- 21.12.2000, 13:56:58
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AK-Tumpel fordert umfassende Diskussion über Schutz für den Arbeitsmarkt bei EU-Erweiterung
AK Präsident: Übergangsfristen allein sind zu wenig
Wien (AK) - Eine umfassende Diskussion mit der Bevölkerung, dem
Parlament und den Interessenvertretungen über den Schutz des
österreichischen Arbeitsmarktes bei einer EU-Erweiterung fordert AK
Präsident Herbert Tumpel. "Dass der österreichische Bundeskanzler
einem Vorschlag des deutschen Kanzlers nach einer siebenjährigen
Übergangsfrist zustimmt, ist mir zu wenig", sagt Tumpel. Die
Regierung muss endlich eine Position beziehen, die die besondere
Situation des österreichischen Arbeitsmarktes berücksichtigt.
Übergangsfristen allein würden außerdem als Schutz für den
Arbeitsmarkt nicht ausreichen. "Eine Frist kann auch verstreichen,
ohne dass sich etwas zu Positiven ändert", sagt Tumpel. Er verlangt
Übergangsmechanismen, die die Entwicklung in den Beitrittsländern
auch nach dem Beitritt berücksichtigen. ****
Die Zeit drängt: Die EU will bereits in der ersten Jahreshälfte
2001 die Verhandlungen mit den Beitrittskandidaten über die
Personenfreizügigkeit oder die Dienstleistungsfreiheit bei der
EU-Erweiterung abschließen. Themen, die für die österreichischen
Arbeitnehmer von größter Wichtigkeit sind. Mehrere Studien zeigen: In
den ersten fünf Jahren nach Beitritt könnten bis zu 150.000 Menschen
aus den Beitrittsländern in Österreich Arbeit suchen. Deshalb
fordert AK Präsident Herbert Tumpel endlich eine umfassende
Diskussion über einen wirksamen Schutz für den österreichischen
Arbeitsmarkt. "Die Regierung muss jetzt eine Position beziehen und
diese Position mit der Bevölkerung, dem Parlament und den
Interessenvertretungen diskutieren", verlangt Tumpel. Sololäufe des
Bundeskanzlers oder anderer Regierungsmitglieder seien ihm zu wenig,
sagt der AK Präsident.
Rückfragehinweis: AK Wien Presse Christian Spitaler
Tel.: (01) 501 65-2152
email: [email protected]
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