• 29.11.2000, 11:43:44
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  • OTS0179

Euro-Umstellung: Öffentliche Verwaltung besser als ihr Ruf

Vorbereitung läuft nach Plan - Euro als Turbo für den bargeldlosen Zahlungsverkehr - Wirtschaft fordert "Glättung" der Bürokratie

Wien (PWK1035) - Laut einer neuesten Studie von Ernst & Young zur
Euro-Umstellung, bei der 1.000 Unternehmen in allen 11 Euro-Staaten
befragt wurden, veranschlagen mehr als die Hälfte der Unternehmen
noch mehr als 12 Monate zur Vorbereitung. Ein Drittel rechnet in
weniger als 12 Monaten umgestellt zu haben. "Staatliche Behörden und
Verwaltungen schneiden bei der Studie hingegen weitaus schlechter
ab", berichtete WKÖ-Vizepräsident Rene Alfons Haiden, Dienstag Abend
beim Club Euro zum Thema "Euro-Umstellung in der öffentlichen
Verwaltung" in der Wirtschaftskammer Österreich. "Nicht weniger als
64 Prozent der öffentlichen Verwaltungen erklärten, erst ab 1.1.2002
umzustellen, während in einzelnen Branchen nur 14 Prozent der Firmen
den 1.1.2002 anpeilen."

Der öffentliche Sektor, der bei der Podiumsdiskussion von Vertretern
des Bundes, der Länder, der Städte und Gemeinden Österreichs
repräsentiert wurde, konnte dieses "von Medien und diversen
Erhebungen erzeugte Bild, der Staat weise bei der Euro-Umstellung
deutliche Rückstände auf", so Erhard Moser vom Finanzministerium,
relativieren. Moser wies darauf hin, dass nicht der Zeitpunkt der
Umstellung, - bei der österreichischen Verwaltung der 1.1.2002 -
entscheidend sei, sondern ob die Vorbereitung in Plan verlaufe. "Die
Euro-Umstellung im öffentlichen Sektor in Österreich läuft plangemäß.
Wir stellen das Rechnungswesen, wie auch die meisten anderen
öffentlichen Verwaltungen der Euro-Staaten mit Jahresbeginn 2002 um,
wobei seit 1.1.1999 die heimischen Unternehmen bereits in vielen
Bereichen die Möglichkeit haben, den Euro zu verwenden." Allerdings
wurden bislang nur etwa zwei Prozent der Steuerzahlungen und nur ein
Prozent der Steuererklärungen tatsächlich in Euro eingereicht,
betonte Moser.

Den plangemäßen Umstellungsablauf unterstrichen auch Günther Smutny
von der Verbindungsstelle der Bundesländer und Kurt Nussgruber,
Eurobeauftragter der Stadt Wien. Die Länder orientierten sich an den
Vorgaben des Bundes, die Städte und Gemeinden an den Aktionsplänen
des jeweiligen Landes. "Beim Vergleich zwischen Unternehmen und
öffentlicher Verwaltung muss bedacht werden, dass der öffentliche
Sektor anderen Strukturen unterliegt und bei der Euro-Umstellung
Gesetzesänderungen durchführen muss", erklärte Nussgruber. Doch auch
hier sei der Bund und die Länder in Plan. Die erforderlichen
Gesetzesänderungen werden noch vor dem Sommer 2001 vom Parlament
verabschiedet werden. "Dies ist wichtig, damit die Gemeinden nicht in
zeitlichen Beratungs- und Beschlusszwang geraten", wies Smutny hin.
"Auch die EDV-Vorbereitungen sind in den Ländern intensiv angelaufen,
es finden bereits Probevorgänge statt bzw. sind terminisiert." Ebenso
werden Umtausch-Szenarien entworfen und gerade mit der OeNB
abgeklärt, wie der große Bedarf der öffentlichen Kassen abgedeckt
werden wird.

Bei der "Euro-Fitness" der öffentlichen Verwaltung ziehen auch die
Gemeinden mit. Gustav Hafner vom Österreichischen Gemeindebund
berichtete, dass der im EWAG vorgesehenen Doppelauszeichnung
pünktlich entsprochen wurde. "Darüber hinaus wird in vielen
Erledigungen, die erst ab 1.10.2001 der doppelten Währungsangabe
unterliegen, schon heute der Betrag von den Gemeinden in Schilling
und Euro angeführt."

Alle Vertreter der öffentlichen Verwaltung versicherten bei Rundungen
und Glättungen: "kein Körberlgeld für die öffentliche Hand". Der Euro
diene außerdem als Turbo für den bargeldlosen Zahlungsverkehr im
öffentlichen Bereich, der künftig forciert werde. Die
Unternehmerseite, bei der Diskussion durch Gert Gerersdorfer vom Cafe
Dommayer und dem Sportartikelhändler Ernst Aichinger vertreten, gab
jedoch ihrer Befürchtung Ausdruck, dass die Euro-Umstellung die
Bürokratie verschärfen könnte. Gefordert sei deshalb nicht nur eine
sinnvolle Glättung bei Abgaben und Beträgen, sondern auch eine
"Glättung" bürokratischer Abläufe. (Ne)

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich

Euro-Referat
Mag. Matthias Koch
Tel.: (01) 50105-4417
e-mail: [email protected]

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