Export ist Österreichs Wohlstandsmotor Nummer eins

Leitl: Investition in den Export bedeutet Sicherung von Arbeitsplätzen, Konjunktur und Wohlstand

Wien(PWK768) Der Export ist Österreichs Wohlstandsmotor Nummer eins. Schließlich hängt rund jeder dritte Arbeitsplatz in unserem Lande direkt vom Export ab, d. h. er sichert die Beschäftigung von rund 1 Million Arbeitnehmern. "Es ist durchaus möglich, dass die österreichischen Exporte heuer erstmals die Schallmauer von 1000 Milliarden Schilling durchbrechen", betonte Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), und meint weiter:
"So positiv die derzeitige Entwicklung aber auch ist, so darf man darüber hinaus nicht vergessen, dass es Schwächen in der Exportstruktur gibt, die unbedingt verbessert werden müssen".

+ Es herrscht eine sehr starke Exportkonzentration. Außerhalb Europas wickelt Österreich nicht einmal ein Fünftel seines Exportgeschäfts ab. 80 Prozent der Exporte bleiben in Europa. "Aber Europa ist schon unsere Heimat. Außerhalb Europas gibt es zur Zeit die aktivsten Märkte der Welt. Diese Chance muss die österreichische Wirtschaft nutzen", so Leitl.
+ Die österreichische Präsenz auf den Überseemärkten ist zu schwach. Der Anteil der Lateinamerika-Exporte an den österreichischen Weltexporten betrug heuer im ersten Halbjahr nur 1 Prozent. Auch nach Asien sind die Ausfuhren mit einem Anteil von 5,4 Prozent unterentwickelt.
+ Wir brauchen mehr Firmen im Export! Nur etwa 15.000 Unternehmen, also 5 Prozent, exportieren. Dies ist zu wenig.Um dem entgegenwirken zu können, wird die Wirtschaftskammer folgende drei Maßnahmen einleiten.

+ Spezielle Konzentration auf die Beratung und Motivation von Klein-und Mittelbetrieben in den Export zu gehen. Die Wirtschaftskammer Österreich bietet künftig ein konkretes und strukturiertes Beratungsprogramm für KMUs. "Wir werden die Unternehmen bei der Hand nehmen und sie in den Export führen."
+ Forcierung von Marketing-Kleinbüros der WKÖ-Außenwirtschaftsorganisation. Damit können wir gezielter auf die Bedürfnisse der österreichischen Exportunternehmen vor Ort eingehen. Im Rahmen der Exportoffensive der Bundesregierung konnte die WKÖ in den letzten beiden Jahren 17 solcher Büros erfolgreich einsetzen. Für Leitl ist dieser Punkt besonders wichtig und darf keine Frage von Kosten sein, da "sich die Kosten in kalkulierbaren und erschwinglichen Grenzen halten und in den Export investiert werden muss. Denn das bedeutet Investieren in die Zukunft für die nachhaltige Sicherung von Arbeitsplätzen, einer guten Konjunktur und des Wohlstands in Österreich."
+ Mit Clustern auf Weltmärkte! Wir müssen die Kräfte bündeln, speziell als klein- und mittelbetrieblich strukturiertes Land. Exportfirmen einer Branche - zB im Bereich Lebensmittel, Wasserwirtschaft, etc. - schließen sich zusammen, um auf Exportmärkten gemeinsam, gleichsam als eine Marke bzw. Großunternehmen, aufzutreten. Kooperation und Synergieeffekte treten anstelle von Konkurrenzdenken und Einzelkämpfertum mit dem Ziel, den Exportumsatz zu erhöhen.

Mit Stolz verwies Egon Winkler, Generalsekretär Stellvertreter der WKÖ, auf die höchste Steigerung bei Österreichs Exporten seit den 60-er Jahren. Mit einem Plus von 18,1 Prozent erreichten die Ausfuhren 467 Milliarden Schilling. Die Einfuhren legten ebenfalls kräftig zu, um 15,1 Prozent auf 497 Milliarden Schilling. Das Handelsbilanzdefizit Österreichs liegt demnach 6 Milliarden Schilling unter dem vorjährigen Halbjahreswert, was einer Reduktion um 17 Prozent entspricht. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr 2000 würde dies 55 Milliarden Schilling Defizit bedeuten. "Das Handelsdefizit ist damit zwar immer noch zu hoch, aber wir befinden uns absolut am richtigen Weg", zeigt sich Winkler mit der Situation durchaus zufrieden.

Auf die Frage, ob die gestern aufgehobenen Sanktionen einen Einfluss auf die Außenhandelszahlen gehabt hätten, meint Winkler: "Dank intensiver Informationstätigkeiten der Unternehmer, aber auch der Wirtschaftskammer selbst, ist es gelungen das Ausland zu überzeugen, dass es sich schließlich um politische Sanktionen und nicht um einen Wirtschaftsboykott gehandelt hat."

Für Präsident Leitl war dies ein eindeutiges Zeichen dafür, dass "die Wirtschaft nach anderen Gesetzen als die Politik funktioniert. Bestes Beispiel dafür ist die EU-Erweiterung. Während die Politik noch überlegt, wann und wie die Erweiterung vollzogen werden soll und kann, handelt die Wirtschaft bereits, was die Erfolgszahlen mit Ländern aus Mittel- und Osteuropa eindeutig bestätigen." (WG)

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