- 05.09.2000, 12:17:03
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Brauner zu Schulanfang: Was Wien für Mädchen macht=
Mädchengerechte Parks - Berufsausbildung - Gemeinde Wien setzt auf Mädchen
Wien, (OTS) Anlässlich des Schulbeginns in Wien zeigte
Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner gegenüber der
Rathauskorrespondenz auf, was die Stadt Wien speziell für Mädchen
macht. "Von mädchengerechten Parkanlagen bis zu einem
geschlechtersensiblen Kindergarten reicht das Angebot. Dazu kommen
zahlreiche Angebote aus dem Bereich Berufsorientierung, wo wir
versuchen, Mädchen für nicht-traditionelle Ausbildungen zu
interessieren." Darüber hinaus, so die Stadträtin weiter, gibt es
auch für Mädchen aus ZuwanderInnenfamilien spezielle Angebote.
Beispielsweise der Verein Echo, der sogar einmal im Jahr eine
Ladies Night veranstaltet, einen Abend, der von der Musik bis zur
Security von Mädchen organisiert wird. "Gerade für Mädchen, die
aus Familien mit einem traditionellen Rollenverhalten kommen, ist
es ganz wichtig Selbstvertrauen und die Möglichkeit sich
darzustellen, zu bekommen". Im Rahmen des vom Wiener
Integrationsfonds initiierten Projektes "INTERFACE" wird
Jugendlichen der sogenannten "zweiten Generation" der Zugang zu
neuen Technologien vermittelt und auch die Möglichkeit geboten,
neue Medien auszuprobieren und zu erlernen.****
Mädchengerechte Planung von Parks
Schon vor einiger Zeit ging das Frauenbüro der Stadt Wien,
MA57, in einer Studie mit dem Titel "Verspielte Chancen - Mädchen
im öffentlichen Raum" dem Thema Platz für Mädchen und Frauen in
öffentlichen Spiel- und Erholungsräumen nach. Belegt wurde durch
diese Studie, was leider ohnehin offensichtlich ist: die
Spielplätze und Parks werden bei den größeren Kindern vor allem
von Burschen benutzt. Was vor allem daran liegt, dass sich die
meisten Angebote - Stichwort Fussballkäfig - an den Bedürfnissen
und Vorlieben der Burschen orientieren. Für die Wiener
Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner war daher die
Schlussfolgerung klar: "Mädchen brauchen mehr Spielraum!" Denn:
"Mädchen sind bezüglich ihrer Raumaneignung zurückhaltender und
ziehen sich etwa ab dem 10.Lebensjahr fast gänzlich aus den
Parkanlagen und öffentlichen Spielflächen zurück", unterstrich
Brauner die Ausgangssituation.
Die Leitstelle "Alltags- und frauengerechtes Planen und
Bauen" (Stadtbaudirektion Wien) hat daher im letzten Jahr einen
Wettbewerb, unter Mitwirkung des Stadtgartenamtes - MA 42,
durchgeführt. Am Beispiel des Einsiedlerparks und des St.-Johann-
Parks (beide in Wien Margareten) wurden daher Gestaltungsideen
entwickelt, die ein ausgewogenes Verhältnis von weiblichen und
männlichen Kindern und Jugendlichen bezüglich Nutzung der
Freiflächen unterstützen. Dank des Interesses und der
Unterstützung von BV Ing. Kurt Wimmer können in diesem Jahr die
Planungsergebnisse auch tatsächlich umgesetzt werden.
Im Rahmen dieses Wettbewerbs wurden Gestaltungsideen
entwickelt, mithilfe derer ein ausgewogenes Verhältnis von
weiblichen und männlichen Kindern und Jugendlichen bei der
Parknutzung initiiert werden kann. Speziell Mädchen, aber auch
Frauen sollen zur Aneignung und Nutzung von öffentlichen
Freiräumen motiviert werden.
So wurden die speziellen Spiel-, Sport und
Beschäftigungsinteressen von Mädchen besonders berücksichtigt. Es
werden Spielfelder und Spielgeräte für von Mädchen bevorzugten
Bewegungs- und Sportarten (z.B. zum Balancieren, Klettern und
Schaukeln; Volleyball, Badminton) angeboten.
Rollenverhalten beginnt im Kindergarten
Wie sich bereits bei einer Tagung des Frauenbüros der Stadt
Wien im Oktober 1997 gezeigt hat, sind bereits die Vorschuljahre
für die Rollen-Sozialisation von Buben und Mädchen entscheidend.
Ergänzend zu den vielen wichtigen Maßnahmen, die in den
Kindergärten der Stadt Wien aber auch in privaten Einrichtungen
gesetzt zur Überwindung des rollenspezifischen Verhaltens gesetzt
werden, belegt eine Studie, dass ein speziell auf diese
Problematik ausgerichtetes Projekt als ergänzende Maßnahme wichtig
wäre. Auf Anraten der Studienautorinnen kam es daher zum
Modellprojekt des ersten Wiener Kindergartens mit
geschlechtersensibler Pädagogik. Unter dem Motto "halbe - halbe
beginnt im Kindergarten" wurden im Kindertagesheim Brunhildengasse
1, in Wien 15, zwei Familien- und zwei Kleinkindergruppen
eingerichtet, die diesem Konzept entsprechen. Die Gruppen werden
durch weibliches, wie männliches Personal betreut und bieten für
Mädchen wie Buben die Möglichkeit ein möglichst breites Spektrum
an Fähigkeiten zu erwerben. "Rollenverhalten beginnt im
Kindergarten - ich bin daher besonders stolz, dass wir in Wien nun
ein Angebot an jene Eltern richten können, für die Rollenklischees
der Vergangenheit angehören, und die ihren Kindern eine Zukunft,
die sich nach ihren Fähigkeiten und nicht nach ihrem Geschlecht
richtet, ermöglichen wollen", unterstrich die Frauenstadträtin.
Utl.: Mädchen in nichttraditionellen Berufen
Mädchen, so sagen es die Statistiken, entscheiden sich bei
einer Lehrausbildung noch immer im wesentlichen für drei Berufe:
Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau oder Frisörin. "Zwar ist
dieser Prozentsatz von 80 Prozent der Mädchen auf 50 Prozent
zurückgegangen, aber noch immer ist der Anteil sehr hoch", betonte
Brauner. Problematisch sei diese Berufswahl hauptsächlich
deswegen, weil es Berufe mit geringen Aufstiegschancen und auch
oftmals geringem Gehalt sind. Zudem übersteigt gerade bei diesen
Berufsgruppen das Angebot von Arbeitskräften das der Arbeitsplätze
bei weitem. Die Stadt Wien fördert daher Vereine, die mit Mädchen
arbeiten, die sich für eine nicht-traditionelle Berufslaufbahn
interessieren. Der Verein Sprungbrett, beispielsweise, unterstützt
seit über zehn Jahren Mädchen dabei, ihr Berufsspektrum zu
erweitern. Mit dieser Erweiterung des Spektrums vermindert sich
bei jungen Frauen auch die Gefahr der Arbeitslosigkeit. Die
Mädchen, die zu Sprungbrett kommen, haben die Möglichkeit in einer
Werkstatt ihre handwerklichen Fähigkeiten auszuprobieren und
Berufe aus dem Bereich Elektronik, Multimedia, Bautechnik oder
Gas-Wasser-Installationen kennen zu lernen. Zudem werden
Lehrstellen speziell für Mädchen, die sich für den nicht-
traditionellen Bereich interessieren, vermittelt aber auch
Selbstverteidigungskurse angeboten. "Alles in allem bietet
Sprungbrett ein umfassendes Angebot, mit dem Ziel, junge Frauen
für ihre Zukunft fit zu machen", resümierte die Frauenstadträtin.
Gemeinde Wien setzt auf Mädchen
Auch innerhalb der Stadt Wien werde Förderung von Mädchen in
nichttraditionellen berufen groß geschrieben: 27 Prozent aller
weiblichen Lehrlinge werden in der Stadt Wien in nicht-
traditionellen Berufen ausgebildet. Dafür wurde der
Stadtverwaltung im Frühjahr ein Anerkennungspreis zugesprochen.
Insgesamt bildet die Gemeinde Wien 831 Lehrlinge aus, der
Frauenanteil bei der Gesamtbeschäftigtenzahl von 65.000
MitarbeiterInnen liegt bei 62,7 Prozent. "Wien wird sich auch
weiterhin klar zur Mädchenförderung bekennen, weil Mädchen
fördern, heißt in die Zukunft investieren", schloss Brauner.
(Schluss) kat
Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Sonja Kato
Tel.: 4000/81 840 oder 0664/2209131
e-mail: kat@gif.magwien.gv.at
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