- 25.11.2000, 08:37:37
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- OTS0023
"Neue Zeit Kommentar": "Ohne Antwort" von Peter Kolb
Ausgabe vom 25.11. 2000
Graz (OTS) - Der einzige Vorwurf, dem man dem früheren
Infrastrukturminister Michael Schmid in der Diskussion um den Bezug
seiner Ministerpension machen kann, ist folgender: Er hat
wahrscheinlich nicht mit allerletzter Konsequenz darauf gedrängt, für
seinen speziellen Fall Klarheit zu schaffen.
Versucht hat er es mehrmals: Er hat den damaligen FP-Chef Jörg
Haider auf seine Unterhaltszahlungsverpflichtungen detailliert
schriftlich hingewiesen, bevor er das Ministeramt Anfang Februar
annahm. Eine Antwort hat Schmid nicht erhalten, also ging er wohl von
stillschweigendem Einverständnis aus - noch dazu, weil er
ausdrücklich seinen Austritt aus der Partei angeboten hatte, falls
Haider die Optik schief finden würde.
Schmid war nie besonders zimperlich, nun wurde ihm selbst übel
mitgespielt, auch wenn er die Türe für Parteichefin Susanne
Riess-Passerzu einem "Mißverständnis" offenlässt. An einen
Parteiaustritt zum jetzigen Zeitpunkt will Schmid nicht denken. Das
ehrt ihn seiner Gesinnungsgemeinschaft gegenüber, aber selbst der
Ex-Landesrat dürfte ins Grübeln gekommen sein. Über jene Tatsache
nämlich, dass in der Freiheitlichen Partei oft schon ein bloßer
Verdacht genügt, um jemand ohne Zögern an den Pranger zu stellen.
Während Jörg Haider für seinen Justizminister Dieter Böhmdorfer "über
jeden Verdacht" erhaben ist, hat sich keine Stimme zu Schmids Gunsten
geregt. Nicht einmal jene des Altparteiobmannes, der es schon einmal
versäumt hat - damals auf die Schmid'sche Anfrage - Klartext zu
sprechen.
Rückfragehinweis: Neue Zeit
Tel.: 0316/2808-306
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