• 29.12.2000, 13:06:48
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Prammer zu Kallat: Wo bleibt das Bundesgesetz und die Budgetmittel zur Kinderbetreuung?

"Alles was Frauen auf eigene Beine stellt wird von dieser Regierung unterlassen"

Wien (SK) "Die ÖVP hatte in ihrer Regierungsverantwortung wahrlich
genug Zeit und Möglichkeiten, bei den frauenpolitischen Forderungen
der SPÖ mitzugehen. Allein, der Wille zu einer Verbesserung der
Lebenssituation von Frauen war bei der ÖVP nicht vorhanden", sagte
SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer in einer Replik auf die
heutige Pressekonferenz der ÖVP-Frauenvorsitzenden Maria
Rauch-Kallat. "Die Forderung nach dem Ausbau der
Kinderbetreuungseinrichtungen ist bloß eine scheinheilige, leere
Worthülse, wenn die Regierung keine Budgetmittel zur Verfügung
stellt", konstatierte Prammer und forderte ein in einem bundesweiten
Gesetz verankertes Recht jedes Kindes auf einen
Kinderbetreuungsplatz. ****

"Der Angelpunkt zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist
selbstverständlich die Wirtschaft. Allerdings reicht es hier nicht,
auf Goodwill-Tour zu gehen. Es müssen konkrete legistische Maßnahmen
gesetzt werden", erklärte Prammer und nannte die Ausweitung der
Behaltefrist nach der Karenz auf 26 Wochen, einen Rechtsanspruch auf
Teilzeitarbeit für Eltern von Kindern und eine
Widereinstiegsoffensive. "Die Streichung des Weiterbildungsgeldes
nach der Karenzierung ist daher eindeutig eine Attacke gegen die
Selbstständigkeit der Frauen. Alles, was Frauen auf eigene Beine
stellt wird von dieser Regierung unterlassen", so Prammer am Freitag
gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Als probaten Weg gegen die Einkommensschere wollen die SPÖ-Frauen
einerseits den Ausbau der Gleichbehandlungsgesetze und andererseits
ein einkommensabhängiges Karenzmodell, das "Elternzeitmodell", das
Frauen nicht zu lange aus dem Arbeitsmarkt drängt und die
Karenzierung auch für den Partner attraktiv macht. Zu ersterem führte
Prammer als Beispiel das Bundesgleichbehandlungsgesetz an: "Bei den
BeamtInnen gibt es das Problem der Einkommensschere nicht." Bezüglich
des Elternzeitmodells erläuterte Prammer abschließend: "Einschlägige
Untersuchungen wie die Einkommensstudie des Sozialministeriums sowie
die Erfahrungen aus Skandinavien belegen, dass dieser Ansatz der
wirksame Weg gegen die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen
ist." (Schluss) wf/mp

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.at

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