FORMAT: Justiz dehnt Ermittlungen in Bank Burgenland-Affäre aus

Bankensachverständiger deckt neue haarsträubende Details auf

Wien (OTS) - Nach der Fertigstellung der Anklageschrift gegen Ex-Bank Burgenland-Generaldirektor Ernst Gassner dehnt die Justiz nun die Ermittlungen auf zwei pensionierte Ex-Vorstände sowie Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfer der Bank aus. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Laut FORMAT will die Eisenstädter Untersuchungsrichterin Doris Praunias neben Gassner - ihm drohen laut Anklage wegen Untreue, fahrlässiger Krida und eines Vergehens nach dem Aktienrecht zehn Jahre Haft - auch die beiden Ende März pensionierten Vorstände Manfred Schneider und Günter Widder zur Verantwortung ziehen. In die Ermittlungen einbezogen werden außerdem Aufsichtsräte und Wirtschaftsprüfer der Bank Burgenland, die durch faule Kredite an den mutmaßlichen Milliardenbetrüger Gualterio Alejandro Hom-Rusch alias Walter Alexander Thom einen Schaden von rund 2,35 Milliarden Schilling erlitten hat.

Wie FORMAT weiter berichtet, deckt ein Gutachten des Bankensachverständigen Herbert M. Glotz neue haarsträubende Details der Affäre auf. So hat die Bank zwischen März 1997 und März 2000 für die Vermittlung von praktisch wertlosen Grundschuldbriefen 180 Millionen Provision gezahlt. Laut Gutachten floß das Geld an Personen "aus dem Bekanntenkreis des Herrn Hom-Rusch alias Thom und Vertriebsapparate wie die bekannt gewordene Fundtrue Ltd." - einer von Freunden des Milliardenjongleurs gegründeten Firma in Großbritannien.

Der Gutachter hat laut FORMAT außerdem herausgefunden, daß die Bank dem Chef der Howe-Gruppe auch noch zu einem Zeitpunkt Kredite nachgeworfen hat, als Experten der Nationalbank bereits ihren vernichtenden Prüfbericht vorgelegt hatten. Die Kreditsumme kletterte vom Jahreswechsel bis zum 14. Juli dieses Jahres dennoch um weitere 421 Millionen auf insgesamt 2,643 Milliarden Schilling. Laut Gutachter Glotz trifft die Hauptverantwortung für das Versagen aller Kontrollmechanismen die Wirtschaftsprüfer der Bank. Sie hätten die Malversationen 1996 bemerken müssen: "Damals wäre vorraussichtlich weniger als die Hälfte des heutigen Schadensausmaßes schlagend geworden."

FORMAt zitiert Thomas Piplak, der Strafverteidiger des in Berlin in Untersuchungshaft sitzenden Ex-Howe-Chefs Hom-Rusch alias Thom, mit den Worten: "Mein Mandant erklärt klipp und klar, daß er sich nicht bereichert hat."

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