- 04.11.2000, 08:00:08
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"profil": Pröll: FP-Angriffe "irritierend"
NÖ-LH Pröll rügt die FPÖ für Attacken gegen Innenminister Strasser - kritisiert Ex-Innenminister Schlögl
Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe
des Nachrichtenmagazins "profil" übt der niederösterreichische
Landeshauptmann Erwin Pröll Kritik am Verhalten des
Koalitionspartners FPÖ gegenüber Innenminister Ernst Strasser.
Pröll: "Die Angriffe sind eigenartig und irritierend. Ich verstehe
sie auch nicht, denn die so genannte Spitzelaffäre hat nicht der
Innenminister, sondern ein parteiinterner Funktionär der FPÖ
aufgedeckt."
Zur Ankündigung der FPÖ, Strasser vor den Koalitionsausschuss
"zitieren" zu wollen, meint Pröll: "Ich würde dem einen oder anderen
raten, mit der Wortwahl etwas vorsichtiger zu sein. Zitieren lässt
sich Strasser sicher nicht."
Der niederösterreichische Landeshauptmann ortet die ursache für das
aggressive Auftreten der FPÖ in der Verunsicherung der
Freiheitlichen. Pröll: "Ich kann das Ganze nur so werten: Jemand,
der derart auf einen Regierungskollegen losgeht, der hat
offensichtlich Probleme in seinem Umfeld oder mit sich selbst.
Jemand, der nichts angestellt hat, kann ruhig schlafen und volles
Vertrauen zum Innenminister und dem Sicherheitsapparat haben."
Der Landeshauptmann fordert FP-Parteichefin Susanne Riess-Passer
auf, für Ruhe in der eigenen Partei zu sorgen. Pröll: "Ich traue ihr
zu, dass sie das rechte Wort zur rechten Zeit findet, um auch
innerhalb der eigenen Partei wieder Ruhe reinzubringen." Ein Bruch
der Koalition, wie von der FPÖ jüngst des öfteren in den Raum
gestellt, ist für Pröll nicht vorstellbar. "Das ist absolut kein
Thema. Da kommen Phantasien hoch, die vollkommen illusionistisch
sind. Es gibt keinen Grund, von ÖVP-Seite an dieser Koalition zu
rütteln."
Kritik übt Pröll an Strassers Vorgänger im Innenministerium, Karl
Schlögl. Pröll meint im "profil"-Interview, dass man sich "die Rolle
Schlögls ansehen" muss. Und weiter: "Es sind schon früher
Verdachtsmomente aufgetaucht und Schlögl hat hier offensichtlich
nicht die nötigen Schritte veranlasst. Es gibt Rechtsmeinungen, die
sagen, wer einem Amtsmissbrauch nicht nachgeht und nicht anzeigt,
macht sich selbst eines Amtsmissbrauchs schuldig. Ex-Innenminister
Schlögl wird hier schon noch zu klären haben, warum er nicht
gehandelt hat."
Rückfragehinweis: "profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502s?
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