ÖGB: Die Gesundheit Älterer beginnt in jungen Jahren

Gesundheitsförderung bei der Arbeit hat viele Gesichter

Wien (ÖGB). "Jung, gesund und extrem belastungsfähig, dass ist noch immer die Vorstellung der Unternehmer vom 'idealen Arbeitnehmer' und daran hat die verbesserte Arbeitsmarktlage nichts geändert", skizzierte die Leiterin des ÖGB-Referates Humanisierung, Technologie, Umwelt (HTU), Renate Czeskleba, die aktuelle Situation bei der ÖGB-AK-Veranstaltung "Gesund bleiben in der Arbeitswelt -Keine Abstriche bei Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz".++++

In Europa werden in 25 Jahren rund ein Drittel aller ArbeitnehmerInnen zwischen 50 und 64 Jahren alt sein. Arbeitslose über 50 Jahre sind dreimal länger arbeitslos als Jüngere. In Österreich hat die derzeitige Regierung das gesetzliche Pensionsantrittsalter erhöht. Gleichzeitig nehmen die Anforderungen an Arbeitende durch die Globalisierung dramatisch zu. Ob Berufskraftfahrer, der über Nacht zum unfreiwillig Selbstständigen wird und dem Termindruck durch den Auftraggeber beinahe ungeschützt ausgesetzt ist, ob Fachkräfte deren SekretärInnen plötzlich wegrationalisiert werden und daher Terminkoordination bis Schreibarbeiten alles selbst erledigen müssen, dass ist die "schöne, neue Arbeitswelt". Czeskleba: "Dass diese Entwicklung auf Dauer nicht gut gehen kann, zeigt beispielsweise die Zunahme der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz."

"Das Alter selbst ist also noch kein Grund krank zu werden. Dass das aber so ist, ist auf den steigenden Arbeitsdruck und einen eklatanten Mangel an betrieblicher Gesundheitsförderung zurückzuführen", stellte die ÖGB-ArbeitnehmerInnenschutz-Expertin fest. Czeskleba: "Grundsätzlich kann Arbeit sogar gesundheitsfördernd sein. Voraussetzung dafür ist, dass die Menschen vernünftig gefordert und gefördert werden." Auch müsse die Gesundheitsförderung während des gesamten Arbeitslebens stattfinden. Czeskleba: "Die Gesundheit Älterer beginnt in jungen Jahren."

Für die ÖGB-Expertin hat die Gesundheitsförderung viele Gesichter. Dazu zählen das ArbeitnehmerInnenschutzrecht, Motivation und Qualifizierung, Würdigung der Fähigkeiten der ArbeitnehmerInnen sowie deren arbeits- und sozialrechtliche Absicherung. Czeskleba:
"Ein Arbeiter, der bei schlechtem Lohn monotone Arbeit verrichten muss, wird schneller krank als ein gut bezahlter Mitarbeiter, der sich die Arbeit weitgehend selbst einteilen kann."(ff)

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