- 13.09.2000, 14:43:47
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- OTS0248
Export ist Österreichs Wohlstandsmotor Nummer eins
Leitl: Investition in den Export bedeutet Sicherung von Arbeitsplätzen, Konjunktur und Wohlstand
Wien(PWK768) Der Export ist Österreichs Wohlstandsmotor Nummer eins.
Schließlich hängt rund jeder dritte Arbeitsplatz in unserem Lande
direkt vom Export ab, d. h. er sichert die Beschäftigung von rund 1
Million Arbeitnehmern. "Es ist durchaus möglich, dass die
österreichischen Exporte heuer erstmals die Schallmauer von 1000
Milliarden Schilling durchbrechen", betonte Christoph Leitl,
Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), und meint weiter:
"So positiv die derzeitige Entwicklung aber auch ist, so darf man
darüber hinaus nicht vergessen, dass es Schwächen in der
Exportstruktur gibt, die unbedingt verbessert werden müssen".
+ Es herrscht eine sehr starke Exportkonzentration. Außerhalb Europas
wickelt Österreich nicht einmal ein Fünftel seines Exportgeschäfts
ab. 80 Prozent der Exporte bleiben in Europa. "Aber Europa ist schon
unsere Heimat. Außerhalb Europas gibt es zur Zeit die aktivsten
Märkte der Welt. Diese Chance muss die österreichische Wirtschaft
nutzen", so Leitl.
+ Die österreichische Präsenz auf den Überseemärkten ist zu schwach.
Der Anteil der Lateinamerika-Exporte an den österreichischen
Weltexporten betrug heuer im ersten Halbjahr nur 1 Prozent. Auch nach
Asien sind die Ausfuhren mit einem Anteil von 5,4 Prozent
unterentwickelt.
+ Wir brauchen mehr Firmen im Export! Nur etwa 15.000 Unternehmen,
also 5 Prozent, exportieren. Dies ist zu wenig.Um dem entgegenwirken
zu können, wird die Wirtschaftskammer folgende drei Maßnahmen
einleiten.
+ Spezielle Konzentration auf die Beratung und Motivation von Klein-
und Mittelbetrieben in den Export zu gehen. Die Wirtschaftskammer
Österreich bietet künftig ein konkretes und strukturiertes
Beratungsprogramm für KMUs. "Wir werden die Unternehmen bei der Hand
nehmen und sie in den Export führen."
+ Forcierung von Marketing-Kleinbüros der
WKÖ-Außenwirtschaftsorganisation. Damit können wir gezielter auf die
Bedürfnisse der österreichischen Exportunternehmen vor Ort eingehen.
Im Rahmen der Exportoffensive der Bundesregierung konnte die WKÖ in
den letzten beiden Jahren 17 solcher Büros erfolgreich einsetzen. Für
Leitl ist dieser Punkt besonders wichtig und darf keine Frage von
Kosten sein, da "sich die Kosten in kalkulierbaren und
erschwinglichen Grenzen halten und in den Export investiert werden
muss. Denn das bedeutet Investieren in die Zukunft für die
nachhaltige Sicherung von Arbeitsplätzen, einer guten Konjunktur und
des Wohlstands in Österreich."
+ Mit Clustern auf Weltmärkte! Wir müssen die Kräfte bündeln,
speziell als klein- und mittelbetrieblich strukturiertes Land.
Exportfirmen einer Branche - zB im Bereich Lebensmittel,
Wasserwirtschaft, etc. - schließen sich zusammen, um auf
Exportmärkten gemeinsam, gleichsam als eine Marke bzw.
Großunternehmen, aufzutreten. Kooperation und Synergieeffekte treten
anstelle von Konkurrenzdenken und Einzelkämpfertum mit dem Ziel, den
Exportumsatz zu erhöhen.
Mit Stolz verwies Egon Winkler, Generalsekretär Stellvertreter der
WKÖ, auf die höchste Steigerung bei Österreichs Exporten seit den
60-er Jahren. Mit einem Plus von 18,1 Prozent erreichten die
Ausfuhren 467 Milliarden Schilling. Die Einfuhren legten ebenfalls
kräftig zu, um 15,1 Prozent auf 497 Milliarden Schilling. Das
Handelsbilanzdefizit Österreichs liegt demnach 6 Milliarden Schilling
unter dem vorjährigen Halbjahreswert, was einer Reduktion um 17
Prozent entspricht. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr 2000 würde dies
55 Milliarden Schilling Defizit bedeuten. "Das Handelsdefizit ist
damit zwar immer noch zu hoch, aber wir befinden uns absolut am
richtigen Weg", zeigt sich Winkler mit der Situation durchaus
zufrieden.
Auf die Frage, ob die gestern aufgehobenen Sanktionen einen Einfluss
auf die Außenhandelszahlen gehabt hätten, meint Winkler: "Dank
intensiver Informationstätigkeiten der Unternehmer, aber auch der
Wirtschaftskammer selbst, ist es gelungen das Ausland zu überzeugen,
dass es sich schließlich um politische Sanktionen und nicht um einen
Wirtschaftsboykott gehandelt hat."
Für Präsident Leitl war dies ein eindeutiges Zeichen dafür, dass "die
Wirtschaft nach anderen Gesetzen als die Politik funktioniert. Bestes
Beispiel dafür ist die EU-Erweiterung. Während die Politik noch
überlegt, wann und wie die Erweiterung vollzogen werden soll und
kann, handelt die Wirtschaft bereits, was die Erfolgszahlen mit
Ländern aus Mittel- und Osteuropa eindeutig bestätigen." (WG)
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
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Fax: (01) 50105-263
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