• 17.11.2000, 08:57:42
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  • OTS0031

NEUE WISSENSCHAFTLICHE UNTERSUCHUNG VERURTEILT INDUSTRIELLE MASTHÜHNERHALTUNG

EU-Agrarminister wollen über Reformen bei der Broiler- Intensivtierhaltung beraten

Laaben (OTS) - Während sich die EU-Landwirtschaftsminister darauf
vorbereiten, zwischen 20. und 21. November in Brüssel u.a. über
Gesundheit und Wohlbefinden von intensiv gehaltenen Masthühnern
("broiler") zu diskutieren, deckt ein neuer Bericht, der gestern von
der "European Coalition for Farm Animals" (ECFA), veröffentlicht
wurde, auf, daß die Broiler-Industrie für schmerzhafte
Beinverkrümmungen, Herzkrank-heiten und tierquälerischem Überbesatz
von Millionen von Masthühnern jährlich verantwortlich zeichnet. Der
VgT vertritt die Repräsentanz der ECFA in Österreich.

Die Zahlen der Hühnermast-Industrie sind gigantisch: Jedes Jahr
werden in Österreich ca. 50 Millionen Hühner gemästet und umgebracht.
EU-weit übersteigt diese Zahl sogar die 4-Milliarden-Grenze! Fast
sämtliche dieser Kreaturen, die nur den einzigen "Lebenszweck"
erfüllen müssen, in möglichst kurzer Zeit (knapp 6 Wochen) möglichst
viel Gewicht auf die Waage zu bringen, vegetieren in riesigen
fensterlosen Hallen dahin, in denen zwischen 20 und 40.000 Vögel
zusammengepfercht sind.

"Die ECFA drängt die Agrarminister Europas, bei ihrer
Novembersitzung endlich europaweit strenge Gesetze zu beschließen, um
das Leiden der Masthühner zu beenden. Es gibt nämlich bis dato
praktisch keine spezifischen Gesetze zum Schutz von Masthühnern gibt,
obwohl sie die quantitativ größte Gruppe unter den Nutztieren
stellen", sagt Peter Stevenson, Kampagnenleiter der ECFA.

Der neue wissenschaftliche Bericht, erstellt von Dr. Jacky Turner,
deckt 3 Hauptbereiche des Leidens von Broilern auf:

- Schmerzhafte Beinverkrümmungen: Durch Überzüchtung in Richtung
schnellstes Wachstum von gerade 41 Tagen bis zur Schlachtung -
doppelt so schnell wie vor 35 Jahren - können die Beine mit dem
schnellen Körperwachstum nicht Schritt halten und krümmen sich häufig
unter der Belastung des überschweren Körpers. Infolgedessen leiden
jedes Jahr Millionen von Masthühnern unter schmerzhaften
Beindegenerationen. In den schwersten Fällen können sie sich nur noch
durch Kriechen auf den Gelenken fortbewegen, die sich in der Folge
schwer entzünden und somit meist zum Tod führen.

- Herzinsuffizienz: Herz und Lungen können mit dem schnellen
Körperwachstum der überzüchteten Vögel nicht Schritt halten. Dies
führt zu Millionen von "Ausfällen" jedes Jahr durch Herztod - viele
Vögel erreichen so nicht einmal ihr Schlachtalter von knapp 6 Wochen.

- Überbesatz: Die Masthühner werden häufig mit bis zu 38 kg/m2
oder mehr in die Tierfabriken hineingepfercht - das sind bis zu 20
Hühner pro Quadratmeter. Der Bericht deckt auf, daß eine derartige
Massierung auf engstem Raum zu eine Anhäufung der Infektionserreger
führt sowie zu Problemen wie Brustblasen, Hautentzündungen und
Beinschwächen.

Der wissenschaftliche Bericht kann (auf englisch) unter
www.ciwf.co.uk abgerufen werden.

Rückfragehinweis: Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, VgT,
Tel.: 02774/8813
Verein gegen Tierfabriken
E-Mail: vgt@vgt.at Web: www.vgt.at

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