FORMAT: Neue Bombe im Airline-Krieg geplatzt

Niki Lauda bestätigt heikle Treuhandkonstruktion in Italien AUA-Chefs wollen Laudas unverzügliche Absetzung als Vorstand Tyrolean-Boß Feitl geht in Pension, falls er nicht AUA-General wird

Wien (OTS) - Im Airline-Krieg ist eine weitere Bombe geplatzt.
Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, bestätigt Niki Lauda erstmals, selbst der Haupteigentümer der italienischen Lauda-air S.p.A. zu sein. Bisher hatte er einen entsprechenden Verdacht der AUA-Führung immer heftig bestritten, weil ihm dieses Geständnis die Verkehrsrechte in Italien kosten kann. Lauda wörtlich gegenüber FORMAT: "Es ist richtig, daß die Lauda-Privatstiftung über die Firma Volante durchgerechnet 64,6 Prozent an Lauda Italien hält. Ich habe zwar nichts zu verbergen, habe dazu aber wegen der Probleme mit den Verkehrsrechten nie eine Stellungnahme abgegeben."

Die Rechte sind an italienische Mehrheitseigentümer gebunden, die es nicht gibt. An Lauda Italien hält die österreichische Lauda-air ein Drittel, die Firma Volante S.r.l. exakt zwei Drittel. Die Volante wiederum, die Lauda ursprünglich mit Ferrari-Boß Luca di Motezzemolo und Nobeljuwelier Bulgari gründete, steht zu 77 Prozent im Besitz der italiensichen Finanzgesellschaft Finnat Fiduciaria, 20 Prozent gehören der Lauda Privatstiftung, drei Prozent dem Geschäftsführer Andrea Molinari. Daß die Finnat Fiduciaria lediglich als Treuhänder für seine Privatstiftung fungiert, bestätigt Lauda jetzt.

Der Hintergrund für diese Flucht nach vorne, die Lauda arge Probleme mit den italienischen Behörden einhandeln wird, ist pikant. Der Wiener Rechtsanwalt Ewald Weninger hat im Auftrag der AUA-Vorstände Herbert Bammer und Mario Rehulka Recherchen in Italien angestellt. Das FORMAT vorliegende Material, das starke Indizien für die Treuhandkonstruktion enthält, veranlaßte Lauda, die Karten auf den Tisch zu legen.

Die AUA-Chefs Bammer und Rehulka werden nun die unverzügliche Absetzung von Lauda als Vorstand seiner Airline verlangen, schreibt FORMAT. Sie glauben, beweisen zu können, daß durch ein Scheingeschäft mit einer Flugzeugoption Geld zugunsten der Lauda-Firma Volante verschoben wurde. Es geht dabei um gut 70 Millionen Schilling.

Lauda kontert in FORMAT: "Das ist absoluter Blödsinn. Ich kann den Verdacht, wir hätten mit Italien zum Nachteil von Lauda Österreich Geld hin und her geschoben, leicht widerlegen. Im Gegenteil: Wir haben in Österreich mit der Lauda Italien immer Geld verdient."

Er schießt scharf zurück: "Die AUA, namentlich Direktor Rehulka, hat über die Treuhandkonstruktion definitiv seit Jahren Bescheid gewußt. Das Ganze ist ja auch kein Verbrechen. Ich verstehe überhaupt nicht, wieso die AUA plötzlich darauf herumreitet und mir Probleme mit den Verkehrsrechten macht. Die einzige Motivation ist, daß sie das Italiengeschäft der Lauda mutwillig ruinieren will."

FORMAT-Interview mit Tyrolean-Chef Feitl: Entweder

AUA-General oder Pension
Utl.: "Warte nicht, bis mich die AUA abmontiert"

Tyrolean-Chef Fritz Feitl, 61, dessen Bestellung zum neuen AUA-General vom Aufsichtsrat in der Vorwoche verhindert wurde, geht in einem Interview mit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT in die Offensive. Er sagt klar, daß er sich in die Pension zurückziehen wird, falls er den versprochenen AUA-Job nicht bekommt. "Sollte es wirklich so sein, daß der bestehende Vorstand das uneingeschränkte Vertrauen hat, dann gibt es auch keinen Grund für eine Veränderung im AUA-Vorstand. Es macht dann auch keinen Sinn mehr, daß ich bei der Tyrolean bleibe. Da würde ich schon die Konsequenzen ziehen und nicht darauf warten, bis mich die AUA-Führung abmontiert", erklärt Feitl in FORMAT. Seine Bestellung hätte mit Sicherheit den Abgang der aktuellen AUA-Bosse Herbert Bammer und Mario Rehulka bedeutet. Bleiben sie, befürchtet Feitl offensichtlich Revanche. Er meint aber: "Die Entscheidung über eine Veränderung im Vorstand von Austrian Airlines ist meines Erachtens nur aufgeschoben und nicht aufgehoben."

Zur angekündigten Ausschreibung eines dritten Vorstands bei der AUA sagt Fritz Feitl gegenüber FORMAT: "Sollte die Stelle eines Vorstandsvorsitzenden ausgeschrieben werden, würde ich mich bewerben. Ich habe zwar zuvor nie einen Schritt in diese Richtung gesetzt, denn ich muß wirklich nichts mehr werden. Aber die ÖIAG ist an mich herangetreten, und ich habe Präsident Streicher mein Wort gegeben. Das ziehe ich jetzt nicht zurück. Ich bin keiner, der einfach das Handtuch wirft." Allerdings läßt Feitl keinen Zweifel: Er kommt nur als Nummer eins zur AUA.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Andreas Lampl: 0664/254 68 30FORMAT

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMT/OTS