"Kleine Zeitung" Kommentar: "FPÖ zahlt weiter" (von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 4.12.2000

Graz (OTS)- Das Burgenland wählte: gegen die pannonische Wende, gegen das allzu ungestüme Belastungsrodeo von Schwarzblau und gegen die Meinungsforschung. Angeführt von einem Greenhorn, konnte die SPÖ ihre vorletzte Festung nicht nur halten, sondern sogar noch stärken.

Die Wähler haben die unleugbaren Verdienste der Landespartei, verkörpert im Populär-Veteran Karl Stix, offenbar höher taxiert als die unleugbare Verantwortung der SPÖ für das Milliardenfiasko der Bank Burgenland.

Kairos nannten die Griechen die Gunst des Augenblicks. Die ÖVP sah ihn gekommen und hoffte mit hastig vorgezogener Wahl das Land zu wenden. Der Wähler durchkreuzte das Manöver, es schien ihm offenbar zu durchsichtig.

Die Bundes-SPÖ kann im burgenländischen Labor erstmals das rotgrüne Experiment träumen, für sie ist der Wahlausgang das erste Erfolgserlebnis seit dem Abschied von der Macht, für die Wenderegierung der erste Denkzettel. Sie sollte ihn gut lesen.

Dramatisch ist die Lage für die FPÖ. Die Partei, der nicht einmal der
Rückgriff auf ein Ressentiment-Thema (Osterweiterung) half, zahlt weiter für den Eintritt in die Regierung.Sie weiß: Der Austritt wäre noch teurer. Ein bitteres Los. No way out. ****

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