- 14.12.2000, 10:37:23
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Van der Bellen gegen 10prozentige Reduktion bei Wiener Pflichtschullehrern
Grüne bringen Antrag zur Absicherung der österreichischen Pflichtschulen ein
Wien (OTS) "Es ist unerträglich, wie sich Bund und Länder bei den
Landeslehrern auf dem Rücken der Betroffenen den Schwarzen Peter
gegenseitig zuschieben. Zunächst stimmt der Wiener Bürgermeister
Häupl der Vereinbarung zu, dann wird vom Wiener Stadtschulrat ein
Szenario auf den Tisch gelegt, wonach zu Beginn des nächsten
Schuljahres mehr als 1.000 Planstellen in Wien wegfallen würden.
Ministerin Gehrer stellt sich überhaupt unwissend und erklärt in
regelmäßigen Abständen, sie wisse nicht, wie sich die Maßnahmen in
den einzelnen Ländern auswirken würden. Mit einer derartigen Politik
werden die Betroffenen hochgradig verunsichert", so der
Bundessprecher der Grünen, Alexander van der Bellen.
Eine zehnprozentige Reduktion der PflichtschullehrerInnen in Wien zu
Beginn des nächsten Schuljahres würde das Schulsystem massiv
gefährden. Die Ignoranz gegenüber der besonderen Situation in Wien,
die von einem hohen Anteil von Schülern mit nicht-deutscher
Muttersprache gekennzeichnet ist, und das Fehlen des Bekenntnises zur
Aufrechterhaltung der Fördermaßnahmen in diesem Bereich ist aber mehr
als nur eine bildungspolitische Bankrotterklärung. Es zeigt einmal
mehr, wie sich die ÖVP in Integrationsfragen vor den Karren der FPÖ
spannen lässt. Völlig unverständlich ist nach der Warnung des Wiener
Stadtschulrates die erwartete Zustimmung der SPÖ zum
Finanzausgleich", ergänzt der Bildungssprecher der Grünen. Dieter
Brosz.
Die Grünen werden daher heute im Parlament einen Antrag zur
Absicherung der österreichischen Pflichtschulen mit folgendem Inhalt
einbringen.
"Nach dem sich die Bundesregierung bislang jeglicher inhaltlicher
Aussagen über die Auswirkungen der Sparmaßnahmen in den Ländern
enthalten hat, sollen für die weiteren Verhandlungen mit den Ländern
drei Vorgaben gesetzt werden:
1. Es darf keine Einschränkungen in den Bereichen muttersprachlicher
Unterricht, BeratungslehrerInnen, StützlehrerInnen/FörderlehrerInnen
und SprachheillehrerInnen geben.
2. Die durchschnittlichen Klassenschülerzahlen dürfen nicht erhöht
werden, und es darf zu keiner Einschränkung bei unverbindlichen
Übungen und Freigegenständen kommen.
3. Es darf keine Einsparungen durch die Nichtweiterbeschäftigung von
VertragslehrerInnen geben."
Rückfragehinweis: Pressebüro der Grünen im Parlament
Tel.: (01) 40110-6697
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eMail: [email protected]
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