Millionenklage des Temelinbetreibers gegen Greenpeace

Wien (OTS) - Millionenklage des Temelinbetreibers gegen Greenpeace

Statt Sicherheitscheck geht Energieunternehmen CEZ gerichtlich vor

Das staatliche tschechische Energieunternehmen CEZ -
ein Industriegigant mit einem Jahresumsatz von rund 20 Milliarden Schilling, der für den Bau und Betrieb des AKW Temelin verantwortlich ist - hat angekündigt, Greenpeace auf fünf Millionen tschechische Kronen zu verklagen. Damit reagiert die CEZ auf die monatelangen Bemühungen von Greenpeace, die Öffentlichkeit von den gravierenden Sicherheitsmängeln zu informieren. "Anstatt die von Greenpeace aufgedeckten Sicherheitsmängel zu beheben und alle Informationen über Fehler in Temelin offenzulegen, wollen die Temelinbetreiber Greenpeace nun mundtot machen", sagte der österreichische Greenpeace-Sprecher Alexander Egit.

Die CEZ will Greenpeace wegen Verleumdung auf fünf Millionen tschechische Kronen (rund 2 Millionen Schilling) verklagen. Hintergrund der Klage ist eine Anzeige von Greenpeace Tschechien vom 28. August gegen Unbekannt. Darin teilte Greenpeace der tschechischen Staatsanwaltschaft mit, dass bei den Sicherheitsüberprüfungen in Temelin der Verdacht der Dokumentenfälschung besteht, woraus sich eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit ergibt. "Die Anzeige bezog sich konkret auf die fehlerhafte Installation der Haupt-Dampfröhren des Kühlsystems am Reaktorkessel. Wenn es hier zu Fehlfunktionen kommt, ist eine nukleare Katastrophe enormen Ausmasses zu befürchten", sagte Egit.

Sollte die CEZ die Klage durchbringen, dann ist die Existenz des kleinen tschechischen Greenpeacebüros gefährdet. Für das Prager Greenpeace-Büro, das sich mit seinen sieben Mitarbeitern seit Jahren erfolgreich für die Verbesserung der Umweltbedingungen in Tschechien einsetzt, wäre dies ein äußerst schwerer Schlag. "Dies wäre eine gewaltige Niederlage für die Umwelt in unserem Nachbarstaat", befürchtet Egit.

Dennoch beharrt Greenpeace weiterhin auf der Forderung, dass sämtliche Testberichte freigegeben werden und alle offenen Sicherheitsfragen vor der Inbetriebnahme geklärt werden müssen. "Es ist ungeheuerlich, dass die CEZ nicht sofort alle Informationen dazu offenlegt und stattdessen mit einer Klage gegen Greenpeace vorgeht. Vertuschen ist dem Temelinbetreiber wichtiger als die Sicherheit der Menschen in Europa", empörte sich Egit abschließend.

Weitere Informationen:
Mag. Alexander Egit, Sprecher Greenpeace Österreich, tel: 0664-3262555
MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace Österreich., tel: 0676-5147246

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