AKNÖ-Präsident Staudinger: Löhne und Gehälter müssen steigen!

AK präsentiert NÖ Einkommensanalyse

Wien (OTS). Niederösterreich weist zwischen 1998 und 1999 den prozentuell geringsten Zuwachs aller Bundesländer auf. Konkret fiel der österreichweite Einkommenszuwachs um rd. ein Drittel stärker aus als in Niederösterreich. Dieses Ergebnis der AK Studie zur Einkommensentwicklung in Niederösterreich und den niederösterreichischen Bezirken stellte der Präsident der AKNÖ Josef Staudinger heute den Medien vor.

1999 betrug das monatliche Bruttoeinkommen (Median) der niederösterreichischen Arbeiter und Angestellten 20.295 Schilling (14xjährlich). Gegenüber dem Jahr davor bedeutet das zwar einen Einkommenszuwachs von 413 Schilling oder 2,1 Prozent. Aber der österreichweite Einkommenszuwachs fiel mit 546 Schilling (+2,7 %) um rund ein Drittel deutlich stärker aus. Niederösterreich weist damit zwischen 1998 und 1999 den prozentuell geringsten Zuwachs aller Bundesländer auf.
Der Vergleichswert über alle Bundesländer (= Österreichschnitt) liegt bei 21.014 Schilling. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das für Niederösterreich einen Einkommenszuwachs von 413 Schilling, für Österreich von 546 Schilling.

AK Präsident Staudinger: "Die angekündigten Massnahmen der Regierung treffen vor allem Bezieher niedrigerer Einkommen. NÖ ist das größte Bundesland, liegt jedoch bei den Einkommenschancen an letzter Stelle". Die von der AKNÖ erarbeiteten Daten sind eine wichtige Orientierung für die anstehenden Kollektivvertrags-Verhandlungen. Staudinger verwies auf die positive Wirtschaftsentwicklung: "Auch die Beschäftigten müssen einen gerechten Anteil am volkswirtschaftlichen Gewinn erhalten. Die AK NÖ wird sich bei den bevorstehenden Lohnverhandlungen dementsprechend für eine Erhöhung der Löhne und Gehälter einsetzen".

Einkommensschere Frauen - Männer schließen!

Erfreulicherweise bildet Niederösterreich im Bereich der Einkommenssteigerung von Frauen nicht das österreichweite Schlusslicht. Diese stiegen um 2,3 % und damit stärker als Fraueneinkommen in Oberösterreich, Salzburg und dem Burgenland. Aber:
1998 betrug der Abstand zwischen den Einkommen der männlichen und weiblichen Arbeitnehmer noch 7.795 Schilling, 1999 stieg er auf 7.933 Schilling an. Frauen verdienen damit weiterhin rund 2/3 des Einkommens ihrer männlichen Kollegen.

Bei Arbeiterinnen beginnt mit durchschnittlich rund 25 Jahren eine Einkommensreduktion, die auf die Kinderbetreuungszeiten zurückzuführen sind, die immer noch zum größten Teil von den Frauen geleistet werden. Erst mit rund 45 Jahren überschreiten Arbeiterinnen wiederum das Einkommensniveau welches sie bereits 20 Jahre zuvor erreicht hatten. Bei weiblichen Angestellten ist dieser Effekt erst 5 Jahre später zu beobachten - die Gehaltseinbußen beginnen um das 30. Lebensjahr. In dieser Gruppe dauert die "Aufholjagd" rund 10 Jahre. Erst mit 40 erzielen weibliche Angestellte ein Einkommen wie schon im Alter von 30 Jahren.
AK Präsident Staudinger: "Die Vereinbarkeit von Kind und Beruf ist eines der wichtigsten Ziele in der Gleichstellungspolitik. Ein mangelhaftes Betreuungsangebot zwingt einen Teil der Frauen in Teilzeitjobs oder geringfügige Beschäftigungsverhältnisse mit entsprechend niedrigem Einkommen.
Unser Ziel ist ein flächendeckendes Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen mit Öffnungszeiten, die der Arbeitswelt entsprechen. Auch die Forderung "gleicher Lohn für gleiche Leistung und Arbeit" ist noch lange nicht erfüllt. Wirtschaft und Politik sind aufgefordert, über eine oft geäußerten politische Willensbekundung hinaus zu kommen".

Höhere Inflation, aber niedrigere Einkommen!

Eine Fülle von Preissteigerungen hat im Jahr 2000 zu einem starken Anstieg der Inflationsrate geführt. Unter diesen Verteuerungen finden sich etwa die exorbitant angewachsenen Treibstoffpreise, aber auch die Erhöhung verschiedener Gebühren - Reisepass, Autobahnvignette etc.. Keine dieser Teuerungen ist von den ArbeitnehmerInnen verschuldet, wohl aber tragen sie deren Hauptlast. Auf der anderen Seite fällt das Wirtschaftswachstum in diesem und dem nächsten Jahr besonders kräftig aus - das zeigen alle Prognosen renommierter Wirtschaftsforscher.

Die AK Niederösterreich spricht sich deshalb klar für deutliche Lohn-und Gehaltserhöhungen aus. Nur so kann den Arbeitnehmern dieses Landes ihr gerechter Anteil an einem ständig wachsenden volkswirtschaftlichen Kuchen gesichert werden.

Die Arbeiter und Angestellten tragen die Hauptlast der von der Bundesregierung zur Erreichung eines Nulldefizits im Jahr 2002 beschlossenen Belastungen. Ihnen jetzt auch noch ihren Anteil am Produktivitäswachstum oder sogar den Kaufkraftverlust infolge Inflation nicht abgelten zu wollen, ist laut AK Präsident Staudinger unvertretbar.

Im Interesse der arbeitenden Menschen Niederösterreichs tritt die AKNÖ für Maßnahmen zur Verringerung der Einkommensschere zwischen den österreichischen Bundesländern ein. Nicht zuletzt durch die im Vergleich zu den anderen Bundesländern zurückbleibende Kaufkraft der niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen, geht viel von der anderswo spürbaren Wachstumsdynamik verloren.

Die genauen Daten zur Einkommenssituation in Niederösterreich können Sie ab sofort in der Presseabteilung der AKNÖ anfordern. Weiters können Sie die Kerndaten im Internet unter www.aknoe.at abrufen.

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