriebe.
Nicht unerwähnt ließ Schenner die Tatsache, dass die Bundessektion
Tourismus und Freizeitwirtschaft derzeit - gemeinsam mit 18 anderen
Interessensverbänden - maßgeblich am Aufbau eines europäischen
Tourismus-Lobbyingverbandes in Brüssel beteiligt ist. "Es ist eben
notwendig, auf europäischer Ebene Flagge zu zeigen. Denn von dort
kommen schließlich bis zu 80 Prozent der relevanten
Wirtschaftsgesetze".
(hp)
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