Volksanwältin Krammer: Volljährigkeit mit 18 bringt Einschränkungen beim Unterhaltsvorschuss

Wien (OTS) - Mit dem jüngst im Parlament beschlossenen Kindschaftsrechtsänderungsgesetz wird ab 1. Juli 2001 das Alter für die Volljährigkeit von 19 auf 18 Jahre gesenkt. Das hat auch Auswirkungen auf die Gewährung des Unterhaltsvorschusses. Diese Leistung gibt es nur für minderjährige Kinder. Der Unterhaltsvorschuss bietet vor allem allein erziehenden Müttern eine finanzielle Unterstützung für die Versorgung des Kindes, wenn der unterhaltspflichtige Kindesvater seinen Unterhaltsbeitrag
nicht leistet. Der Staat schießt in diesen Fällen den Unterhalt für das Kind vor und holt sich das Geld dann vom säumigen Unterhaltsschuldner zurück. Die Senkung des Alters für die Volljährigkeit bedeutet im Ergebnis aber ein Jahr weniger Unterhaltsvorschuss. Auf der anderen Seite muss die Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind nicht automatisch mit der Volljährigkeit erlöschen. Volksanwältin Krammer hat bereits vor Einbringung der Regierungsvorlage zum Kindschaftsrechtsänderungsgesetz im September dieses Jahres auf diese Auswirkungen hingewiesen und entsprechende flankierende Maßnahmen gefordert.****

Diesen Bedenken der Volksanwältin wurde zumindest teilweise in der Form einer Übergangsbestimmung Rechnung getragen: Für Kinder, die am 1. Juli 2001 bereits das 14. Lebensjahr vollendet haben,
kann - wie bisher - Unterhaltsvorschuss bis zum 19. Lebensjahr gewährt werden, obwohl die Volljährigkeit bereits mit 18 eintritt. Der / die Volljährige kann in diesem Zusammenhang beantragen, dass die Vorschüsse direkt an ihn/sie selbst ausbezahlt werden. Für jüngere Kinder gibt es den Unterhaltsvorschuss aber nur mehr bis zum 18. Lebensjahr.

Für Krammer ist diese "zeitlich befristete Abfederung" unzureichend. Die Volksanwältin gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass sich viele Jugendliche mit 18 sogar noch in Schulausbildung befinden, wie etwa HAK- und HTL-Schüler. Bereits
im September hatte Krammer vorgeschlagen, die Voraussetzungen für den Unterhaltsvorschuss und die Familienbeihilfe zu harmonisieren. Familienbeihilfe gibt es nämlich auch für volljährige Kinder, die sich noch in einer Ausbildung befinden, sofern die Ausbildung ernsthaft und zielstrebig betrieben wird. "Im Interesse der
Einheit der Rechtsordnung und der sozialen Ausgewogenheit sollte
das auch für den Unterhaltsvorschuss gelten!" resümiert Volksanwältin Christa Krammer.

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