• 03.11.2000, 11:56:06
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  • OTS0135

Niederwieser: Forschungsquote 2000 im Sinkflug und die Regierung schaut zu

Wien (SK) "Es ist verantwortungslos, wie die Bundesregierung mit der
Tatsache umgeht, dass die ohnehin niedrige Forschungsquote heuer noch
weiter sinkt. Die Situation für die heimische Forschung ist ohnehin
nicht rosig und spitzt sich weiter zu", betont
SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser. Wenn Spitzenforscher
wie der international bekannte Physiker Zeilinger überlegen, ihre
Forschungstätigkeit ins Ausland zu verlegen, dann müssten bei ÖVP und
FPÖ die Alarmglocken läuten, so Niederwieser am Freitag gegenüber dem
Pressedienst der SPÖ. ****

Bereits im März habe die SPÖ auf den drohenden Finanzeinbruch
hingewiesen und den Antrag eingebracht, "dass die Hälfte des über
vier Milliarden Schilling hinausgehenden Erlöses der UMTS-Lizenzen
für Forschung und Entwicklung verwendet werden soll". "Zum jetzigen
Zeitpunkt wären das schon zusätzliche 2,5 Milliarden für die
Forschung und es werden noch etwas mehr werden. Diese Rechnung bleibt
reine Theorie, denn ÖVP und FPÖ haben diesen Antrag abgelehnt",
erinnert Niederwieser. "Seitens der Regierung wurden unsere Warnungen
verniedlicht und versprochen, noch heuer aus den
UMTS-Versteigerungserlösen Mittel für die Forschung zur Verfügung zu
stellen. Für heuer ist es zu spät", kritisiert der
SP-Wissenschaftssprecher.

Die Gründe für die schlechte Situation der heimischen Forschung seien
vielfältig, so Niederwieser. Generell bräuchten ForscherInnen eine
Finanzierungsgarantie der mehrjährigen Projekte, um diese langfristig
planen zu können. Hinzu komme die aktuelle politische Situation in
Österreich, welche Menschen mit einem kritischen und forschenden
Geist davon abhalte, mit Österreich zu kooperieren. "Die Töne aus
Klagenfurt hören sich ja nicht nur für Außenstehende so an, als ob
Österreich von einem Verrückten beherrscht würde. Und an den 'kranken
Gehirnen' ist ja tatsächlich was dran - nur denke ich da nicht an
JournalistInnen sondern an einen selbsternannten Messias, der unter
'gottesfürchtig' versteht, dass der Innenminister bei ihm zu Kreuze
kriecht", sagt Niederwieser. Das Image Österreichs leide, "die
massiven Attacken auf den Rechtsstaat durch die FPÖ sind nach der
Kritik der drei Weisen geradezu ein Wasserfall auf die Mühlen all
jener, die diese Regierung als Gefahr für die Demokratie betrachten",
so Niederwieser weiter.

Die Gefahr, dass Österreich ins wissenschaftliche Abseits gerate, sei
gegeben. "Es ist Aufgabe des neuen Rates für Forschung und
Technologieentwicklung, endlich seine Arbeit aufzunehmen.
Hervorragende Vorarbeit hat das frühere Wissenschaftsressort mit dem
Grünbuch zur Österreichischen Forschungspolitik bereits geleistet.
Jetzt müssen konkrete Taten folgen", schloss Niederwieser. (Schluss)
ml/mm

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ

Tel.: (01) 53427-275

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