Gefahrenquelle Kinderhochstuhl

Hohe Stühle für kleine Leute können zur Gefahr werden - jährlich rund 100 Kinder unter 4 Jahren nach Sturz im Spital -Institut "Sicher Leben" informiert

Wien (OTS) - Überkochendes Essen, klingelnde Telefone, quengelnde Kinder: Alltagssituation für streßgeplagte Mütter. Oftmals ist ein Kinderhochstuhl eine vermeintlich sichere Möglichkeit, das Kind vorübergehend wenigstens körperlich ruhig zu stellen - ein folgenschwerer Irrtum: Jährlich sind rund 100 Kinder wegen eines Sturzes vom Hochstuhl in Spitalsbehandlung. Der am meisten gefährdete Körperteil bei einem solchen Sturz ist der Kopf: Rund die Hälfte der Verletzungen sind Quetschungen bzw. Prellungen des Gehirns, manche tragen auch offene Wunden oder Schürfwunden am Schädel davon.

Der richtige Einsatz bringt's!

Grundsätzlich gilt: Kinderhochstühle sind eine sinnvolle Einrichtung, sofern man sie zweckgemäß einsetzt. Als Essensplatz für Kleinkinder sind sie eine empfehlenswerte Hilfe, da man das Kind beim Füttern nicht dauernd am Schoß halten muß und die Kleinen von Gefahrenquellen wie Besteck und heißem Essen fernhalten kann. Als längerer Aufenthaltsort zum Spielen sind sie allerdings nicht geeignet, da sie dem Kind zuwenig Bewegungsfreiheit lassen. Besonders gefährlich ist auch ein Umkippen des Stuhls durch Strampeln oder Wippen beziehungsweise dadurch, daß sich das Kind am Tisch oder einer Wand abstößt. Ein solcher Unfall ist in Sekundenschnelle passiert! Weiters besteht die Gefahr, daß das Kind im Stuhl aufsteht, das Gleichgewicht verliert und kopfüber in die Tiefe stürzt, deshalb:
Niemals ein Kind unbeaufsichtigt im Hochstuhl lassen!

Sicherheitstips

Damit Ihr Kind nicht nur hoch, sondern auch sicher sitzt, empfiehlt das Institut "Sicher Leben":

§ Hosenträgerartige Gurte anlegen, um ein Aufstehen oder Herunterrutschen zu vermeiden. Ein stabiler Schrittgurt verhindert, daß das Kind unter dem Sessel durchrutscht.

§ Achten Sie beim Kauf darauf, daß der Hochstuhl kindgerecht geformt und ergonomisch ist. Unbequeme Stühle fördern den Drang, herauszuklettern.

§ Optimal sind Stühle mit anpaßbarer Sitz- und Fußablagefläche, denn Ihr Kind wächst - der Stuhl nicht!

§ Sorgen Sie für gute Standfestigkeit des Sessels - nur ein auf ebenem Untergrund aufgestellter Sessel mit großer Standfläche ist stabil!

§ Die Verwendung von Kindersesseln, die am Küchentisch befestigt werden, ist nicht ratsam.

"All diese Sicherheitsvorkehrungen entbinden die Erwachsenen aber nicht von ihrer Beaufsichtigungspflicht", meint Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts "Sicher Leben". "Den absolut sicheren Kinderhochstuhl gibt es nicht und ein Unfall kann in Sekundenschnelle passieren."

Weitere Informationen

In Produkttests wurden die kindgerechte Gestaltung, Haltbarkeit, Handhabung und Sicherheit von Kinderhochstühlen untersucht. Die Ergebnisse werden voraussichtlich in der Dezemberausgabe der Zeitschrift "Konsument" (ab 23.11. im Handel) präsentiert.

Allgemeine Sicherheitstips für Kleinkinder zuhause gibt das 1999 mit dem Staatspreis ausgezeichnete Video "Hallo, hier bin ich - aber sicher!".

Bestellungen sind beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger unter der Telefonnummer 01/ 71132-1120 zum Preis von 100 ATS möglich.

44.000 Interviews im Dienste der Produktsicherheit

Die Auswertung zu Kinderunfällen basiert auf Daten des Unfallerhebungssystems für Heim-, Freizeit- und Sportunfälle EHLASS. Das Institut "Sicher Leben" erhebt in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium und dem Büro für Konsumentenschutz im Justizministerium die österreichischen Daten für dieses europäische Unfallerhebungssystem.

Eigens für EHLASS angestellte und geschulte Interviewer sprechen in vier österreichischen Spitälern mit ambulant und stationär behandelten Unfallopfern, die sich im Haushalt, beim Sport oder in der Freizeit verletzt haben. EHLASS ermöglicht so nicht nur, gefährliche Produkte zu erkennen und gegebenenfalls vom Markt abzuziehen, es ist vor allem auch ein System, um Unfallzusammenhänge zu untersuchen und damit Informationen zur laufenden Verbesserung von Produkten zu gewinnen. Derzeit stehen rund 44.000 Interviews zur Verfügung.

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