Neue Studie zeigt, daß die Regionalanästhesie das Risiko postoperativer Todesfälle um ein Drittel vermindert

Auckland, Neuseeland (ots-PRNewswire) - BMJ-Studie kommt zu der Annahme, dass der vermehrte Einsatz der Regionalanästhesie zu sicherer Genesung der Patienten führen könnte.

Die im British Medical Journal (BMJ) veröffentlichten Ergebnisse besagen, dass die Regionalanästhesie bei Patienten, die sich chirurgischen Eingriffen unterziehen müssen, die Gesamtmortalität um rund 30% senken könnte. Dadurch könnte außerdem das Risiko von Blutgerinnungskomplikationen und Infektionen sowie die Notwendigkeit von Bluttransfusionen gesenkt werden.

Die Ergebnisse der Forscher von der University of Auckland basieren auf einer Meta-Analyse von mehr als 140 internationalen klinischen Studien und führen zu der Annahme, dass sich die Regionalanästhesie positiv auf die Qualität der medizinischen Versorgung und die Genesung der Patienten auswirken könnte.

Jedes Jahr unterziehen sich viele Millionen Patienten chirurgischen Eingriffen, die durch diverse Narkosearten ermöglicht werden. Traditionell wurde die Schmerz- und Wahrnehmungsprävention im Verlauf der chirurgischen Eingriffe zumeist durch eine Vollnarkose realisiert, die den Patienten vollkommen bewußtlos macht. Die "Regionalanästhesie" jedoch, bei der der Patient bei Bewußtsein bleibt, weil nur ein Teil des Körpers betäubt wird, wird bei wichtigen chirurgischen Eingriffen zunehmend eingesetzt.

Dr. Anthony Rodgers, Co-Director des Clinical Trials Research Unit der University of Auckland, sagte, dass die vorhergehenden Studien nicht umfangreich genug waren und daher wichtige Trends nicht erkannten: "Durch das Zusammenführen der Studienergebnisse treten die Vorteile der Regionalanästhesie eindeutig zutage. Insgesamt gesehen, senkte die Regionalanästhesie das Sterberisiko aufgrund postoperativer Komplikationen um rund 30%."

Neben der Minderung des Sterberisikos stellten die Ergebnisse der Meta-Analyse für die Regionalanästhesiegruppe Reduktionen der Blutgerinnung von 25-50% in den Beinen und der Lunge fest sowie einen Rückgang der Komplikationen aufgrund von Blutungen und der Lungenentzündung. Es gab auch Grund zu der Annahme, dass bei der Regionalanästhesie weniger Herzanfälle und Nierenversagen auftreten.

Professor Stephan Schug, Co-Autor und Narkosearzt, sagte, dass die Ergebnisse suggerieren, dass die Regionalanästhesie öfter bei Patienten in Betracht gezogen werden sollte, bei denen ein hohes Risiko postoperativer Komplikationen besteht. "Insgesamt gesehen, scheinen die Vorteile sicherer zu sein als zuvor angenommen. Die Patienten müssen während des chirurgischen Eingriffs nicht wach sein, da zusätzlich zur Regionalanästhesie eine leichte Sedierung oder sogar eine Vollnarkose durchgeführt werden kann."

Dr. Natalie Walker, die zum Clinical Trials Research Unit gehört, sagte: "Die Organisatoren von fast allen Originalstudien überprüften und vervollständigten die ihnen vorliegenden Informationen, diese Studie repräsentiert daher die bisher vollständigste Datensammlung."

Die Daten der klinischen Studien, an denen weltweit mehr als 9.559 Patienten beteiligt waren, wurden von der CORTRA-Gruppe überprüft (The Collaborative Overview of Randomised Trials of Regional Anaesthesia). Alle ausgewählten klinischen Studien beinhalteten die Randomisierung zur intraoperativen Regionalanästhesie (Spinal- oder Epiduralanästhesie mit oder ohne Vollnarkose) oder nur die Vollnarkose.

An der Studie waren Forscher aus Neuseeland, Australien, Dänemark, Belgien und dem Vereinigten Königreich beteiligt.

Hinweise für die Redaktionen

* Diese Forschungsstudie wurde zum Teil durch Stipendien vom Health Research Council of New Zealand und von AstraZeneca finanziert. Keine dieser Organisationen spielte eine Rolle bei der Gestaltung, der Durchführung oder der Analyse der Studie.

* Die Vollnarkose macht den Patienten vollkommen bewußtlos, was durch intravenös verabreichte Medikamente mit und ohne Inhalationsnarkose erreicht wird.

* Die Regionalanästhesie betäubt nur einen Teil des Körpers, was durch das Injizieren eines Wirkstoffs in der Nähe der Nerven erreicht wird. Eine Art der Regionalanästhesie ist die 'Epiduralanästhesie' (der Wirkstoff wird in der Nähe des Rückenmarks injiziert), die oft bei Frauen während des Gebärens eingesetzt wird.

* Das Projekt beinhaltete das Identifizieren und Erfassen von Daten aus allen randomisierten klinischen Studien der Regionalanästhesie mit tödlichen oder schwerwiegenden postoperativen Komplikationen. Für etwa 90% der Patienten stellten die einzelnen Studienorganisatoren bisher unveröffentlichte Informationen zur Verfügung. Bis zum Abschluss der Studie dauerte es vier Jahre. Sie repräsentiert die vollständigste Informationssammlung auf diesem Gebiet. Die Forscher waren * Dr. Anthony Rodgers und Dr. Natalie Walker, Clinical Trials Research Unit, University of Auckland, Neuseeland, * Professor Stephan Schug, Division of Anesthesiology, University of Auckland, Neuseeland, * Dr. Andrew McKee, Green Lane Hospital, Auckland, Neuseeland, * Professor H Kehlet, Hvidore University Hospital, Hvidore, Dänemark, * Dr. A.A.J. van Zundert, Catharina Hospital, Michelangelolaan, Eindhoven, Niederlande, * Dr. David Sage, Auckland and Starship Hospitals, Auckland, Neuseeland, * Dr. Malcolm Futter, Auckland and Starship Hospitals, Auckland, Neuseeland, * Dr. Gillian Saville, Truro General Hospital, Cornwall, Großbritannien, * Taane Clark, University of Oxford, Oxford, Großbritannien, * Professor Stephen MacMahon, University of Sydney, Sydney, Australien.

ots Originaltext: CPR Worldwide
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