• 03.01.2001, 11:23:00
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  • OTS0106

WKÖ-Präsident Leitl fordert Maßnahmen gegen Facharbeitermangel in Österreich

Wirtschaftsorientierte Fachhochschulen und höhere technische Schulausbildungen als primäre Anliegen

Wien (PWK004) - "Budgetprobleme dürfen den wichtigen
Standortfaktor exzellente Berufsbildung nicht gefährden", stellt
WKÖ-Präsident Christoph Leitl angesichts des drohenden Mangels an
qualifizierten Fachkräften fest. Bei den Fachhochschulen müssen auch
weiterhin wirtschaftsnahe und arbeitsmarktrelevante
Studienrichtungen dominieren. "Die Wirtschaft erwartet, dass
schwerpunktmäßig in diesen Bereich investiert wird. Durch die
Orientierung am Bedarf der Wirtschaft haben wir in kürzester Frist
ein effizientes, praxisnahe ausbildendes Hochschulsystem entwickelt,
dass seinen Absolventen beste Beschäftigungschancen bietet und der
Wirtschaft die von ihr nachgefragten Fachkräfte", so Leitl.

Bei den Höheren Technischen Schulen (HTLs) sieht die Wirtschaft das
Problem der ausreichenden Versorgung mit hoch qualifizierten
Lehrkräften. Diese Schulen zeichnen sich dadurch aus, dass Praktiker
unterrichten, die aus der Wirtschaft kommen und vielfach auch nach
dem Schuleintritt weiterhin in der Wirtschaft nebenberuflich tätig
sind. Damit sind die HTLs ein "Ausstellungsstück" des
österreichischen Bildungssystems. "Die derzeitigen Maßnahmen im
Bereich der Lehrerbesoldung gefährden dieses Modell jedoch, da auf
die besondere Situation dieser Lehrkräfte nicht Rücksicht genommen
wird. Die Anrechnung von Vordienstzeiten und Schaffung von
finanziellen Anreizen, damit diese Experten in den Schulen bleiben,
fehlt. Bei den neuen Informationstechnologien, wo enorme
Gehaltsunterschiede zwischen Schule und Wirtschaft bestehen, zeigt
sich dieses Problem ", argumentiert Leitl.

Die Situation ist nicht durch einfache Maßnahmen lösbar. Es sollte
aber allen Verantwortlichen klar sein, dass es verschiedene Arten von
Lehrern in Österreich gibt und daher auch verschiedene
Entlohnungsformen bestehen müssen. Während es auf der einen Seite
arbeitslose Junglehrer gibt, herrscht in den technischen Sparten
extre-mer Lehrermangel. "Daher müssen die technischen Schulen durch
ein hohes Maß an Autonomie die Möglichkeit erhalten, durch die
Beschäftigung nebenberuflicher Lehrkräfte oder durch
Blockveranstaltungen initiativ und schöpferisch auf die Probleme zu
reagieren", fordert der Wirtschaftskammerpräsident, "das aber ist
derzeit durch bürokratische Hemmnisse nicht möglich."

Leitl: "Österreich hat mit seinen Fachhochschulen und HTLs zwei
typische 'best practices' in Europa aufzuweisen. Wir müssen im
kommenden Jahr alles daran setzen, dass sich diese Aushängeschilder
weiterentwickeln können. Die Wirtschaft ist dazu, wie ihr Engagement
für die FHS, aber z.B. auch die Unterstützung von Betriebspraktika
für Schüler und Lehrer der technischen Schulen beweisen, bereit und
im Stande. Es ist nun Sache der staatlichen Bildungspolitik, hier die
richtigen Signale zu setzen." (pt)

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich

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