- 12.09.2000, 09:45:52
- /
- OTS0073
ARBÖ: Autofahrer eindeutig für mehr Baustellensicherheit, mehr Kontrollen an Gefahrenstellen und gegen Privatsheriffs
Wien (ARBÖ) - Die zahlreichen schweren Unfälle auf Österreichs
Sraßen, besonders in Gegenverkehrsbereichen, sowie der ständig
zunehmende Lkw-Verkehr, national sowie international, haben
gezeigt, dass Verbesserungen der Verkehrssicherheit unbedingt
erforderlich sind. Der ARBÖ nahm dies zum Anlass für eine
Internet-Umfrage und wird deren Ergebnis und seine
Verbesserungsvorschläge an das zuständige Ministerium
weiterleiten.
Baustellen sind oft reine Nervensache
Im folgenden die Ergebnisse der ARBÖ-Umfrage zusammengefasst:
73 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich bei der Fahrt
durch einen Baustellenbereich "nicht ganz wohl" und "ziemlich
unsicher" fühlen, 5 Prozent sind "unsicher bis ängstlich". Dagegen
fühlen sich 22 Prozent beim Durchfahren von Baustellen "ziemlich
sicher".
Faktum ist, dass Baustellen mit Verkehrsumleitungen und
Gegenverkehrsbereichen stets ein Eingriff in den Verkehrsfluss
sind und von den Autofahrern ein hohes Maß an Konzentration und
rasche Reaktion verlangen, so die ARBÖ-Verkehrsexperten. Immer
wieder kommt es in Baustellen- und Staubereichen zu
Auffahrunfällen. Grund dafür ist der zu geringe Sicherheitsabstand
und das nicht Einhalten der Geschwindigkeitsbeschränkungen.
Richtiges und diszipliniertes Verhalten im Straßenverkehr kann
daher "lebenswichtig" werden.
Es wird dennoch überholt
Obwohl bei der Durchfahrt einer Baustelle mit den Autofahrern
stets ein ungutes Gefühl mitfährt, gaben 63 Prozent an zu
"überholen wenn möglich und notwendig". 32 Prozent fahren stets
vorschriftsmäßig und immerhin gaben 28 Prozent an, dass sie oft
auch schneller fahren als erlaubt ist.
Die ARBÖ-Verkehrsexperten raten unbedingt die erlaubte
Geschwindigkeit und den erforderlichen Mindestabstand zum vorderen
Fahrzeug einzuhalten. Bei 80 km/h, der überwiegende Teil der
Baustellenbereiche ist so beschildert, sind das 15 bis 20 Meter.
Weiters sollte man rechtzeitig einen Fahrstreifen auswählen und
sich einordnen. Wer sich unsicher fühlt, sollte den rechten, meist
breiteren Fahrstreifen wählen. Überholmanöver sollten, sofern der
Fahrstreifen im Baustellenbereich für den einzelnen Autofahrer
"auch breit genug scheint", zügig und nicht zögerlich durchgeführt
werden.
Baustellenabsicherung eindeutig verbesserungswürdig
Auf die Frage, ob Baustellen rechtzeitig, ausreichend und mit
entsprechenden Begleitmaßnahmen angekündigt werden, antworteten
mehr als die Hälfte der Befragten, 55 Prozent, das die
Kennzeichnung der Baustellen "verwirrend" und "ungenügend" sind.
43 Prozent fanden die Sicherheitsvorkehrung als "ausreichend".
Um das Gefahrenpotential möglichst gering zu halten, muss nach
Meinung des ARBÖ eine richtige und gewissenhafte Absicherung der
Baustellen - im Interesse aller Verkehrsteilnehmer - an oberster
Stelle stehen. Es gibt hier sicher Möglichkeiten, die eine oder
andere Baustellenabsperrung auch auf ein für die Bauarbeiter
sicheres Mindestmaß zu optimieren oder nicht mehr notwendige
Absperrungen, Verkehrszeichen und Fahrbahntrennungen rechtzeitig
vor dem Wochenende zu entfernen.
Permanente Kontrollen der Baustellenabsicherung gefordert
Die Liste der angegeben Verbesserungsvorschläge, um die
Gefahrenpotentiale zu entschärfen, lautet: 74 Prozent sind für
breitere Fahrstreifen, 61 Prozent für Fahrbahnteiler, und 49
Prozent für permanente Kontrollen der Baustellenabsicherung
(Verkehrszeichen, Markierungen,...). Weiters wurden genannt:
bessere Bodenmarkierungen, mehr Pannenbuchten, bessere
Beschilderung, nur eine Fahrspur pro Richtung, Herabsetzung des
Tempolimits.
Jede Arbeit auf "öffentlichem Grund und Boden" ist
genehmigungspflichtig und muss von den zuständigen Behörden
bewilligt werden. Darin werden die notwendigen
Verkehrsbeschränkungen wie Geschwindigkeitsbeschränkung,
Überholverbot, vorgeschriebene Fahrtrichtung, Wartepflicht und die
Anbringung der Straßenverkehrszeichen festgelegt. Für den ARBÖ ist
es daher unbedingt erforderlich, dass die genehmigten
Verkehrsbeschränkungen auch permanent kontrolliert werden.
Mehrheit für Reduzierung des Tempolimits
In der Verschwenkung, also bei der Ein- und Ausfahrt in den/aus
dem Gegenverkehrsbereich, wünschen sich 60 Prozent der Befragten
eine Reduzierung der erlaubten Geschwindigkeit zwischen 50 und 30
km/h. 41 Prozent sind der Ansicht, dass 60 km/h völlig ausreichend
sind.
Im Gegenverkehrsbereich sind immerhin 51 Prozent für eine
geringere Geschwindigkeit als 80 km/h, während 38 Prozent für 80
km/h sind. Im Gegensatz dazu ist für 10 Prozent der Autofahrer das
80 km/h Limit zu gering, es muss schnelleres Fahren erlaubt sein.
72 Prozent für Überwachung von Gefahrenstellen
72 Prozent der Befragten erachten es als "wichtig und
sinnvoll", dass Gefahrenstellen von der Exekutive generell
überwacht werden. Lediglich 12 Prozent sind der Meinung, dass dies
überhaupt "nicht wichtig" ist.
Für 43 Prozent, werden die Baustellenbereiche von der Exekutive
derzeit ungenügend überwacht, 28 Prozent sehen es gerade noch als
genügend an.
Zivilstreifen wirkungsvollste Überwachung
Als wirkungsvollste Überwachungsmöglichkeiten sehen die
Befragten darin, den Einsatz von mehr Zivilstreifen (27 Prozent),
Radarkabinen (24 Prozent) und Laserpistolen (20 Prozent). Als
völlig wirkungs- und sinnlose Überwachungsmöglichkeit wurde das
Aufstellen von Pappgendarmen und der Einsatz von Hubschraubern
bezeichnet.
79% sagen NEIN zu "Privatsheriffs"
Den Plänen mancher Politiker, vermehrt "Privatsheriffs" zur
Verkehrsüberwachung einzusetzen, wurde von den Autofahrern eine
klare Absage erteilt: 79 Prozent der Befragten sind "dagegen",
dass Private zur Überwachung des Verkehrs herangezogen werden.
ARBÖ-Präsident Dr. Herbert Schachter sieht sich durch die
Meinung der Autofahrer bestärkt: "Neue Gesetze gegen Raserei und
Alkohol am Steuer sind nicht erforderlich, denn im Kraftfahrgesetz
ist die Frage der Verkehrszuverlässigkeit sehr genau definiert.
Wir treten daher auch einer Einführung eines Punkteführerscheins
entgegen. Die Exekutive und Behörde in Österreich hat schon jetzt
ausreichend gesetzliche Möglichkeiten, "schwarze Schafe” aus dem
Verkehr zu ziehen und mit Führerscheinentzug vorzugehen.
Überwachung ist notwendig. Wenn man nicht mehr Beamte auf die
Straßen schicken kann, dann sollte die Überwachung jedoch
risikobezogener und effizient bei den Gefahrenstellen erfolgen.
Tempoüberprüfungen stellen sich oft als reine Fiskalmaßnahme dar,
wenn nicht dort kontrolliert wird, wo die Überschreitung der
erlaubten Höchstgeschwindigkeit gefährliche Folgen haben kann.
Auch den Plänen Private zur Verkehrsüberwachung einzusetzen wurde
durch diese Umfrage eine klare Absage erteilt."
Zum Thema Gefahrenstellen im Straßenverkehr meinte Dr.
Schachter abschliessend: "Die Unfallgefahrenstellen gehören
ausgemerzt und die Straßen baulich in einen einwandfreien,
sicheren Zustand gebracht. Es ist geradezu fahrlässig, wichtige
Straßenbauvorhaben auf die lange Bank zu schieben - mit der
mangelhaften Finanzierung des Straßenbaus wird der
Verkehrssicherheit ein schlechter Dienst erwiesen".
Rückfragehinweis: ARBÖ Presse
Tel.: (01) 89121-244
e-mail: presse@arboe.at
Internet: http://www.arboe.at
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAR/NAR