- 31.10.2000, 11:04:58
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ÖGB: Die Gesundheit Älterer beginnt in jungen Jahren
Gesundheitsförderung bei der Arbeit hat viele Gesichter
Wien (ÖGB). "Jung, gesund und extrem belastungsfähig, dass ist
noch immer die Vorstellung der Unternehmer vom 'idealen
Arbeitnehmer' und daran hat die verbesserte Arbeitsmarktlage nichts
geändert", skizzierte die Leiterin des ÖGB-Referates Humanisierung,
Technologie, Umwelt (HTU), Renate Czeskleba, die aktuelle Situation
bei der ÖGB-AK-Veranstaltung "Gesund bleiben in der Arbeitswelt -
Keine Abstriche bei Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz".++++
In Europa werden in 25 Jahren rund ein Drittel aller
ArbeitnehmerInnen zwischen 50 und 64 Jahren alt sein. Arbeitslose
über 50 Jahre sind dreimal länger arbeitslos als Jüngere. In
Österreich hat die derzeitige Regierung das gesetzliche
Pensionsantrittsalter erhöht. Gleichzeitig nehmen die Anforderungen
an Arbeitende durch die Globalisierung dramatisch zu. Ob
Berufskraftfahrer, der über Nacht zum unfreiwillig Selbstständigen
wird und dem Termindruck durch den Auftraggeber beinahe ungeschützt
ausgesetzt ist, ob Fachkräfte deren SekretärInnen plötzlich
wegrationalisiert werden und daher Terminkoordination bis
Schreibarbeiten alles selbst erledigen müssen, dass ist die "schöne,
neue Arbeitswelt". Czeskleba: "Dass diese Entwicklung auf Dauer
nicht gut gehen kann, zeigt beispielsweise die Zunahme der
psychischen Belastungen am Arbeitsplatz."
"Das Alter selbst ist also noch kein Grund krank zu werden. Dass das
aber so ist, ist auf den steigenden Arbeitsdruck und einen
eklatanten Mangel an betrieblicher Gesundheitsförderung
zurückzuführen", stellte die ÖGB-ArbeitnehmerInnenschutz-Expertin
fest. Czeskleba: "Grundsätzlich kann Arbeit sogar
gesundheitsfördernd sein. Voraussetzung dafür ist, dass die Menschen
vernünftig gefordert und gefördert werden." Auch müsse die
Gesundheitsförderung während des gesamten Arbeitslebens stattfinden.
Czeskleba: "Die Gesundheit Älterer beginnt in jungen Jahren."
Für die ÖGB-Expertin hat die Gesundheitsförderung viele Gesichter.
Dazu zählen das ArbeitnehmerInnenschutzrecht, Motivation und
Qualifizierung, Würdigung der Fähigkeiten der ArbeitnehmerInnen
sowie deren arbeits- und sozialrechtliche Absicherung. Czeskleba:
"Ein Arbeiter, der bei schlechtem Lohn monotone Arbeit verrichten
muss, wird schneller krank als ein gut bezahlter Mitarbeiter, der
sich die Arbeit weitgehend selbst einteilen kann."(ff)
Rückfragehinweis: ÖGB-Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Franz Fischill
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