- 08.01.2001, 16:05:55
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Uran-Munition ist ein Bombengeschäft, BSE nicht von Wolfgang Unterhuber - Kommentar 9.1.2001
Wien (OTS) - Die weltweiten Rüstungsausgaben betragen derzeit
zwölf Billionen Schilling jährlich. Mit so viel Geld kann allerlei
Spielzeug hergestellt werden. Uran-Munition zum Beispiel. Und weil
immer irgendwo geschossen und tot geschlagen wird, lässt sich damit
auch eine Menge Geld verdienen. Mit den Folgen der Rinderseuche BSE
lässt sich hingegen kein Staat machen. Zwar ist seit 15 Jahren
bekannt, dass die Seuche auf den Menschen übertragbar ist, aber die
Creutzfeld-Jakob-Krankheit ist nun mal keine Cash Cow. Weder
staatsnahe noch private Pharmakonzerne investieren in eine Therapie,
mit der sich die Gehirnerkrankung wirksam bekämpfen liesse. Der
Grund: Creutzfeld-Jakob war bisher eine äusserst seltene Krankheit.
Jährlich treten pro einer Millionen Einwohner nur ein bis zwei Fälle
auf. In Deutschland waren es zuletzt 120 Personen, die daran
erkrankten, in Grossbritannien waren es 87, drei in Frankreich. Ein
Vergleich: Uran-Munition kostete bisher 20 Soldaten, die lang nach
dem Beschuss im Kosovo im Einsatz waren, das Leben. So wie es
aussieht, wird das sogenannte Balkan-Syndrom weitere Todesopfer
fordern. Den Rüstungs-Managern und den dafür verantwortlichen
Politikern wird das ziemlich egal sein. Sie werden Milliarden bereit
stellen, um vielleicht eine - zumindest nach dem Einsatz - etwas
weniger gesundheitsschädliche Munition zu produzieren. Da bleibt für
die wirksame Bekämpfung der Creutzfeld-Jakob-Krakheit natürlich kein
Geld mehr. Zumindest bisher ist kein Politiker aus Frankreich,
Grossbritannien und Deutschland (die drei Staaten sind nebenbei unter
den Top-Fünf der weltweiten Waffenerzeuger) auf die Idee gekommen,
entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen. Es wird zwar eine
ganze Menge unternommen, um eine Ausbreitung der Seuche zu
verhindern. Aber die Notschlachtung ganzer Herden wird den Menschen,
die bereits infiziert sind, wenig helfen. Dabei lassen uns die
Volksvertreter jeden Tag wissen, dass sie alles, aber auch wirklich
alles, im Interesse der Konsumenten unternehmen würden. So muss der
Einzelne wohl oder übel mit einer bitteren Wahrheit fertig werden: Wo
viel Geld verdient werden kann, geraten die Interessen der
Staatsbürger unter die Räder. Ist kein Geld zu verdienen, schert sich
sowieso niemand um sie. (Schluss) wu
Rückfragehinweis: WirtschaftsBlatt
Redaktionstel.: (01) 91919-305
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