- 29.11.2000, 12:11:52
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Viktor Klima im NEWS-Interview: "Ich sorge mich um Österreich." - Der Ex-Kanzler übt in seinem ersten Interview seit seiner Abreise harte Kritik an Kanzler Schüssel: "Hinterhältigkeit zahlt
sich nicht aus!" Vorausmeldung zu NEWS Nr. 48/30. November 2000
Wien (OTS) - Die morgen erscheinende Ausgabe des
Nachrichtenmagazins NEWS veröffentlicht das erste Interview mit
Ex-Bundeskanzler Viktor Klima seit seiner Abreise aus Österreich.
Klima ist seit 1. Oktober Chef von VW-Argentinien. Im NEWS-Interview
äußert der Ex-Kanzler große Sorge über die Entwicklung in Österreich.
Klima: " Ich habe fast ein schlechtes Gewissen. Mir geht's hier so
gut und vielen in Österreich so schlecht." Die politische Situation
in Österreich sei "vorhersehbar" gewesen. Klima im Rückblick: "Es
wäre leicht gewesen, zu sagen, ich will unbedingt Kanzler bleiben und
mache daher eine Koalition mit der FPÖ. Ich habe das nicht getan,
weil ich vorhergesehen habe, was dann passieren sollte. Ich war nicht
bereit, meine Seele zu verkaufen und auch nicht die Seele der
Partei."
Mit harten Worten bedenkt Klima seinen Nachfolger Wolfgang
Schüssel. Der schwarzblauen Koalition gibt Klima keine große Zukunft.
Klima: "Hinterhältigkeit, Vertrauensbruch und der permanente Bruch
von Vereinbarungen zahlen sich im Leben nicht aus. Was Herr Schüssel
in den letzten Wochen von Herrn Haider schlucken muß, geht schon in
diese Richtung."
Klima hätte nach wie vor Kontakt mit "ÖVP-Leuten, die sich Sorgen
machen". Klima: "Nur mit Schüssel rede ich nicht. Wenn man von einem
Menschen so getäuscht worden ist, meidet man jeden Kontakt." Klima
äußert sich im NEWS-Interview überzeugt davon, dass die
Koalitionsgespräche seitens der ÖVP von Anfang an auf Scheitern
angelegt gewesen wären: "Bei den Gesprächen SPÖ/ÖVP wollte Schüssel
keinen Journalisten haben. Und die Stellungnahmen hinterher waren
immer auf Konflikt angelegt. Bei den Gesprächen ÖVP/FPÖ wurden
Brötchen serviert, und bei den gemeinsamen Fotos wurde in die Kamera
gegrinst. Die strategische Absicht des Herrn Schüssel war nicht zu
übersehen: Er wollte die Koalition nur noch als zerstrittenen Haufen
dastehen lassen."
Rückfragehinweis: Sekretariat NEWS-Chefredaktion
Tel. (01) 213 12 DW 103
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