• 15.12.2000, 08:30:53
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  • OTS0023

Zirkus Knie - mit Tierquälerei in "Weihnachtsstimmung": Anzeigen wegen Tierquälerei und wieder VgT-Demos vor Nationalzirkus=

Laaben (OTS) - Am 11. Dezember fand beim Zirkus Knie wieder die
Premiere des Weihnachtszirkusses statt (wir berichteten) und ab
diesem Tag gibt es auch wieder die "traditionellen" Demonstrationen
des Vereins gegen Tierfabriken (VgT), trotz aller behördlicher und
sonstiger Hindernisse. Auch in diesem Jahr hat Herr Knie, der bis vor
kurzen wegen diverser Gerichtsverfahren noch zur Fahndung
ausgeschrieben war, wieder jede Menge Tierqual im Gepäck: neben
seinen zahlreichen anderen Tieren führt er heuer ein besonderes
Exemplar eines Elefantenbullen mit, nämlich "Colonel Joe". Dieser aus
den USA stammende, an verschiedene Zirkusse in aller Welt
"verleaste", asiatische Bulle ist 3,40 m groß und an die 6 Tonnen
schwer und soll neuerdings zur Belustigung der Prominenz und
sonstiger Zirkusbesucher beitragen. Kleiner Nachteil, den kaum jemand
kennt: alle Elefantenbullen, die trotz Kastration mit etwa 17 Jahren
ihre Geschlechtsreife erlangen, werden in Gefangenschaft sehr
aggressiv, was im Zirkus brutal unterdrückt werden muß. Daher werden
diese Tiere, die in Ermangelung der Austragung ihrer Rangkämpfe und
als Folge der jahrelangen, qualvollen Dressur als angriffslustig
gelten, medikamentös sediert.

"Colonel Joe" hat nun ein besonderes Schicksal: nur sein Trainer,
James Peters, kann mit ihm "umgehen". Der dritte im Bunde war ein
Schäferhund, den der Elefantenbulle in Ermangelung von Artgenossen
notgedrungen als Gefährten gewählt hatte, weil er sonst aus
Einsamkeit wohl wahnsinnig geworden wäre. Denn Elefanten verlieren in
Einzelhaltung sprichwörtlich ihren Verstand, denn dies bedeutet für
sie die schlimmste aller Qualen. Dieser Schäferhund ist aber vor
einiger Zeit gestorben (erschossen worden?); der Verlust über den
Hund machte Colonel Joe nun erst recht aggressiv und so verschwand er
für lange Zeit von der Bildfläche.

Nun tauchte er - ausgerechnet beim Zirkus Knie - wieder auf; gegen
Louis Knie laufen 48 Exekutionsverfahren, er ist bereits wegen
Körperverletzung an einem Tierschützer rechtskräftig verurteilt, er
richtete erst im letzten März in Tulln mit seinen Mannen über
50.000,- S Sachschaden an und ließ zwei VgT-Aktivisten
krankenhausreif prügeln. Der finanzielle Schaden wurde inzwischen
bezahlt - ein inderektes Schuldbekenntnis von Herrn Knie - das
Strafverfahren ist noch anhängig. Inzwischen hat sich sogar der HBP
Dr. Klestil, der vor einem Jahr noch mit Herrn Knie im Programmheft
zu sehen war, in einem Schreiben an uns von diesen Methoden
distanziert! Schläge, welche sichtbare Wunden verursachen, gibt es
heute zwar weniger, an deren Stelle sind aber Elektroschocks
getreten. Außerdem werden die Tiere mittels Traktoren und Baggern in
die jeweilige gewünschte Stellung gebracht, die später als Kunststück
vom ahnungslosen Publikum bewundert wird. So wird auch der Kopfstand
trainiert, oder das Stehen auf zwei Beinen, wie "Colonel Joe" es im
laufenden Weihnachtszirkus vorzuführen hat, dabei muß er sogar noch
zwei Menschen tragen.

Den "Richtlinien für die Haltung von Wildtieren in
Zirkusunternehmen", verfaßt von Pechlaner, Gsandtner und Schwammer,
herausgegeben von der Wr. Umweltanwaltschaft, entnehmen wir
folgendes: "Verboten sind alle Dressurleistungen, die nicht
tiergerecht sind. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn sie eine
statische Belastung oder Überbelastung einzelner Körperteile
verursachen und dadurch zu Schädigungen und Verletzungen führen
können. Dazu gehören Kopf- und Handstand sowie das Aufrechtgehen bzw.
Stehen nur auf den Hinterbeinen, da dies bei erwachsenen Elefanten zu
Gelenks- und Bandscheibenschäden führen kann...".

Der VgT hat daher, gemeinsam mit Dr. Bernd Haberditzl vom "Tiroler
Tierschutzverein", Anzeige wegen Tierquälerei beim Magistrat Wien
eingebracht.

Rückfragehinweis: Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank,
Tel.: 02774/8813,
Dr. Bernd Haberditzl, Jurist,
Tel.: 0699/10807285

Verein gegen Tierfabriken
E-Mail: [email protected]
Web: www.vgt.at

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