"profil": Krenn: "Die Ökumeniker irren"

St. Pöltner Bischof stellt sich hinter Erzbischof Eder - kritisiert die evangelische Kirche und ÖVP

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" übt der St. Pöltner Bischof Kurt Krenn heftige Kritik an der evangelischen Kirche. Diese hatte zuvor den Salzburger Erzbischof Eder wegen seiner Ablehnung einer ökumenischen Messe für die Opfer von Kaprun kritisiert. Krenn, der "wahrscheinlich" wie Eder gehandelt hätte, in "profil" über die evangelische Kritik: "Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis. Das Wort Ökumene wird wie so viele andere Worte heute missbräuchlich verwendet ... Man muss eben sagen, dass es große Unterschiede (zwischen den Kirchen) gibt. Und die soll man nicht übertünchen." Und Krenn weiter: "Es gibt eine Tendenz zur Gleichmache zwischen christlichen Kirchen. Auch in der katholischen Kirche gibt es irrende Ökumeniker, und gar nicht wenige. Diese Leute irren. Sie vergessen, dass wir nicht Ökumeniker, sondern Gläubige sind."

Krenn empfiehlt - wie schon zuvor Eder - eine Pause für die Ökumene in Österreich. Krenn: "Eine Nachdenkpause wäre vielleicht wirklich nicht schlecht. Und ich möchte meinen evangelischen Freunden auch raten, dass sie sich ein bisschen zurücknehmen."

Keinerlei Sympathie zeigt Krenn auch für Äußerungen des katholischen Wiener Weihbischofs Helmut Krätzl, der in der Tageszeitung "Die Presse" Verständnis für die evangelischen Kirchen und für Kritik am vatikanischen Dokument "Dominus Jesus" geäußert hatte. Krenn zu Krätzls Wortmeldung: "Ich möchte meinen Mitbruder nicht kritisieren, muss aber sagen, er hätte besser geschwiegen."

Schließlich hat Krenn auch kein Verständnis für die Kritik der ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat an Eders Verhalten. Krenn in "profil" über Rauch-Kallat: "Das war eine unzulässige Einmischung der Politik, auch wenn es von dieser Seite kommt. Das war ein absoluter Missgriff der Generalsekretärin, das war nicht gut für die Kirche und nicht gut für die ÖVP. Die Dame soll besser den vielen Fragen, die sie zu lösen hat, nachgehen. Sie hat bei ihrer Kritik auch sicher nicht die Rückendeckung ihres Parteichefs." Und Krenn weiter: "Aber ich habe schon früher mit Frau Rauch-Kallat gestritten, das ist offenbar in ihrer Persönlichkeitsstruktur begründet."

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