- 13.11.2000, 12:46:15
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Die überparteiliche "Plattform Schienenverkehr" informiert: Oberste Eisenbahnbehörde vernachlässigt Tunnelsicherheit
Akuter Handlungsbedarf für neue Ministerin!
Wien (OTS) - Überparteiliche Büergerinitiativen in Wiens Südwesten
nehmen das Flammeninferno im Kitzsteinhorn-Tunnel zum Anlaß, auf den
akuten Handlungsbedarf der designierten Verkehrsministerin betreffend
die seitens der obersten Eisenbahnbehörde vernachlässigte Sicherheit
bei langen Tunnelprojekten hinzuweisen. Denn obwohl bereits
Brandkatastrophen im Tauern und Mt. Blanc die Aussichtlosigkeit
jeglicher Flucht- und Rettungsversuche in einröhrigen Tunnelbauwerken
bewiesen haben und obwohl Sicherheitsgutachten international
anerkannter Tunnelexperten vor einröhrig-zweigleisigen Projekten
eindringlich warnen, genehmigte die Sektion II/C des
Verkehrsministeriums den Lainzer Tunnel - bis heute ohne
Sicherheitskonzept! - dennoch zum Bau. Als Wiener Hälfte eines knapp
30 km-Projektes wäre der Lainzer Tunnel nach Ansicht vieler eine
tickende Zeitbombe. Geplant
- mitten durch städtische Wohngebiete in geringer Tieflage
- einröhrig mit zwei Gleisen und 30 (!) Weichen mit unterirdischer
Weichenhalle
- für Begegnungs- und Mischverkehr (Personen und Güter) bei 160 km/h
- ohne Lüftungssystem (nicht nachrüstbar)
- ohne Rettungsstollen, dafür alle 600 Meter mit bis zu 80 Meter
tiefen Schächten zur Selbstrettung.
Für die eisenbahnrechtliche Baugenehmigung des Lainzer Tunnels
verantwortlich sind die laut Amtskalender für Sicherheit zuständigen
Ministerialräte Georg Parrer und Karl Kienzer sowie Sektionschef
Karl-Johann Hartig. Jene Personen also, in deren Kompetenzbereich
auch die Todesröhre im Kitzsteinhorn fällt ...
Franz Schodl, Bürgersprecher gegen den Lainzer Tunnel, erinnert an
den Rechnungshof, der schon 1997 die oberste Eisenbahnbehörede ob
ihrer mangelhaften Pflichterfüllung gerügt hat. "Was haben diese
Beamten zur Umsetzung der im Juli 1999 erstellten
Sicherheitsrichtlinien des österr. Feuerwehrverbandes - etwa durch
Nachrüstung sicherheitstechnischer Einrichtungen am Tunnel im
Kitzsteinhorn - unternommen? Gab es eine Korrespondenz mit dem
Kapruner Betriebsmanagement? Und können die zuständigen Beamten
angesichts diverser Tunnelbrände mit hunderten Toten einerseits und
des ohne Sicherheitskonzept bewilligten Lainzer Tunnels andererseits
überhaupt noch ruhig schlafen?"
Die neue Verkehrsministerin stehe vor der Entscheidung, sich von
leitenden Beamten der Sektion II/C bei gleichzeitigem totalen
Projektstop zum Lainzer Tunnel unverzüglich zu trennen oder - so wie
schon ihre Amtsvorgänger - hinter's Licht geführt und zum Spielball
ihrer Beamtenschaft und einflußreicher Bauindustrieller zu werden.
Ein diesbezüglicher Handlungsbedarf sei für Frau Dr. Forstinger
allein schon deshalb akut, da die Zulaufstrecken zum Lainzer Tunnel
gerade adaptiert würden und es verantwortungslos wäre, in diese
"Todesfalle" Steuermilliarden zu investieren. In mehrfacher Hinsicht
sinnvollere Alternativen seien vorhanden. Sie sollten mit dem nötigen
Feinschliff versehen und zügig umgesetzt werden.
Rückfragehinweis: Mag. Franz Schodl,
Tel.: 01/804 31 80
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