"Neue Zeit Kommentar": "Ohne Antwort" von Peter Kolb

Ausgabe vom 25.11. 2000

Graz (OTS) - Der einzige Vorwurf, dem man dem früheren Infrastrukturminister Michael Schmid in der Diskussion um den Bezug seiner Ministerpension machen kann, ist folgender: Er hat wahrscheinlich nicht mit allerletzter Konsequenz darauf gedrängt, für seinen speziellen Fall Klarheit zu schaffen.

Versucht hat er es mehrmals: Er hat den damaligen FP-Chef Jörg Haider auf seine Unterhaltszahlungsverpflichtungen detailliert schriftlich hingewiesen, bevor er das Ministeramt Anfang Februar annahm. Eine Antwort hat Schmid nicht erhalten, also ging er wohl von stillschweigendem Einverständnis aus - noch dazu, weil er ausdrücklich seinen Austritt aus der Partei angeboten hatte, falls Haider die Optik schief finden würde.

Schmid war nie besonders zimperlich, nun wurde ihm selbst übel mitgespielt, auch wenn er die Türe für Parteichefin Susanne Riess-Passerzu einem "Mißverständnis" offenlässt. An einen Parteiaustritt zum jetzigen Zeitpunkt will Schmid nicht denken. Das ehrt ihn seiner Gesinnungsgemeinschaft gegenüber, aber selbst der Ex-Landesrat dürfte ins Grübeln gekommen sein. Über jene Tatsache nämlich, dass in der Freiheitlichen Partei oft schon ein bloßer Verdacht genügt, um jemand ohne Zögern an den Pranger zu stellen. Während Jörg Haider für seinen Justizminister Dieter Böhmdorfer "über jeden Verdacht" erhaben ist, hat sich keine Stimme zu Schmids Gunsten geregt. Nicht einmal jene des Altparteiobmannes, der es schon einmal versäumt hat - damals auf die Schmid'sche Anfrage - Klartext zu sprechen.

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