VSStÖ fordert Abschaffung der Habilitation

VSStÖ präsentiert bildungspolitisches Programm

Wien (SK) "Im Gegensatz zur Regierung hat sich der VSStÖ Gedanken über ein gerechtes Bildungssystem gemacht", betonte die hochschulpolitische Sprecherin des VSStÖ, Andrea Mautz, im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag, in der sie das Ergebnis dieses -schon eineinhalb Jahre lang währenden - Diskussionsprozesses vorstellte: ein neues bildungspolitisches Programm. Für besondere Kontroversen sorgte die Forderung des VSStÖ nach einer Abschaffung der europaweit unüblichen Habilitation. "Es kann nicht sein, dass es 47 Prozent Hochschulabgängerinnen gibt, aber nur 4,4 Prozent Professorinnen", begründete Mautz diese Forderung und setzte noch nach: "Die gläserne Decke bis zur Habilitation hat noch immer keine Sprünge." Als weitere Schwerpunkte dieses neuen Programms hob Mautz die "Vollrechtsfähigkeit", die "studentische Mitbestimmung an den Universitäten" und das Problem "Frauen in der Wissenschaft und Forschung" hervor. ****

"45 Prozent der Studenten kommen aus einer Familie mit einem Familieneinkommen unter 30.000 Schilling und noch ganze 20 Prozent müssen mit einem Familieneinkommen unter 20.000 Schilling das Auskommen haben", so Mautz zur Mär der reichen Vollzeitstudenten. Hingegen anders lautenden Aussagen, werden die ärmeren, werktätigen Studenten überhaupt nicht abgefedert, kritisierte Mautz den "bildungsfeindlichen Kurs" der Regierung. Bezeichnend dafür seien die Verschärfungen bei der Arbeitslosenversicherung, die natürlich auch die - werktätigen - Studenten treffen. Von wegen "Ausweitung des Stipendiensystems" stellte Mautz klar: "Keine einzige Studentin mehr wird ein Stipendium bekommen."

"Durch die Vollrechtsfähigkeit stiehlt sich der Staat klammheimlich aus seiner bildungspolitischen Verantwortung", bekannte sich Mautz zu einer staatlichen Verantwortung für die Universitäten und übte heftige Kritik an der damit einherschreitenden Entdemokratisierung. Apropos Demokratisierung konnte Mautz eine generelle Tendenz zur Stärkung monokratischer Organe an den Unis feststellen. Eine Tendenz, der der VSStÖ mit der Forderung nach einer Stärkung der ÖH entgegenhält.(Schluss)lm

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