Kaprun-Unfall durch Materialermüdung? - Ein Zeuge meldet sich bei NEWS: Vor dem Unfall gab es umfangreiche nächtliche Sondertransporte. - Anwalt der Gletscherbahnen Kaprun gibt gegenüber NEWS zu:

"Luftschleuse der Bergstation wurde durch menschliches Versagen geöffnet. Dies könnte zur raschen Ausbreitung des Feuers geführt haben." Vorausmeldung zu NEWS Nr. 48/30. November 2000

Wien (OTS) - Die morgen erscheinende Ausgabe des
Nachrichtenmagazins NEWS veröffentlicht die Aussage eines Zeugen, der behauptet, dass die Kapruner Gletscherbahn in den Nächten vor der Katastrophe vom 11. November für umfangreiche Sondertransporte benützt worden war.

Dies könnte zu einer fatalen Materialermüdung geführt haben.

Der Hintergrund: Der von Mai bis November projektierte Umbau des Alpincenters auf der Bergstation des Kitzsteinhorns wurde nicht rechtzeitig fertig, weshalb die Bahn für tonnenschwere Materialtransporte "missbraucht" worden war. So wurden laut Aussage des Zeugen, dessen Name NEWS bekannt ist, täglich bis zu 5 Tonnen Baugerät, Zement und Werkzeug auf den Gletscher gebracht. Dies hätte, so der Zeuge, zu Materialermüdung geführt, die wiederum Auslöser für den Brand gewesen sein könnte. Die Betreiber der Kapruner Gletscherbahn hatten diese Sondertransporte bisher in Abrede gestellt.

Mit der Aussage des NEWS-Zeugen konfrontiert, gibt der Anwalt der Gletscherbahnen, Georg Karasek nun zu: "Ja es hat in den Tagen vor dem Unglück bis 22 Uhr Sonderfahrten gegeben."

Der Wiener Anwalt Karasek bestätigt im Interview mit NEWS auch erstmals, dass es im Verlauf der Katastrophe zu menschlichem Versagen gekommen ist. Nachdem der Zugsführer um 9.10 Uhr das Funksignal "Hilfe, wir brennen" abgesetzt hatte, informierte der Maschinist in der Bergstation den Betriebsleiter. Dann waren beide Männer gemeinsam in den Maschinenraum gelaufen. Auf dem Weg zurück hatten sie die Luftschleuse zu durchqueren, die immer geschlossen sein muß, um die gewaltige Sogwirkung im Stollen zu unterbinden. Karasek: " Dabei ist die Schleuse einen Spalt offen geblieben."

Karasek könne sich "vorstellen", dass das Gericht dieses Öffnen der Luftschleuse als "menschliches Versagen" werten könnte.

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