- 14.11.2000, 19:09:10
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Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik
"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Arme und reiche Parteien=
Utl.: Ausgabe vom 15. Nov. 2000=
Klagenfurt (OTS) - Wer die Macht besitzt, hat das Geld. Wer kein Geld
hat, macht Schulden. Auf diesen einfachen Nenner lässt sich die
Parteienfinanzierung in Österreich bringen. Gemeint ist nicht die
staatliche Förderung, sondern die Marie der so genannten privaten
Sponsoren, der Großindustriellen, die der einen oder anderen Partei
heimlich etwas zustecken, offiziell aber jede Verbindung leugnen.
Bei den Sozialdemokraten ist es klar. Die SPÖ hat weder Einfluss noch
nennenswerte Gönner. Sie ist auf die offizielle Finanzierung und auf
die Mitgliedsbeiträge angewiesen. Weil jedoch viele Mitglieder
schwinden und viele nicht zahlen, andererseits aber ein riesiger
Organisationsapparat aufrecht erhalten werden muss, kämpfen die Roten
mit roten Zahlen. Besser geht es den Schwarzen, die nach Jahren des
Tiefs wieder am Ruder sitzen und auch Sponsoren finden. Die ÖVP
stellt das Staatsoberhaupt, den Bundeskanzler und mit Ausnahme von
Kärnten, Wien und dem Burgenland in allen Bundesländern den
Landeshauptmann. Von einer Aufteilung Österreichs in eine schwarze
und rote Reichshälfte kann keine Rede sein.
Am reichsten ist die FPÖ, die laut "Standard" über mindestens 530
Millionen Schilling Einnahmen verfügt. Die indirekte Finanzhilfe wird
auf 100 Millionen geschätzt. Angeblich spielen etliche Milliardäre
stille Gönner. Wenn es stimmt, was Medien behaupten, hat der
verstorbene Herbert Turnauer 1996 irgendwem im blauen Lager ein
Kuvert mit fünf Millionen überreichen lassen. Stimmt es oder nicht?
Wer von einer gläsernen Partei spricht, sollte auch gläserne Kassen
haben.
Rückfragehinweis: Kärntner Tageszeitung
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