• 15.11.2000, 08:49:49
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  • OTS0044

Drogenpolitik: Quasiexperten schaden der Sache

LR Bischof: Dauernde Zwischenrufe sind entbehrlich

Bregenz (VLK) - Die Vorarlberger Drogenpolitik wird auch
von internationalen Fachleuten immer wieder als sehr gut und
wirkungsvoll bezeichnet. Leider gibt es aber auch in der
Vorarlberger "Szene" manche Quasiexperten, deren Aussagen oft
recht entbehrlich sind. Gesundheits-Landesrat Hans-Peter
Bischof dazu: "Jugendlichen immer wieder einreden zu wollen,
dass Cannabiskonsum nicht so schädlich, dafür aber schick
sei, grenzt an Rattenfängerei und muss als Drogenpopulismus
scharf verurteilt werden." ****

Es gibt keinen Zweifel darüber, so Landesrat Bischof, dass
die Drogenabhängigkeit zu den großen Problemen unserer
Gegenwart zählt, ein Blick in die Geschichte aber aufzeigt,
dass alle hoch entwickelten Gesellschaften mit dieser
Situation konfrontiert waren. Verantwortliche und Experten
sind ständig gefordert, ein Ausufern dieser gesundheitlichen
Bedrohung zu vermeiden.

Es wäre aber ein Trugschluss zu glauben, dass es eine
Drogenpolitik gibt, die das Suchtverhalten unserer
Gesellschaft in den Griff bekommt. Sowohl eine Politik, die
über reine Verbots- und Strafmaßnahmen zum Ziel kommen will,
wie auch eine Politik der Verharmlosung der Drogengefahr
werden scheitern. Auch dafür liefert die jüngere Geschichte
Beweise. "Erfolgreich kann nur eine ausgewogene und
geradlinige Drogenpolitik sein, wie sie in Vorarlberg
betrieben wird", ist Landesrat Bischof überzeugt. Das Motto
muss lauten: Helfen statt Strafen bei Süchtigen, volle Härte
gegen Dealer.

Die Drogenpolitik in den europäischen Ländern zeigt einen
breiten Konsens in den Grundsätzen. Alle Länder, auch die
Schweiz, betonen die Überzeugung, dass wirksame Drogenpolitik
nur durch einen ausgewogenen Einsatz von
gesundheitspolitischen Maßnahmen, insbesondere der
Prävention, zur Reduktion der Drogennachfrage einerseits und
strafrechtlichen Maßnahmen zur Reduktion des Drogenangebotes
andererseits betrieben werden kann.

Selbst wenn es manche gerne anders hätten und es unseren
Jugendlichen immer wieder einzureden versuchen: Auch in
Zukunft wird in der Schweiz der Erwerb von Cannabisprodukten
für Jugendliche (empfohlenes Alterslimit 18 Jahre) nicht
legal sein. Bei der Drogenproblematik geht es immer um
menschliche Schicksale. Drogenpopulistische Effekthascherei
bei Jugendlichen hat dabei nichts zu suchen, betont
Gesundheits-Landesrat Hans-Peter Bischof. Zwischenrufer
sollten sich das zu Herzen nehmen
(hh/ug,nvl)

Rückfragehinweis: Landespressestelle Vorarlberg

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