Die überparteiliche "Plattform Schienenverkehr" informiert: Oberste Eisenbahnbehörde vernachlässigt Tunnelsicherheit

Akuter Handlungsbedarf für neue Ministerin!

Wien (OTS) - Überparteiliche Büergerinitiativen in Wiens Südwesten nehmen das Flammeninferno im Kitzsteinhorn-Tunnel zum Anlaß, auf den akuten Handlungsbedarf der designierten Verkehrsministerin betreffend die seitens der obersten Eisenbahnbehörde vernachlässigte Sicherheit bei langen Tunnelprojekten hinzuweisen. Denn obwohl bereits Brandkatastrophen im Tauern und Mt. Blanc die Aussichtlosigkeit jeglicher Flucht- und Rettungsversuche in einröhrigen Tunnelbauwerken bewiesen haben und obwohl Sicherheitsgutachten international anerkannter Tunnelexperten vor einröhrig-zweigleisigen Projekten eindringlich warnen, genehmigte die Sektion II/C des Verkehrsministeriums den Lainzer Tunnel - bis heute ohne Sicherheitskonzept! - dennoch zum Bau. Als Wiener Hälfte eines knapp 30 km-Projektes wäre der Lainzer Tunnel nach Ansicht vieler eine tickende Zeitbombe. Geplant

  • mitten durch städtische Wohngebiete in geringer Tieflage
  • einröhrig mit zwei Gleisen und 30 (!) Weichen mit unterirdischer Weichenhalle
  • für Begegnungs- und Mischverkehr (Personen und Güter) bei 160 km/h
  • ohne Lüftungssystem (nicht nachrüstbar)
  • ohne Rettungsstollen, dafür alle 600 Meter mit bis zu 80 Meter tiefen Schächten zur Selbstrettung.

Für die eisenbahnrechtliche Baugenehmigung des Lainzer Tunnels verantwortlich sind die laut Amtskalender für Sicherheit zuständigen Ministerialräte Georg Parrer und Karl Kienzer sowie Sektionschef Karl-Johann Hartig. Jene Personen also, in deren Kompetenzbereich auch die Todesröhre im Kitzsteinhorn fällt ...

Franz Schodl, Bürgersprecher gegen den Lainzer Tunnel, erinnert an den Rechnungshof, der schon 1997 die oberste Eisenbahnbehörede ob ihrer mangelhaften Pflichterfüllung gerügt hat. "Was haben diese Beamten zur Umsetzung der im Juli 1999 erstellten Sicherheitsrichtlinien des österr. Feuerwehrverbandes - etwa durch Nachrüstung sicherheitstechnischer Einrichtungen am Tunnel im Kitzsteinhorn - unternommen? Gab es eine Korrespondenz mit dem Kapruner Betriebsmanagement? Und können die zuständigen Beamten angesichts diverser Tunnelbrände mit hunderten Toten einerseits und des ohne Sicherheitskonzept bewilligten Lainzer Tunnels andererseits überhaupt noch ruhig schlafen?"

Die neue Verkehrsministerin stehe vor der Entscheidung, sich von leitenden Beamten der Sektion II/C bei gleichzeitigem totalen Projektstop zum Lainzer Tunnel unverzüglich zu trennen oder - so wie schon ihre Amtsvorgänger - hinter's Licht geführt und zum Spielball ihrer Beamtenschaft und einflußreicher Bauindustrieller zu werden. Ein diesbezüglicher Handlungsbedarf sei für Frau Dr. Forstinger allein schon deshalb akut, da die Zulaufstrecken zum Lainzer Tunnel gerade adaptiert würden und es verantwortungslos wäre, in diese "Todesfalle" Steuermilliarden zu investieren. In mehrfacher Hinsicht sinnvollere Alternativen seien vorhanden. Sie sollten mit dem nötigen Feinschliff versehen und zügig umgesetzt werden.

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