Gewerbeverein: Konjunkturprognosen erfordern EZB-Zinssenkungen

Wien (OTS) Der internationale Finanzmarkt - üblicherweise präziser in den Wirtschaftsprognosen als die meisten Wirtschaftsforschungsinstitute - sieht die Konjunkturaussichten für den Euro-Raum kritischer als die europäischen Notenbanker, die derzeit noch Optimismus zur Schau stellen.

Gleichzeitig wächst der Spielraum der EZB, weil die wichtigsten Inflationstreiber an Bedeutung verlieren. So sorgen sinkende US-Leitzinsen und eine Konjunkturabschwächung in den Vereinigten Staaten für Aufwertungspotenzial des Euro. Eine schwächere US-Nachfrage drückt zudem die Öl- und Rohstoffpreise - so der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV). All das rechtfertigt - erfordert sogar - möglichst bald markante Zinssenkungen in Euroland.

Auch der mit den sinkenden Inflationsraten einhergehende Anstieg des realen Leitzinses rechtfertigt drastische Zinssenkungen. Ein weiteres Argument ist die Belastung der europäischen Konjunktur durch die absehbare Abschwächung der Nachfrage aus Übersee. Immerhin hat Österreichs Wirtschaft überwiegend aus Preisgründen (schwacher Euro) an der letzten Konjunktur profitiert. Das Hochlohnland Österreich könnte nun wieder tristere Zeiten im internationalen Wettbewerb erleben.

Noch gibt es Grund zu der Hoffnung, dass die Abschwächung in Europa nicht allzu stark ausfallen wird. Und noch beruht der erwartete deutliche Inflationsrückgang auf relativ ungesicherten Prognosen. Wenn der Euro nachgäbe oder der Ölpreis - wider Erwarten -anzieht, könnten sie sich als verfrüht herausstellen. Die EZB sollte daher auf der Hut sein und baldmöglichst handeln, falls weitere Indizien darauf hindeuten, dass die Risiken für die Konjunktur stärker wiegen als die Inflationsgefahr. Der österreichische Finanzminister sollte seinerseits die Inflation nicht durch weitere Belastungen durch die öffentliche Hand in die Höhe treiben - immerhin war ja fast ein Prozent der bisherigen hohen Inlandsinflation auf von seiner Regierung veranlasste Gebührenerhöhungen zurückzuführen. Mäßigung ist somit auch hierzulande und beim Finanzminister angesagt. Aus Kärnten beschworene Begehrlichkeiten sind gerade jetzt mit Vehemenz zurückzuweisen. Immerhin hat ein Kärntner Landeshauptmann andere Prioritäten und einen engeren Fokus, als man von Grasser erwarten kann.

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