• 15.09.2000, 10:16:57
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  • OTS0083

Görg: Mit Ergebnissen der Sir-Karl-Popper-Schule zufrieden=

Wien, (OTS) Bei der Pressekonferenz von Vizebürgermeister Dr.
Bernhard Görg wurden Freitag zum zweiten Mal die
wissenschaftlichen Evaluierungsergebnisse der Sir-Karl-Popper-
Schule präsentiert. Die Untersuchung wurde vom BoaS-Institut (Büro
für die Organisation angewandter Sozialforschung)unter der Leitung
von Prof. Ernst Gehmacher durchgeführt.

Vizebürgermeister Görg zeigte sich angesichts der "sehr
positiven" Bewertung durch das Forschungsbüro zufrieden. "Meine
Erwartungen, dass mit der Sir-Karl-Popper-Schule gezielt die
Hochbegabung von Schülerinnen und Schülern gefördert wird, werden
durch die Bewertung des Sozialforschungsinstituts bestätigt," so
Vizebürgermeister Görg. "Es gilt jetzt Niveau und Qualität der
Arbeit der Schule zu halten, bzw. dort wo wir noch gewisse
Anlaufschwierigkeiten haben, nämlich beim Übergang von der
Regelschule zur Modellschule, für den Schüler, die Schülerin die
Barriere bei der Selbstverantwortung des Lernens zu nehmen."****

Fragebogen, Testsitzungen und Leistungstests

Die Ergebnisse der 2-stündigen psychologischen Testsitzungen,
die Fragebogenauswertungen (Schüler-Lehrer-Eltern) und die
Auswertung der Leistungstests bei den Schülerinnen und Schülern
der 1.Klasse Oberstufe liegen vor. Wie letztes Jahr wurden die
Schülerinnen und Schüler der neuen 5. Klasse befragt und getestet.
Insgesamt waren von den 39 Testpersonen, 24 Schülerinnen und 15
Schüler.

Die Auswertung der Ergebnisse hat ergeben:

o dass sich das Schülerauswahlverfahren zur Selektion von

hochbegabten Schülerinnen und Schülern bewährt
o dass die Erwartungen der Eltern, die Schule fördere im
besonderen

die Begabungen ihrer Kinder, voll und ganz erfüllt werden
o dass die hochbegabten Kinder, die von einer Regelschule kommen,

speziell bei der Selbstverantwortung des Lernens gewisse
Anlaufschwierigkeiten haben

Das Schuljahr 1999/2000 war das zweite Jahr der Sir-Karl-
Popper-Schule, des neuen Wiener Schulmodells für
Begabungsförderung. Wie im ersten Jahr wurde auch im zweiten Jahr
eine wissenschaftliche Evaluierung der neuen Schüler (5. Klasse)
vorgenommen.

Das wesentliche Ergebnis ist: Im Vorjahr litten die Neuen
noch unter den hohen Ansprüchen, der zweite Jahrgang hingegen war
am Jahresende psychisch sehr stabil - vielleicht aber auch ein
bisschen bequemer in der Arbeitsmoral. Die Auswahl ist streng.
Alle Schüler sind in ihrer intellektuellen Entwicklung
"hochbegabt", im obersten Bereich. Die Schwerpunkte in den
Begabungen sind aber verschieden - was für die
Persönlichkeitsentwicklung in einer Gemeinschaft, bis zu einem
gewissen Grad, förderlich ist.

Wie von den Wissenschaftern beobachtet und erhoben wurde,
haben es Lehrer und auch Eltern nicht unbedingt leichter mit so
vifen Jugendlichen. Es wurde auch die Kluft sehr deutlich, welche
die Generationen trennt und damit auch die traditionellen Werte
und Erziehungsstile von den modernen. Das Programm der Sir-Karl-
Popper-Schule zielt auf den autonomen Menschen des
Informationszeitalters. Es gelingt aber nicht so leicht, die
Prinzipien einer Erziehung zu Selbständigkeit und demokratischer
Mitsprache immer auch zu leben. Doch gerade auch in dieser für
unsere Gesellschaft so kritischen Problematik ist die Sir-Karl-
Popper-Schule ein "lernendes System".

Einige Resultate sollen Einblick in die wissenschaftliche
Arbeit dieser Evaluierung bieten.

In den Intelligenztests, die von BOAS für die Evaluierung
durchgeführt wurden, liegen die Schülerinnen und Schüler weit über
dem Durchschnitt - wobei die Selektion bei den Burschen offenbar
stärker war als bei den Mädchen, vielleicht auch der Elternehrgeiz
stärker angesprochen. Die Realgymnaisum-Klasse zeigt (insbesondere
bei den Burschen) eine Konzentration auf Hochbegabung im logisch-
mathematischen Denken.

Die Begabungs-Strukturen sind in Realgymnasium und Gymnasium
verschieden, in durchaus erwarteter Richtung zur logischen
Intelligenz. Im Gymnasium streuen die Begabungen breiter (stärker
zu verbaler Intelligenz und kreativen Fähigkeiten).

In der Sir-Karl-Popper-Realgymnasiumklasse ist zweifellos
eine Selektion von Schülern mit überdurchschnittlicher
Intelligenzleistung gegeben. Die Gymnasiumklasse der Sir-Karl-
Popper-Schule unterscheidet sich von der Realgymnasiumklasse vor
allem dadurch, dass es dort auch einen Anteil durchschnittlich
leistungsfähiger Schüler gibt, die sich dort in einem
Konkurrenzverhältnis zu den "Hochbegabten" befinden. In einer
einheitlichen Hochbegabten-Klasse ist der Wettbewerb untereinander
stärker stimuliert, die erlebte Gemeinschaft aber "abgehobener".
Ob sich die homogene oder die heterogene Zusammensetzung besser
bewährt, steht offen. Für beide Strukturen gibt es
Förderungskonzepte - sie sind allerdings verschieden. Die Schule
versteht sich, im Sinne von Sir Karl Popper, als "offenes System".

Dieses positive Ergebnis kann, nach dem
Schülerauswahlverfahren für die Sir-Karl-Popper-Schule, nicht
überraschen. Es lässt sich daraus noch keine Aussage treffen, wie
diese Leistungen im Vergleich zu unterschiedlichen Wiener Schulen
zu beurteilen sind. Die Streuung ist auch zwischen den
Regelschulen bedeutend. Doch ein Grundprinzip der Sir-Karl-Popper-
Schule ist sicher erreicht: eine positive Selektion in der
Intelligenz.

Aus den psychologischen Tests ließ sich weiters der Schluss
ziehen:

Die Sir-Karl-Popper-Schüler der 5. Klasse zeigen in keiner
Hinsicht das Bild besonderer Stress-Deformation oder
psychosomatischer Schädigungen - trotz häufigerer
Übersensibilisierung durch höhere Ansprüche an sich selbst und von
Seiten der Sir-Karl-Popper-Schule.

Der Stress ist auch deutlich geringer, wenn die
Leistungsfähigkeit höher ist. Dabei ist der direkte Zusammenhang
zwischen Intelligenz und den anderen Faktoren weitgehend
unabhängig vom Schultyp. Schwächere Intelligenztestergebnissse und
psychosomatische Belastung korrelieren deutlich - wobei Ursache
und Wirkung ambivalent sein dürften.

Die Daten geben einen Einblick in wesentlichen Zusammenhänge
der Begabungsentwicklung. Die Größen dürfen hier allerdings nur
für die kleine Auswahl an Schülern Gültigkeit beanspruchen. Und
alle Wirkungen gehen interaktiv in beide Richtungen. (Schluss) lei

Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Andrea Leitner
Tel.: 4000/81 414
e-mail: lei@gpz.magwien.gv.at

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