- 16.09.2000, 17:04:49
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"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Politischer Selbstmord=
Ausgabe vom 17.9.2000
Gestern ist eingetreten, was sich in den letzten Tagen als
tragikomisches Theaterstück abgezeichnet hatte: Reinhold Lexer ist
von seinem Vorstand als Kärntner ÖVP-Chef vor die Tür gesetzt worden.
Es war ein klassischer politischer Selbstmord, nachdem er den
Bezirksobmännern vorgeworfen hatte, Putschisten und Sesselkleber zu
sein. Wer die Hierarchien kennt, weiß, dass damit sein Schicksal
besiegelt war. Ob sich Lexer noch einmal aufrappelt, wird der
Landesparteitag am 14. Oktober zeigen. Um wieder kandidieren zu
können, benötigt er 20 Delegiertenstimmen, die er sicher erhält. Aber
nicht, weil er so gut ist, sondern, weil auch der vorläufige Sieger
Georg Wurmitzer nicht nur Freunde hat.
Dem Sirnitzer war es in den letzten Monaten nicht schwer gefallen,
für sich Stimmung zu erzeugen. Als Gemeinde-, Landwirtschafts- und
Feuerwehrreferent verteilt er nicht nur viel Geld, er ist landauf,
landab unterwegs. Das soll seinen Sieg nicht schmälern. Die
politischen Gegner behaupten von Wurmitzer, er sei bei Verhandlungen
ein schlauer Fuchs, bei dem man aufpassen muss, nicht übertölpelt zu
werden. Egal, vorerst wird es seine Aufgabe sein, wieder für Ruhe im
schwarzen Lager zu sorgen. Aufhorchen ließ der 57-Jährige mit der
Ankündigung, kein Übergangskandidat zu sein.
Eines haben derzeit die drei Kärntner Parteien gemeinsam: Ihre Chefs
sind über 50. Offenbar ist in schwierigen Zeiten Erfahrung gefragt.
Auf welche politische Seite sich Wurmitzer schlägt, wird die Zukunft
zeigen. Gewiss ist, dass dem Pragmatiker jede Koalition recht ist,
die seiner Partei Vorteile bringt.
Rückfragehinweis: Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
E-Mail: [email protected]
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