• 15.12.2000, 08:41:24
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  • OTS0029

Neue Studie zeigt, daß die Regionalanästhesie das Risiko postoperativer Todesfälle um ein Drittel vermindert

Auckland, Neuseeland (ots-PRNewswire) - BMJ-Studie kommt zu der
Annahme, dass der vermehrte Einsatz der Regionalanästhesie zu
sicherer Genesung der Patienten führen könnte.

Die im British Medical Journal (BMJ) veröffentlichten Ergebnisse
besagen, dass die Regionalanästhesie bei Patienten, die sich
chirurgischen Eingriffen unterziehen müssen, die Gesamtmortalität um
rund 30% senken könnte. Dadurch könnte außerdem das Risiko von
Blutgerinnungskomplikationen und Infektionen sowie die Notwendigkeit
von Bluttransfusionen gesenkt werden.

Die Ergebnisse der Forscher von der University of Auckland
basieren auf einer Meta-Analyse von mehr als 140 internationalen
klinischen Studien und führen zu der Annahme, dass sich die
Regionalanästhesie positiv auf die Qualität der medizinischen
Versorgung und die Genesung der Patienten auswirken könnte.

Jedes Jahr unterziehen sich viele Millionen Patienten
chirurgischen Eingriffen, die durch diverse Narkosearten ermöglicht
werden. Traditionell wurde die Schmerz- und Wahrnehmungsprävention im
Verlauf der chirurgischen Eingriffe zumeist durch eine Vollnarkose
realisiert, die den Patienten vollkommen bewußtlos macht. Die
"Regionalanästhesie" jedoch, bei der der Patient bei Bewußtsein
bleibt, weil nur ein Teil des Körpers betäubt wird, wird bei
wichtigen chirurgischen Eingriffen zunehmend eingesetzt.

Dr. Anthony Rodgers, Co-Director des Clinical Trials Research Unit
der University of Auckland, sagte, dass die vorhergehenden Studien
nicht umfangreich genug waren und daher wichtige Trends nicht
erkannten: "Durch das Zusammenführen der Studienergebnisse treten die
Vorteile der Regionalanästhesie eindeutig zutage. Insgesamt gesehen,
senkte die Regionalanästhesie das Sterberisiko aufgrund
postoperativer Komplikationen um rund 30%."

Neben der Minderung des Sterberisikos stellten die Ergebnisse der
Meta-Analyse für die Regionalanästhesiegruppe Reduktionen der
Blutgerinnung von 25-50% in den Beinen und der Lunge fest sowie einen
Rückgang der Komplikationen aufgrund von Blutungen und der
Lungenentzündung. Es gab auch Grund zu der Annahme, dass bei der
Regionalanästhesie weniger Herzanfälle und Nierenversagen auftreten.

Professor Stephan Schug, Co-Autor und Narkosearzt, sagte, dass die
Ergebnisse suggerieren, dass die Regionalanästhesie öfter bei
Patienten in Betracht gezogen werden sollte, bei denen ein hohes
Risiko postoperativer Komplikationen besteht. "Insgesamt gesehen,
scheinen die Vorteile sicherer zu sein als zuvor angenommen. Die
Patienten müssen während des chirurgischen Eingriffs nicht wach sein,
da zusätzlich zur Regionalanästhesie eine leichte Sedierung oder
sogar eine Vollnarkose durchgeführt werden kann."

Dr. Natalie Walker, die zum Clinical Trials Research Unit gehört,
sagte: "Die Organisatoren von fast allen Originalstudien überprüften
und vervollständigten die ihnen vorliegenden Informationen, diese
Studie repräsentiert daher die bisher vollständigste Datensammlung."

Die Daten der klinischen Studien, an denen weltweit mehr als 9.559
Patienten beteiligt waren, wurden von der CORTRA-Gruppe überprüft
(The Collaborative Overview of Randomised Trials of Regional
Anaesthesia). Alle ausgewählten klinischen Studien beinhalteten die
Randomisierung zur intraoperativen Regionalanästhesie (Spinal- oder
Epiduralanästhesie mit oder ohne Vollnarkose) oder nur die
Vollnarkose.

An der Studie waren Forscher aus Neuseeland, Australien, Dänemark,
Belgien und dem Vereinigten Königreich beteiligt.

Hinweise für die Redaktionen

* Diese Forschungsstudie wurde zum Teil durch Stipendien vom
Health Research Council of New Zealand und von AstraZeneca
finanziert. Keine dieser Organisationen spielte eine Rolle bei der
Gestaltung, der Durchführung oder der Analyse der Studie.

* Die Vollnarkose macht den Patienten vollkommen bewußtlos, was
durch intravenös verabreichte Medikamente mit und ohne
Inhalationsnarkose erreicht wird.

* Die Regionalanästhesie betäubt nur einen Teil des Körpers, was
durch das Injizieren eines Wirkstoffs in der Nähe der Nerven erreicht
wird. Eine Art der Regionalanästhesie ist die 'Epiduralanästhesie'
(der Wirkstoff wird in der Nähe des Rückenmarks injiziert), die oft
bei Frauen während des Gebärens eingesetzt wird.

* Das Projekt beinhaltete das Identifizieren und Erfassen von
Daten aus allen randomisierten klinischen Studien der
Regionalanästhesie mit tödlichen oder schwerwiegenden postoperativen
Komplikationen. Für etwa 90% der Patienten stellten die einzelnen
Studienorganisatoren bisher unveröffentlichte Informationen zur
Verfügung. Bis zum Abschluss der Studie dauerte es vier Jahre. Sie
repräsentiert die vollständigste Informationssammlung auf diesem
Gebiet. Die Forscher waren * Dr. Anthony Rodgers und Dr. Natalie
Walker, Clinical Trials Research Unit, University of Auckland,
Neuseeland, * Professor Stephan Schug, Division of Anesthesiology,
University of Auckland, Neuseeland, * Dr. Andrew McKee, Green Lane
Hospital, Auckland, Neuseeland, * Professor H Kehlet, Hvidore
University Hospital, Hvidore, Dänemark, * Dr. A.A.J. van Zundert,
Catharina Hospital, Michelangelolaan, Eindhoven, Niederlande, * Dr.
David Sage, Auckland and Starship Hospitals, Auckland, Neuseeland, *
Dr. Malcolm Futter, Auckland and Starship Hospitals, Auckland,
Neuseeland, * Dr. Gillian Saville, Truro General Hospital, Cornwall,
Großbritannien, * Taane Clark, University of Oxford, Oxford,
Großbritannien, * Professor Stephen MacMahon, University of Sydney,
Sydney, Australien.

ots Originaltext: CPR Worldwide
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Rückfragen bitte an:
Sara Walker oder Muriel Wang bei CPR Worldwide,
Tel.: +44 20 7282 1200 oder
Email: [email protected] oder [email protected]
Leslie Wheeler bei AstraZeneca,
Tel.: +44 1625 519 790 oder
Email: [email protected]

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