Görg: Mit Ergebnissen der Sir-Karl-Popper-Schule zufrieden

Wien, (OTS) Bei der Pressekonferenz von Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg wurden Freitag zum zweiten Mal die
wissenschaftlichen Evaluierungsergebnisse der Sir-Karl-Popper-Schule präsentiert. Die Untersuchung wurde vom BoaS-Institut (Büro für die Organisation angewandter Sozialforschung)unter der Leitung von Prof. Ernst Gehmacher durchgeführt.

Vizebürgermeister Görg zeigte sich angesichts der "sehr positiven" Bewertung durch das Forschungsbüro zufrieden. "Meine Erwartungen, dass mit der Sir-Karl-Popper-Schule gezielt die Hochbegabung von Schülerinnen und Schülern gefördert wird, werden durch die Bewertung des Sozialforschungsinstituts bestätigt," so Vizebürgermeister Görg. "Es gilt jetzt Niveau und Qualität der Arbeit der Schule zu halten, bzw. dort wo wir noch gewisse Anlaufschwierigkeiten haben, nämlich beim Übergang von der Regelschule zur Modellschule, für den Schüler, die Schülerin die Barriere bei der Selbstverantwortung des Lernens zu nehmen."****

Fragebogen, Testsitzungen und Leistungstests

Die Ergebnisse der 2-stündigen psychologischen Testsitzungen, die Fragebogenauswertungen (Schüler-Lehrer-Eltern) und die Auswertung der Leistungstests bei den Schülerinnen und Schülern der 1.Klasse Oberstufe liegen vor. Wie letztes Jahr wurden die Schülerinnen und Schüler der neuen 5. Klasse befragt und getestet. Insgesamt waren von den 39 Testpersonen, 24 Schülerinnen und 15 Schüler.

Die Auswertung der Ergebnisse hat ergeben:

o dass sich das Schülerauswahlverfahren zur Selektion von

hochbegabten Schülerinnen und Schülern bewährt
o dass die Erwartungen der Eltern, die Schule fördere im
besonderen

die Begabungen ihrer Kinder, voll und ganz erfüllt werden
o dass die hochbegabten Kinder, die von einer Regelschule kommen,

speziell bei der Selbstverantwortung des Lernens gewisse Anlaufschwierigkeiten haben

Das Schuljahr 1999/2000 war das zweite Jahr der Sir-Karl-Popper-Schule, des neuen Wiener Schulmodells für Begabungsförderung. Wie im ersten Jahr wurde auch im zweiten Jahr eine wissenschaftliche Evaluierung der neuen Schüler (5. Klasse) vorgenommen.

Das wesentliche Ergebnis ist: Im Vorjahr litten die Neuen
noch unter den hohen Ansprüchen, der zweite Jahrgang hingegen war am Jahresende psychisch sehr stabil - vielleicht aber auch ein bisschen bequemer in der Arbeitsmoral. Die Auswahl ist streng.
Alle Schüler sind in ihrer intellektuellen Entwicklung "hochbegabt", im obersten Bereich. Die Schwerpunkte in den Begabungen sind aber verschieden - was für die Persönlichkeitsentwicklung in einer Gemeinschaft, bis zu einem gewissen Grad, förderlich ist.

Wie von den Wissenschaftern beobachtet und erhoben wurde,
haben es Lehrer und auch Eltern nicht unbedingt leichter mit so vifen Jugendlichen. Es wurde auch die Kluft sehr deutlich, welche die Generationen trennt und damit auch die traditionellen Werte
und Erziehungsstile von den modernen. Das Programm der Sir-Karl-Popper-Schule zielt auf den autonomen Menschen des Informationszeitalters. Es gelingt aber nicht so leicht, die Prinzipien einer Erziehung zu Selbständigkeit und demokratischer Mitsprache immer auch zu leben. Doch gerade auch in dieser für unsere Gesellschaft so kritischen Problematik ist die Sir-Karl-Popper-Schule ein "lernendes System".

Einige Resultate sollen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit dieser Evaluierung bieten.

In den Intelligenztests, die von BOAS für die Evaluierung durchgeführt wurden, liegen die Schülerinnen und Schüler weit über dem Durchschnitt - wobei die Selektion bei den Burschen offenbar stärker war als bei den Mädchen, vielleicht auch der Elternehrgeiz stärker angesprochen. Die Realgymnaisum-Klasse zeigt (insbesondere bei den Burschen) eine Konzentration auf Hochbegabung im logisch-mathematischen Denken.

Die Begabungs-Strukturen sind in Realgymnasium und Gymnasium verschieden, in durchaus erwarteter Richtung zur logischen Intelligenz. Im Gymnasium streuen die Begabungen breiter (stärker zu verbaler Intelligenz und kreativen Fähigkeiten).

In der Sir-Karl-Popper-Realgymnasiumklasse ist zweifellos
eine Selektion von Schülern mit überdurchschnittlicher Intelligenzleistung gegeben. Die Gymnasiumklasse der Sir-Karl-Popper-Schule unterscheidet sich von der Realgymnasiumklasse vor allem dadurch, dass es dort auch einen Anteil durchschnittlich leistungsfähiger Schüler gibt, die sich dort in einem Konkurrenzverhältnis zu den "Hochbegabten" befinden. In einer einheitlichen Hochbegabten-Klasse ist der Wettbewerb untereinander stärker stimuliert, die erlebte Gemeinschaft aber "abgehobener".
Ob sich die homogene oder die heterogene Zusammensetzung besser bewährt, steht offen. Für beide Strukturen gibt es Förderungskonzepte - sie sind allerdings verschieden. Die Schule versteht sich, im Sinne von Sir Karl Popper, als "offenes System".

Dieses positive Ergebnis kann, nach dem Schülerauswahlverfahren für die Sir-Karl-Popper-Schule, nicht überraschen. Es lässt sich daraus noch keine Aussage treffen, wie diese Leistungen im Vergleich zu unterschiedlichen Wiener Schulen
zu beurteilen sind. Die Streuung ist auch zwischen den
Regelschulen bedeutend. Doch ein Grundprinzip der Sir-Karl-Popper-Schule ist sicher erreicht: eine positive Selektion in der Intelligenz.

Aus den psychologischen Tests ließ sich weiters der Schluss ziehen:

Die Sir-Karl-Popper-Schüler der 5. Klasse zeigen in keiner Hinsicht das Bild besonderer Stress-Deformation oder psychosomatischer Schädigungen - trotz häufigerer Übersensibilisierung durch höhere Ansprüche an sich selbst und von Seiten der Sir-Karl-Popper-Schule.

Der Stress ist auch deutlich geringer, wenn die Leistungsfähigkeit höher ist. Dabei ist der direkte Zusammenhang zwischen Intelligenz und den anderen Faktoren weitgehend
unabhängig vom Schultyp. Schwächere Intelligenztestergebnissse und psychosomatische Belastung korrelieren deutlich - wobei Ursache
und Wirkung ambivalent sein dürften.

Die Daten geben einen Einblick in wesentlichen Zusammenhänge der Begabungsentwicklung. Die Größen dürfen hier allerdings nur für die kleine Auswahl an Schülern Gültigkeit beanspruchen. Und alle Wirkungen gehen interaktiv in beide Richtungen. (Schluss) lei

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