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Klagenfurt (OTS) - "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Arme und reiche Parteien=

Utl.: Ausgabe vom 15. Nov. 2000=

Wer die Macht besitzt, hat das Geld. Wer kein Geld
hat, macht Schulden. Auf diesen einfachen Nenner lässt sich die Parteienfinanzierung in Österreich bringen. Gemeint ist nicht die staatliche Förderung, sondern die Marie der so genannten privaten Sponsoren, der Großindustriellen, die der einen oder anderen Partei heimlich etwas zustecken, offiziell aber jede Verbindung leugnen. Bei den Sozialdemokraten ist es klar. Die SPÖ hat weder Einfluss noch nennenswerte Gönner. Sie ist auf die offizielle Finanzierung und auf die Mitgliedsbeiträge angewiesen. Weil jedoch viele Mitglieder schwinden und viele nicht zahlen, andererseits aber ein riesiger Organisationsapparat aufrecht erhalten werden muss, kämpfen die Roten mit roten Zahlen. Besser geht es den Schwarzen, die nach Jahren des Tiefs wieder am Ruder sitzen und auch Sponsoren finden. Die ÖVP stellt das Staatsoberhaupt, den Bundeskanzler und mit Ausnahme von Kärnten, Wien und dem Burgenland in allen Bundesländern den Landeshauptmann. Von einer Aufteilung Österreichs in eine schwarze und rote Reichshälfte kann keine Rede sein.
Am reichsten ist die FPÖ, die laut "Standard" über mindestens 530 Millionen Schilling Einnahmen verfügt. Die indirekte Finanzhilfe wird auf 100 Millionen geschätzt. Angeblich spielen etliche Milliardäre stille Gönner. Wenn es stimmt, was Medien behaupten, hat der verstorbene Herbert Turnauer 1996 irgendwem im blauen Lager ein Kuvert mit fünf Millionen überreichen lassen. Stimmt es oder nicht? Wer von einer gläsernen Partei spricht, sollte auch gläserne Kassen haben.

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