Niederwieser: Forschungsquote 2000 im Sinkflug und die Regierung schaut zu

Wien (SK) "Es ist verantwortungslos, wie die Bundesregierung mit der Tatsache umgeht, dass die ohnehin niedrige Forschungsquote heuer noch weiter sinkt. Die Situation für die heimische Forschung ist ohnehin nicht rosig und spitzt sich weiter zu", betont SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser. Wenn Spitzenforscher wie der international bekannte Physiker Zeilinger überlegen, ihre Forschungstätigkeit ins Ausland zu verlegen, dann müssten bei ÖVP und FPÖ die Alarmglocken läuten, so Niederwieser am Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Bereits im März habe die SPÖ auf den drohenden Finanzeinbruch hingewiesen und den Antrag eingebracht, "dass die Hälfte des über vier Milliarden Schilling hinausgehenden Erlöses der UMTS-Lizenzen für Forschung und Entwicklung verwendet werden soll". "Zum jetzigen Zeitpunkt wären das schon zusätzliche 2,5 Milliarden für die Forschung und es werden noch etwas mehr werden. Diese Rechnung bleibt reine Theorie, denn ÖVP und FPÖ haben diesen Antrag abgelehnt", erinnert Niederwieser. "Seitens der Regierung wurden unsere Warnungen verniedlicht und versprochen, noch heuer aus den UMTS-Versteigerungserlösen Mittel für die Forschung zur Verfügung zu stellen. Für heuer ist es zu spät", kritisiert der SP-Wissenschaftssprecher.

Die Gründe für die schlechte Situation der heimischen Forschung seien vielfältig, so Niederwieser. Generell bräuchten ForscherInnen eine Finanzierungsgarantie der mehrjährigen Projekte, um diese langfristig planen zu können. Hinzu komme die aktuelle politische Situation in Österreich, welche Menschen mit einem kritischen und forschenden Geist davon abhalte, mit Österreich zu kooperieren. "Die Töne aus Klagenfurt hören sich ja nicht nur für Außenstehende so an, als ob Österreich von einem Verrückten beherrscht würde. Und an den 'kranken Gehirnen' ist ja tatsächlich was dran - nur denke ich da nicht an JournalistInnen sondern an einen selbsternannten Messias, der unter 'gottesfürchtig' versteht, dass der Innenminister bei ihm zu Kreuze kriecht", sagt Niederwieser. Das Image Österreichs leide, "die massiven Attacken auf den Rechtsstaat durch die FPÖ sind nach der Kritik der drei Weisen geradezu ein Wasserfall auf die Mühlen all jener, die diese Regierung als Gefahr für die Demokratie betrachten", so Niederwieser weiter.

Die Gefahr, dass Österreich ins wissenschaftliche Abseits gerate, sei gegeben. "Es ist Aufgabe des neuen Rates für Forschung und Technologieentwicklung, endlich seine Arbeit aufzunehmen. Hervorragende Vorarbeit hat das frühere Wissenschaftsressort mit dem Grünbuch zur Österreichischen Forschungspolitik bereits geleistet. Jetzt müssen konkrete Taten folgen", schloss Niederwieser. (Schluss) ml/mm

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