Gentech-kritische Forschung in Gefahr.

Umweltschützer sehen Unabhängigkeit der Bergbauern-Forschungsanstalt gefährdet.

Wien (OTS) - Bundesminister Molterer will dem Vernehmen nach die gentechnikkritische Bundesanstalt für Bergbauernfragen (BABF) dem für seine gentech-freundlichen Positionen bekannten Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft (BFL) in Hirschstetten eingliedern. Damit stehen 13 Angestellte der BABF den 400 Angestellten des BFL gegenüber. "Dies ist der zweite Versuch, die gentechnikkritische Bundesanstalt praktisch aufzulösen, wenn man sich die Größenverhältnisse anschaut", empört sich Andrea Paukovits, Pressesprecherin von GLOBAL 2000. "Jetzt soll sie unter die Weisungsbefugnis des BFL kommen, das gegen den Willen der überwiegenden Mehrheit der Österreicher immer wieder für Freisetzungen von Genpflanzen eintrat." "Gerade jetzt, wo 12 neue Gentech-Pflanzen vor den Grenzen Österreichs stehen, sind kritische Wissenschaftler wichtiger denn je", klagt Thomas Fertl, Gentechnik-Experte von Greenpeace.

Die Bundesanstalt für Bergbauernfragen analysiert die natürlichen, gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Ursachen der Probleme des Bergraums und anderer benachteiligter Gebiete. Sie zeichnet sich vor allem durch ihre kritische Fragestellung bei agrarpolitischen Themen aus. Da Landwirtschaft und Umweltschutz unmittelbar zusammengehören, hat die Bundesanstalt für Bergbauernfragen auch in diesem Spannungsfeld ständig wichtige Impulse gesetzt und Beiträge formuliert.

Die Zusammenlegung wäre ein schwerer Schlag für eine eigenständige Forschungseinrichtung, die noch nicht im Einflussbereich der Genlobby steht. "Die BABF ist eine international anerkannte Forschungseinrichtung, die auf keinen Fall der Genlobby geopfert werden darf", meint Andrea Paukovits. "So lieferte sie zum Beispiel Grundlagen für die Entscheidung des Europäischen Parlaments zur Errichtung von ökologisch sensiblen und damit gentechnikfreien Gebieten." "Die Bundesanstalt gehört zu den wenigen staatlichen Einrichtungen, die im Umgang mit der Gentechnik konsequent das Vorsorgeprinzip einfordern", so Fertl. "Bundesminister Molterer muss sicherstellen, dass die Bundesanstalt für Bergbauernfragen auch in Zukunft unabhängige Forschung betreiben kann", fordert Fertl abschließend.

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