• 16.01.2001, 12:33:50
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  • OTS0156

Betriebliche Gesundheitsförderung wichtiges Jahresthema für Wirtschaftskammer Österreich

Leitl: Wirtschaft wird sinnvolle Forschungsprojekte bei Arbeitsmedizin unterstützen - Statt "Gesetzeskeule" freiwillige Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz

Wien (PWK024) - Beim Symposium "Humankapital contra Share Holder
Value" betonte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich,
Christoph Leitl, Montag abends, aus seiner Sicht gebe es zwischen
human capital und shareholder value "keinen Widerspruch gemäß einer
europäischen Definition dieser Begriffe. Die Pflege von Humankapital,
also der Mitarbeiter, ist für eine nachhaltige
Unternehmensentwicklung, für Arbeitsfreude und eine positive
Unternehmenskultur äußerst wichtig." Maschinen, so Leitl, könne man
überall kaufen oder sie aufstellen. Kapital sei quasi unbegrenzt
verfügbar. Daher sei der Mensch, dessen Leistungsbereitschaft und
Arbeitsfreude die wesentlichste Grundlage für die positive
Entwicklung eines Betriebes. "Das gilt vor allem für den allergrößten
Teil der Klein- und Mittelbetriebe, wo es eine enge Gemeinschaft von
Arbeitgeber und Arbeitnehmer gibt. Dass man dort aufeinander schaut
und aufpasst, ist selbstverständlich", wies Leitl Umfrageergebnisse
zurück, wonach zwei Drittel aller Unternehmer mit Humankapital nichts
anfangen könnten: "Zwei Drittel aller Unternehmer können auch mit
shareholder value nichts anfangen."

Der WKÖ-Präsident wies darauf hin, dass die Wirtschaftskammer als
wesentliches Jahresthema für 2001 die betriebliche
Gesundheitsförderung forcieren werde: "Wir wollen in den Unternehmen
das Bewusstsein fördern, dass Gesundheit und Arbeitsfreude zentrale
Voraussetzungen für den betrieblichen Erfolg sind. Überall dort, wo
es noch nicht wünschenswerte Standards gibt, sollen diese durch
Motivation und Bewusstseinsarbeit gehoben werden. Wir setzen hier auf
Freiwilligkeit. Denn dadurch entsteht mehr Positives, als wenn die
gesetzliche Paragraphenkeule samt der gesamten Gesetzesmaschinerie
gegen die Betriebe aufgefahren wird."

Leitl regte auch an, bei arbeitsmedizinischen Fragen künftig die
Forschung mehr in den Vordergrund zu stellen. Angesichts der
dramatischen Veränderungen der Belastung der Mitarbeiter - Stichwort:
Globalisierung, Teleworking etc. - müsse man rechtzeitig die drohende
Gefahr von Leistungsverlusten im Sinn von Vorbeugen bekämpfen. "Wenn
es ein sinnvolles und überzeugendes Forschungsprojekt in der
Arbeitsmedizin gibt, wird sich die WKÖ daran sicher beteiligen",
versprach Leitl. (RH)

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich

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