Greenpeace-Aktion vor Regierungsgebäude in Prag

20 Aktivisten aus fünf Ländern mahnen Verantwortung Tschechiens ein

Prag/Wien (OTS) - Greenpeace-Aktivisten erinnerten heute vor dem Sitz der tschechischen Regierung in Prag an die Opfer der weltweiten Nuklearkatastrophen. 20 Aktivisten aus fünf Ländern legten sich als potentielle Atomopfer vor dem Regierungssitz auf den Boden. Die Umweltorganisation appellierte mit dieser von einer Alarmsirene begleiteten "Mahnwache" an die tschechische Regierung, ihre Verantwortung für Leben und Gesundheit der Menschen in Europa wahrzunehmen. Ein Banner erinnerte an die an die großen Nuklearunfälle 1957 in British Windscale, 1986 in Tschernobyl und 1999 in Tokaimura mit ihren verheerenden Folgen für Menschen und Umwelt.

"Milos Zeman und seine Regierung müssen endlich begreifen, dass sie im Fall eines Unfalls in Temelin für Leben und Gesundheit von Millionen Menschen einstehen werden müssen", sagte der Direktor des tschechischen Greenpeace-Büros Jiri Tutter und verlangte den sofortigen Stopp der Vorbereitung zur Aktivierung.

Greenpeace deckte seit zwei Monaten immer wieder Sicherheitsmängel in Temelin auf, die den Betrieb gefährden können und im schlimmsten Fall einen nuklearen Unfall verursachen können. Sowohl die Temelin-Betreibergesellschaft CEZ als auch die staatliche Atomaufsichtsbehörde SUJB verharmlosten immer wieder diese gravierenden Mängel. Greenpeace machte vor kurzem eine Anzeige gegen Unbekannt, da Indizien auftauchten, dass ein Kühlrohr falsch repariert wurde und vermutlich die Dokumente dazu gefälscht wurden. "Die rechtlichen Aspekte dieser Indizien müssen vor einer Aktivierung unbedingt geprüft werden", so Tutter.

Die Umweltorganisation kritisiert die Vorgangsweise der tschechischen Regierung, die immer wieder die Verantwortung auf die CEZ oder die SUJB abschob. Der tschechische Staat ist der Mehrheitseigentümer der CEZ und daher ist der Minister für Industrie und Handel auch verantwortlich für das Vorgehen dieser Betreibergesellschaft. Auch die SUJB ist eine staatliche Behörde und fällt direkt unter die Verantwortung der Regierung.

Zudem ist die tschechische Regierung auch für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt verantwortlich. Wenn die Regierung die Sicherheit Temelins nicht garantieren kann, kann das katastrophale Folgen für die tschechische Bevölkerung und alle Bürger Europas haben. Greenpeace verlangt daher eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung und erinnert außerdem an den Trend in Europa zur Entwicklung nachhaltiger Energieformen.

Zuletzt appelliert die Umweltorganisation an die Verantwortung der tschechischen Regierung für die demokratische Entwicklung des Landes. Greenpeace kritisiert dazu die Einschüchterungsversuche von Personen, die auf Sicherheitsprobleme im Hochrisikoreaktor hinwiesen. "Besonders unangebracht war der unverhältnismäßige Polizeieinsatz während einer Greenpeace-Aktion in Prag am 13. Juli dieses Jahres und der Versuch der CEZ, das Prager Greenpeace-Büro mit einer Millionenklage mundtot zu machen", mahnte Jan Haverkamp, Temelin-Koordinator von Greenpeace Tschechien, abschließend.

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