"Kleine Zeitung" Kommentar: "Zwei Klassen" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 16.12.2000

Graz (OTS) - Knapp vor Torschluss hat der Nationalrat noch ein so genanntes Vorruhestandsmodell für Staatsdiener beschlossen, das für alle Normalbürger eine Provokation darstellt.

Wenige Monate nach der Anhebung des Frühpensionsalters auf 61,5 Jahre wurde Beamten, deren Schreibtisch infolge einer Ausgliederung weggeräumt wird, der "goldene Handschlag" angeboten. Wenn sie 55 Jahre alt sind, können sie mit 80 Prozent des Bezuges in den Ruhestand gehen. Da sie keinen Pensionsbeitrag mehr zahlen, werden sie faktisch mit den Nettobezügen spazieren geschickt.

Mit diesem Privileg wurde just von jenen, die sonst ein einheitliches Pensionsrecht für alle fordern, die Zwei-Klassen-Gesellschaft zementiert.

Besonders ärgerlich war, dass versucht wurde, den Sündenfall zu leugnen.

Die Vizekanzlerin behauptete, es handle sich um kein Pensions-, sondern um ein Karenzmodell - als ob die Beamten mit 58 oder 60 in den Dienst zurückkehren.

Und die ÖVP-Sprecherin meinte gar, diese Modelle seien in der Privatwirtschaft längst üblich. Die Dame war zuletzt in der Elektrizitätswirtschaft tätig. Sie scheint diese Versorgungsunternehmen mit der Privatwirtschaft verwechselt zu haben.

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