- 29.11.2000, 10:05:45
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Brennwerttechnik: Die Ölheizung wird noch effizienter
Absam (OTS) - Am Mittwoch, dem 29. November, eröffnete
IWO-Österreich in Zusammenarbeit mit dem Tiroler Landesgremium des
Brennstoff- und Mineralölhandels und dem Heizkesselhersteller Hoval
GmbH in Absam die bislang vierte Musterheizanlage in Tirol, insgesamt
die 20. in Österreich.
Die Musteranlage Absam verdient insofern besondere Beachtung als
sie die erste Referenzanlage von IWO-Österreich ist, die auf der
Ölbrennwerttechnik basiert.
1998 wurde im neu errichteten Wohnhaus der Fam. Freund ein
Ölbrennwertkessel "Hoval Multijet" (Nennleistung 18 kW) mit
Blaubrenner und witterungsgeführter Regelung installiert, der für die
Beheizung der rund 250 m2 Wohnnutzfläche sorgt. Als Heizenergieträger
wird Heizöl Extra Leicht eingesetzt. Zusätzlich wird in Kombination
mit der modernen Ölheizung eine Solaranlage mit 24 m2 Kollektorfläche
betrieben.
Gegenüber einer modernen Niedertemperaturtechnik (NT) werden mit
der Brennwerttechnik bei nur unwesentlich höheren Investitionskosten
rund 9 Prozent Energie eingespart. Das Besondere der
Ölbrennwerttechnik liegt in der Wärmeaufbereitung: Durch die sehr
niedrige Abgastemperatur von unter 60° C (herkömmliche NT-Technik:
ca. 160° C) liegt der Abgasverlust bei nur mehr rund einem Prozent
(gegenüber 6 Prozent beim NT-Kessel). Zusätzlich werden etwa vier
Prozent Energie durch Kondensation der Rauchgase im Kessel gewonnen.
Auch die Umwelt profitiert von der Ölbrennwerttechnik: Gegenüber
einem herkömmlichen NT-Kessel verringert sich der CO2-Ausstoß um rund
700 kg pro Jahr.
Definition des Unmöglichen
Die Angabe von Wirkungsgraden über100 %, wie dies bei der
Brennwerttechnik üblich ist, sorgt verständlicher Weise für
Verwirrung.
Natürlich ist es nicht möglich, mehr Energie aus einem System zu
gewinnen als eingebracht wird. Die Lösung des paradoxen Zahlenspieles
ist eine Definitionsfrage: Wird bei der herkömmlichen
Verbrennungstechnik davon ausgegangen, dass bei der Verbrennung
Kohlendioxid und Wasserdampf entstehen, so ist die Brennwerttechnik
bestrebt, auch noch jene Energie zu gewinnen, welche das bei der
Verbrennung entstandene Wasser im dampf-förmigen Zustand hält. Man
spricht dabei von der sogenannten "latenten Verdampfungswärme" des
Wassers.
Dementsprechend ist auch bei der Angabe des Energiegehaltes eines
Brennstoffes zwischen dem Heizwert ohne Einbeziehung der latenten
Wärme (technische Begriffe: Heizwert, unterer Heizwert, Hu, Hi) und
jenem mit Einbeziehung der latenten Wärme (Brennwert, oberer
Heizwert, Ho, Hs) zu unterscheiden.
In der Vergangenheit, als von Brennwerttechnik noch keine Rede
war, einigte man sich darauf, den Wirkungsgrad generell durch den
"unteren Heizwert" zu definieren. Um die Vergleichbarkeit mit
konventionellen Systemen aufrecht erhalten zu können, ist man bei der
Brennwerttechnik übereingekommen, den unteren Heizwert als
Bezugsgröße zu belassen. So kommt es zu der scheinbar paradoxen
Angabe eines Wirkungsgrades von über 100 Prozent.
Mittlerweile gibt es Bestrebungen, auf EU-Ebene den "oberen
Heizwert" als Bezugsgröße einzuführen, womit allerdings die
Gaswirtschaft wenig Freude hätte. Denn dann hätten sowohl Gas- wie
auch Ölbrennwertgeräte einen gleichen - korrekt definierten -
Wirkungsgrad von unter hundert Prozent. Wird dagegen der "untere
Heizwert" als Berechnungsbasis herangezogen, ergeben sich
Berechnungsdifferenzen, die für Gasbrennwertgeräte rund fünf Prozent
höhere Wirkungsgrade als für Ölbrennwertgeräte ausweisen.
Grafiken zur Musteranlage Absam finden Sie unter
www.iwo-austria.at
Rückfragehinweis: IWO-Österreich
1030 Wien, Reisnerstraße 3
e-mail: [email protected]
RHIZOM PR
Otto Havelka
2433 Margarethen am Moos, Schlossparksiedlung 37
Tel.: 02230/27 91
e-mail: [email protected]
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