• 09.11.2000, 11:17:41
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  • OTS0162

Wiederherstellung einer jüdischen Zeremonienhalle in St.Pölten

LR Sobotka: "Gedeihliches Miteinander ist einzufordern"

St.Pölten (NLK) - Eine Feier auf dem jüdischen Friedhof in
St.Pölten galt gestern, 8. November, der Fertigstellung der
Außenrenovierung einer Zeremonienhalle dieses Friedhofes. Mit
finanzieller Hilfe von Bund, Land, Stadt und privaten Spendern wurde
das Bauwerk, das 1905 im Jugendstil errichtet und 1938 zerstört
worden war, wiederhergestellt. Über dem straßenseitigen Eingang ist
jetzt wieder die hebräische Schrift "Die Geborenen zum Tod und die
Toten zum Leben" zu lesen. Im Rahmen der Feier wurde aber auch die
Broschüre "Geschichte wieder herstellen? St.Pöltens jüdische
Vergangenheit" präsentiert, die von der Historikerin Martha Keil
verfasst wurde. Darin wird auf die einstige Größe der jüdischen
Gemeinde in St.Pölten hingewiesen sowie auf den Bau der Synagoge, die
schon vor einigen Jahren renoviert und zum Kulturzentrum
umfunktioniert wurde. Sie ist auch Sitz des Institutes für Geschichte
der Juden in Österreich.

Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka hob die Notwendigkeit hervor,
derartige Bauwerke der Nachwelt zu erhalten. Hier gehe es nicht nur
um eine kulturelle Aufgabe, sondern auch um die Konsequenzen, die man
den Österreichern jüdischer Herkunft gegenüber zu ziehen habe. Es sei
wichtig, dabei mitzuhelfen, ihre Individualität zu erhalten und ihren
Denkmälern Augenmerk zuzuwenden. Sobotka erinnerte daran, dass es in
St.Pölten einst eine jüdische Gemeinde mit mehr als 1.200 Mitgliedern
gegeben habe, von denen 320 ermordet und die anderen vertrieben
wurden. Nur drei Familien seien nach St.Pölten zurückgekehrt. Es sei
aber auch wichtig, an einer bekenntnishaften Einstellung zu arbeiten
und diese auch der Jugend mitzugeben, hob Sobotka hervor.

Die Broschüre "Geschichte wieder herstellen - St.Pöltens jüdische
Vergangenheit" ist im Institut für Geschichte der Juden in
Österreich, Telefon 02742/77171-0, erhältlich.

Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung

Pressestelle
Tel.: 02742/200-2174

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