• 25.11.2000, 08:00:07
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"profil": Krenn: "Die Ökumeniker irren"

St. Pöltner Bischof stellt sich hinter Erzbischof Eder - kritisiert die evangelische Kirche und ÖVP

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe
des Nachrichtenmagazins "profil" übt der St. Pöltner Bischof Kurt
Krenn heftige Kritik an der evangelischen Kirche. Diese hatte zuvor
den Salzburger Erzbischof Eder wegen seiner Ablehnung einer
ökumenischen Messe für die Opfer von Kaprun kritisiert. Krenn, der
"wahrscheinlich" wie Eder gehandelt hätte, in "profil" über die
evangelische Kritik: "Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis. Das
Wort Ökumene wird wie so viele andere Worte heute missbräuchlich
verwendet ... Man muss eben sagen, dass es große Unterschiede
(zwischen den Kirchen) gibt. Und die soll man nicht übertünchen."
Und Krenn weiter: "Es gibt eine Tendenz zur Gleichmache zwischen
christlichen Kirchen. Auch in der katholischen Kirche gibt es
irrende Ökumeniker, und gar nicht wenige. Diese Leute irren. Sie
vergessen, dass wir nicht Ökumeniker, sondern Gläubige sind."

Krenn empfiehlt - wie schon zuvor Eder - eine Pause für die Ökumene
in Österreich. Krenn: "Eine Nachdenkpause wäre vielleicht wirklich
nicht schlecht. Und ich möchte meinen evangelischen Freunden auch
raten, dass sie sich ein bisschen zurücknehmen."

Keinerlei Sympathie zeigt Krenn auch für Äußerungen des katholischen
Wiener Weihbischofs Helmut Krätzl, der in der Tageszeitung "Die
Presse" Verständnis für die evangelischen Kirchen und für Kritik am
vatikanischen Dokument "Dominus Jesus" geäußert hatte. Krenn zu
Krätzls Wortmeldung: "Ich möchte meinen Mitbruder nicht kritisieren,
muss aber sagen, er hätte besser geschwiegen."

Schließlich hat Krenn auch kein Verständnis für die Kritik der ÖVP-
Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat an Eders Verhalten. Krenn in
"profil" über Rauch-Kallat: "Das war eine unzulässige Einmischung
der Politik, auch wenn es von dieser Seite kommt. Das war ein
absoluter Missgriff der Generalsekretärin, das war nicht gut für die
Kirche und nicht gut für die ÖVP. Die Dame soll besser den vielen
Fragen, die sie zu lösen hat, nachgehen. Sie hat bei ihrer Kritik
auch sicher nicht die Rückendeckung ihres Parteichefs." Und Krenn
weiter: "Aber ich habe schon früher mit Frau Rauch-Kallat
gestritten, das ist offenbar in ihrer Persönlichkeitsstruktur
begründet."

Rückfragehinweis: "profil"-Redaktion

Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502s?

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