- 05.10.2000, 12:06:33
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ERSTE KNIEGELENK-TEILTRANSPLANTATION IN ÖSTERREICH
Innsbruck (OTS) - Wieder gelang an der Universitätsklinik
Innsbruck eine sensationelle Organverpflanzung. Zum ersten Mal wurde
in Österreich erfolgreich der Teil eines Kniegelenks transplantiert.
Oberarzt Dr. Martin Fischer, der das "Knieteam" leitete, hat diese
Operationstechnik in Canada kennengelernt und nach Innsbruck
gebracht.
Die Operation wurde am 13. September 2000 an der Univ. Klinik für
Orthopädie (suppl. Vorstand seit 1998: Univ. Prof. Dr. Martin
Krismer) in enger Zusammenarbeit mit der Transplantationschirurgie
unter Univ. Prof. Dr. Raimund Margreiter durchgeführt.
Die Schwierigkeit bei einem derartigen Eingriff besteht vor allem
in der Organisation. Wie bei der Transplantation von Niere oder Herz
muss der Empfänger abrufbereit sein, sobald ein Spender zur Verfügung
steht. Operationssaal und Operationsteam, zu dem auch ein Arzt
gehört, der den Ausbau eines Kniegelenks vornimmt, müssen zur
Verfügung stehen.
Der 21-jährige Patient war bereits vor einem Jahr in einem anderen
Krankenhaus am rechten Kniegelenk operiert worden, weil es im
Oberschenkelbereich des rechten Kniegelenks zu einem ausgedehnten
Absterben von Teilen des Gelenkknorpels und Knochen gekommen war.
Dies tritt bei Jugendlichen öfter nach fehlverheilten Brüchen, bei
Durchblutungsstörungen des Knochens oder als Folge von Tumoren auf.
Da die erste Operation ohne Erfolg geblieben war, wäre die
Alternative zu lebenslangen Schmerzen nur ein künstliches Kniegelenk
gewesen, mit dem Nachteil, dass sich Prothesen nach 10 bis 15 Jahren
häufig auslockern.
Dem Operationsteam der Innsbrucker Orthopädie gelang jedoch in
einer knapp dreistündigen Operation eine Teiltransplantation des
gelenknahen rechten Oberschenkels. Der junge Patient kann das
Kniegelenk nun wieder zu 90 Grad beugen, er ist beschwerdearm und der
bisherige Verlauf deutet auf ein problemfreies Einwachsen des
transplantieren Knorpel-Knochen-Transplantats hin. Er ist schon jetzt
wieder mit Krücken gehfähig und wird voraussichtlich in etwa drei
Monaten wieder Sport betreiben können.
In der Vergangenheit wurden immer wieder Transplantationen - auch
von ganzen Kniegelenken - durchgeführt, die jedoch meist ein sehr
schlechtes Ergebnis hatten. Für Knorpel-Knochen-Transplantationen am
Kniegelenk ist es nämlich unbedingt notwendig, dass der
transplantierte Knorpel lebt. Da ein Knorpel nicht unmittelbar über
Gefäße versorgt wird, sondern seine Nahrung über die
Gelenkflüssigkeit erhält, überleben Knorpelzellen zwar länger als
normale Zellen, sie benötigen aber Gelenkflüssigkeit.
Univ. Prof. Allen E. Gross in Canada (Mount Sinai Hospital,
University of Toronto), hat ein Verfahren entwickelt, bei dem von
einem Spender ein ganzes Gelenk entnommen wird, sodass der Knorpel
weiter von Gelenkflüssigkeit umspült wird. Spätestens am nächsten Tag
erfolgt dann die Transplantation von Knorpel-Knochen-Teilen.
Eine Knorpel-Knochen-Transplantation setzt voraus, dass in einem
hoch sterilen Operations-saal gearbeitet werden kann. Infektionen des
Transplantats müssen in jedem Fall vermieden werden. Diese
Voraussetzungen hat die TILAK schon 1996 im "Zubau West" zur
Chirurgie geschaffen: Mehrere Operationssäle wurden mit "Lamina Air
Flow" ausgestattet, einem besonderen Filtersystem, das für hoch
gereinigte Luft im Operationssaal sorgt.
Rückfragehinweis: Tiroler Landeskrankenanstalten Ges.m.b.H.
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Tel: 0512 504/8612, Fax 504/8617
Dr. Hannelore Rudisch-Gissenwehrer
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