- 21.11.2000, 12:11:06
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VSStÖ fordert Abschaffung der Habilitation
VSStÖ präsentiert bildungspolitisches Programm
Wien (SK) "Im Gegensatz zur Regierung hat sich der VSStÖ Gedanken
über ein gerechtes Bildungssystem gemacht", betonte die
hochschulpolitische Sprecherin des VSStÖ, Andrea Mautz, im Rahmen
einer Pressekonferenz am Dienstag, in der sie das Ergebnis dieses -
schon eineinhalb Jahre lang währenden - Diskussionsprozesses
vorstellte: ein neues bildungspolitisches Programm. Für besondere
Kontroversen sorgte die Forderung des VSStÖ nach einer Abschaffung
der europaweit unüblichen Habilitation. "Es kann nicht sein, dass es
47 Prozent Hochschulabgängerinnen gibt, aber nur 4,4 Prozent
Professorinnen", begründete Mautz diese Forderung und setzte noch
nach: "Die gläserne Decke bis zur Habilitation hat noch immer keine
Sprünge." Als weitere Schwerpunkte dieses neuen Programms hob Mautz
die "Vollrechtsfähigkeit", die "studentische Mitbestimmung an den
Universitäten" und das Problem "Frauen in der Wissenschaft und
Forschung" hervor. ****
"45 Prozent der Studenten kommen aus einer Familie mit einem
Familieneinkommen unter 30.000 Schilling und noch ganze 20 Prozent
müssen mit einem Familieneinkommen unter 20.000 Schilling das
Auskommen haben", so Mautz zur Mär der reichen Vollzeitstudenten.
Hingegen anders lautenden Aussagen, werden die ärmeren, werktätigen
Studenten überhaupt nicht abgefedert, kritisierte Mautz den
"bildungsfeindlichen Kurs" der Regierung. Bezeichnend dafür seien die
Verschärfungen bei der Arbeitslosenversicherung, die natürlich auch
die - werktätigen - Studenten treffen. Von wegen "Ausweitung des
Stipendiensystems" stellte Mautz klar: "Keine einzige Studentin mehr
wird ein Stipendium bekommen."
"Durch die Vollrechtsfähigkeit stiehlt sich der Staat klammheimlich
aus seiner bildungspolitischen Verantwortung", bekannte sich Mautz zu
einer staatlichen Verantwortung für die Universitäten und übte
heftige Kritik an der damit einherschreitenden Entdemokratisierung.
Apropos Demokratisierung konnte Mautz eine generelle Tendenz zur
Stärkung monokratischer Organe an den Unis feststellen. Eine Tendenz,
der der VSStÖ mit der Forderung nach einer Stärkung der ÖH
entgegenhält.(Schluss)lm
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
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