• 10.01.2001, 09:33:29
  • /
  • OTS0050

Gewerbeverein: Konjunkturprognosen erfordern EZB-Zinssenkungen=

Wien (OTS) Der internationale Finanzmarkt - üblicherweise präziser
in den Wirtschaftsprognosen als die meisten
Wirtschaftsforschungsinstitute - sieht die Konjunkturaussichten für
den Euro-Raum kritischer als die europäischen Notenbanker, die
derzeit noch Optimismus zur Schau stellen.

Gleichzeitig wächst der Spielraum der EZB, weil die wichtigsten
Inflationstreiber an Bedeutung verlieren. So sorgen sinkende
US-Leitzinsen und eine Konjunkturabschwächung in den Vereinigten
Staaten für Aufwertungspotenzial des Euro. Eine schwächere
US-Nachfrage drückt zudem die Öl- und Rohstoffpreise - so der
Österreichische Gewerbeverein (ÖGV). All das rechtfertigt - erfordert
sogar - möglichst bald markante Zinssenkungen in Euroland.

Auch der mit den sinkenden Inflationsraten einhergehende Anstieg
des realen Leitzinses rechtfertigt drastische Zinssenkungen. Ein
weiteres Argument ist die Belastung der europäischen Konjunktur durch
die absehbare Abschwächung der Nachfrage aus Übersee. Immerhin hat
Österreichs Wirtschaft überwiegend aus Preisgründen (schwacher Euro)
an der letzten Konjunktur profitiert. Das Hochlohnland Österreich
könnte nun wieder tristere Zeiten im internationalen Wettbewerb
erleben.

Noch gibt es Grund zu der Hoffnung, dass die Abschwächung in
Europa nicht allzu stark ausfallen wird. Und noch beruht der
erwartete deutliche Inflationsrückgang auf relativ ungesicherten
Prognosen. Wenn der Euro nachgäbe oder der Ölpreis - wider Erwarten -
anzieht, könnten sie sich als verfrüht herausstellen. Die EZB sollte
daher auf der Hut sein und baldmöglichst handeln, falls weitere
Indizien darauf hindeuten, dass die Risiken für die Konjunktur
stärker wiegen als die Inflationsgefahr. Der österreichische
Finanzminister sollte seinerseits die Inflation nicht durch weitere
Belastungen durch die öffentliche Hand in die Höhe treiben - immerhin
war ja fast ein Prozent der bisherigen hohen Inlandsinflation auf von
seiner Regierung veranlasste Gebührenerhöhungen zurückzuführen.
Mäßigung ist somit auch hierzulande und beim Finanzminister angesagt.
Aus Kärnten beschworene Begehrlichkeiten sind gerade jetzt mit
Vehemenz zurückzuweisen. Immerhin hat ein Kärntner Landeshauptmann
andere Prioritäten und einen engeren Fokus, als man von Grasser
erwarten kann.

Rückfragehinweis: Österreichischer Gewerbeverein,
Dr.Herwig Kainz,
Tel.:01-587 36 33/30,
Email: oest.gewerbeverein@apanet.at

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OGV/OTS

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel