- 10.10.2000, 13:03:48
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AKNÖ-Präsident Staudinger: Löhne und Gehälter müssen steigen!=
AK präsentiert NÖ Einkommensanalyse
Wien (OTS). Niederösterreich weist zwischen 1998 und 1999 den
prozentuell geringsten Zuwachs aller Bundesländer auf. Konkret fiel
der österreichweite Einkommenszuwachs um rd. ein Drittel stärker aus
als in Niederösterreich. Dieses Ergebnis der AK Studie zur
Einkommensentwicklung in Niederösterreich und den
niederösterreichischen Bezirken stellte der Präsident der AKNÖ Josef
Staudinger heute den Medien vor.
1999 betrug das monatliche Bruttoeinkommen (Median) der
niederösterreichischen Arbeiter und Angestellten 20.295 Schilling
(14xjährlich). Gegenüber dem Jahr davor bedeutet das zwar einen
Einkommenszuwachs von 413 Schilling oder 2,1 Prozent. Aber der
österreichweite Einkommenszuwachs fiel mit 546 Schilling (+2,7 %) um
rund ein Drittel deutlich stärker aus. Niederösterreich weist damit
zwischen 1998 und 1999 den prozentuell geringsten Zuwachs aller
Bundesländer auf.
Der Vergleichswert über alle Bundesländer (= Österreichschnitt) liegt
bei 21.014 Schilling. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das für
Niederösterreich einen Einkommenszuwachs von 413 Schilling, für
Österreich von 546 Schilling.
AK Präsident Staudinger: "Die angekündigten Massnahmen der Regierung
treffen vor allem Bezieher niedrigerer Einkommen. NÖ ist das größte
Bundesland, liegt jedoch bei den Einkommenschancen an letzter
Stelle". Die von der AKNÖ erarbeiteten Daten sind eine wichtige
Orientierung für die anstehenden Kollektivvertrags-Verhandlungen.
Staudinger verwies auf die positive Wirtschaftsentwicklung: "Auch die
Beschäftigten müssen einen gerechten Anteil am volkswirtschaftlichen
Gewinn erhalten. Die AK NÖ wird sich bei den bevorstehenden
Lohnverhandlungen dementsprechend für eine Erhöhung der Löhne und
Gehälter einsetzen".
Einkommensschere Frauen - Männer schließen!
Erfreulicherweise bildet Niederösterreich im Bereich der
Einkommenssteigerung von Frauen nicht das österreichweite
Schlusslicht. Diese stiegen um 2,3 % und damit stärker als
Fraueneinkommen in Oberösterreich, Salzburg und dem Burgenland. Aber:
1998 betrug der Abstand zwischen den Einkommen der männlichen und
weiblichen Arbeitnehmer noch 7.795 Schilling, 1999 stieg er auf 7.933
Schilling an. Frauen verdienen damit weiterhin rund 2/3 des
Einkommens ihrer männlichen Kollegen.
Bei Arbeiterinnen beginnt mit durchschnittlich rund 25 Jahren eine
Einkommensreduktion, die auf die Kinderbetreuungszeiten
zurückzuführen sind, die immer noch zum größten Teil von den Frauen
geleistet werden. Erst mit rund 45 Jahren überschreiten Arbeiterinnen
wiederum das Einkommensniveau welches sie bereits 20 Jahre zuvor
erreicht hatten. Bei weiblichen Angestellten ist dieser Effekt erst 5
Jahre später zu beobachten - die Gehaltseinbußen beginnen um das 30.
Lebensjahr. In dieser Gruppe dauert die "Aufholjagd" rund 10 Jahre.
Erst mit 40 erzielen weibliche Angestellte ein Einkommen wie schon im
Alter von 30 Jahren.
AK Präsident Staudinger: "Die Vereinbarkeit von Kind und Beruf ist
eines der wichtigsten Ziele in der Gleichstellungspolitik. Ein
mangelhaftes Betreuungsangebot zwingt einen Teil der Frauen in
Teilzeitjobs oder geringfügige Beschäftigungsverhältnisse mit
entsprechend niedrigem Einkommen.
Unser Ziel ist ein flächendeckendes Netz an
Kinderbetreuungseinrichtungen mit Öffnungszeiten, die der Arbeitswelt
entsprechen. Auch die Forderung "gleicher Lohn für gleiche Leistung
und Arbeit" ist noch lange nicht erfüllt. Wirtschaft und Politik sind
aufgefordert, über eine oft geäußerten politische Willensbekundung
hinaus zu kommen".
Höhere Inflation, aber niedrigere Einkommen!
Eine Fülle von Preissteigerungen hat im Jahr 2000 zu einem starken
Anstieg der Inflationsrate geführt. Unter diesen Verteuerungen finden
sich etwa die exorbitant angewachsenen Treibstoffpreise, aber auch
die Erhöhung verschiedener Gebühren - Reisepass, Autobahnvignette
etc.. Keine dieser Teuerungen ist von den ArbeitnehmerInnen
verschuldet, wohl aber tragen sie deren Hauptlast. Auf der anderen
Seite fällt das Wirtschaftswachstum in diesem und dem nächsten Jahr
besonders kräftig aus - das zeigen alle Prognosen renommierter
Wirtschaftsforscher.
Die AK Niederösterreich spricht sich deshalb klar für deutliche Lohn-
und Gehaltserhöhungen aus. Nur so kann den Arbeitnehmern dieses
Landes ihr gerechter Anteil an einem ständig wachsenden
volkswirtschaftlichen Kuchen gesichert werden.
Die Arbeiter und Angestellten tragen die Hauptlast der von der
Bundesregierung zur Erreichung eines Nulldefizits im Jahr 2002
beschlossenen Belastungen. Ihnen jetzt auch noch ihren Anteil am
Produktivitäswachstum oder sogar den Kaufkraftverlust infolge
Inflation nicht abgelten zu wollen, ist laut AK Präsident Staudinger
unvertretbar.
Im Interesse der arbeitenden Menschen Niederösterreichs tritt die
AKNÖ für Maßnahmen zur Verringerung der Einkommensschere zwischen den
österreichischen Bundesländern ein. Nicht zuletzt durch die im
Vergleich zu den anderen Bundesländern zurückbleibende Kaufkraft der
niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen, geht viel von der anderswo
spürbaren Wachstumsdynamik verloren.
Die genauen Daten zur Einkommenssituation in Niederösterreich können
Sie ab sofort in der Presseabteilung der AKNÖ anfordern. Weiters
können Sie die Kerndaten im Internet unter www.aknoe.at abrufen.
Rückfragehinweis: AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1252
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