- 24.10.2000, 16:10:56
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- OTS0273
Symposion: Freizeitforschung "Bewegte Zeiten. Arbeit und Freizeit nach der Moderne" am 3. und 4. November 2000
Wien (OTS) - Symposium "Bewegte Zeiten
im Österreichischen Museum für Volkskunde,
Laudongasse 15-19, 1080 Wien
Infoline: Sabine Gruber Tel. (01) 4812692,
Email:sabine.gruber@kulturwissenschaft.at
Klara Löffler Tel. (01) 4277-44010,
Email: klara.loeffler@univie.ac.at
Schlagwörter
Die Produktion von Faustformeln läuft auf Hochtouren: Da wird das
"Ende der Arbeit" angesagt ebenso wie das "Ende der Freizeit".
Einmal ist die Rede von einer lustorientierten Freizeitgesellschaft,
einmal von der sogenannten MTV-Generation in einer New Economy, für
die Arbeit im Zentrum ihres Denkens steht (in der ZEIT vom 7.9.2000).
Und wie es bei Schlagwörtern so ist: Sie alle haben zwar einen wahren
Kern: Nach dem Bericht des Club of Rome 1998 gibt es in den
Industrieländern 35 Mio. Arbeitslose; gleichzeitig nimmt nach den
Ergebnissen des Gelsenkirchener Instituts für Arbeit und Technik aus
dem Jahr 2000 die faktische Arbeitszeit vor allem der
Hochqualifizierten permanent dazu.
Wirklichkeiten
Solche Faustformeln gehen dennoch selten auf, sie können nicht
aufgehen, weil sie immer von dem einen, der Arbeit, oder dem anderen,
der Freizeit, handeln. Doch sind die Verhältnisse längst in Bewegung.
In gegenwärtigen Alltagen und Biographien ist die strikte
Unterscheidung zwischen Arbeitszeit und Freizeit hinfällig.
Selbstbewußtsein und Lebensfreude beziehen die Einzelnen je nach
Alter, Beruf und Geschlecht einmal mehr aus der Arbeitserfahrung und
einmal mehr aus dem Freizeiterlebnis. Wer also etwas über
zeitgenössisches Freizeitverhalten wissen will, der muß nach der
Arbeitssituation der Menschen fragen. Dieser Satz gilt auch in der
Umkehrung.
Symposion
Dieses Ineinandergreifen von Arbeit und Freizeit wird hier von
Philosophen, Soziologen, Historikern und vor allem Ethnographen zum
Thema gemacht. Zur Debatte steht die subjektive Logik von
Zeitmustern, in denen sich Freizeitideale und Arbeitsbilder
verbinden, von Zeitmustern in unterschiedlichen biographischen und
beruflichen Situationen. Dazu verknüpft die Veranstaltung mehrere
Darstellungs- und Diskussionsformen. In Vorträgen ist der
grundlegenden Frage nach Arbeit und Freizeit in modernen,
individuellen Identitätspolitiken breiter Raum gegeben. Im Zentrum
der Veranstaltung stehen Impulsreferate und Publikumsdiskussionen,
die sich auf das ethnographische Moment und die Bedeutung
biographischen Wissens konzentrieren und gleichzeitig
gegenwartsspezifische Phänomene in ihren historischen Zusammenhängen
erläutern sollen. Zielgruppe der Veranstaltung ist nicht nur ein
fachspezifisches Publikum, auch Personen und Gruppen aus den
Bereichen von Freizeitwirtschaft und -politik (die unserem
Verständnis nach nicht zu trennen ist von Arbeitspolitik) sollen
angesprochen werden.
Rückfragehinweis: Sabine Gruber
Tel.: (01) 48 126 92
e-Mail: sabine.gruber@kulturwissenschaft.at
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