• 03.09.2000, 10:42:02
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  • OTS0032

Millionenklage des Temelinbetreibers gegen Greenpeace=

Millionenklage des Temelinbetreibers gegen Greenpeace

Statt Sicherheitscheck geht Energieunternehmen CEZ gerichtlich vor

Wien (OTS) - Das staatliche tschechische Energieunternehmen CEZ -
ein Industriegigant mit einem Jahresumsatz von rund 20 Milliarden
Schilling, der für den Bau und Betrieb des AKW Temelin
verantwortlich ist - hat angekündigt, Greenpeace auf fünf Millionen
tschechische Kronen zu verklagen. Damit reagiert die CEZ auf die
monatelangen Bemühungen von Greenpeace, die Öffentlichkeit von den
gravierenden Sicherheitsmängeln zu informieren. "Anstatt die von
Greenpeace aufgedeckten Sicherheitsmängel zu beheben und alle
Informationen über Fehler in Temelin offenzulegen, wollen die
Temelinbetreiber Greenpeace nun mundtot machen", sagte der
österreichische Greenpeace-Sprecher Alexander Egit.

Die CEZ will Greenpeace wegen Verleumdung auf fünf Millionen
tschechische Kronen (rund 2 Millionen Schilling) verklagen.
Hintergrund der Klage ist eine Anzeige von Greenpeace Tschechien vom
28. August gegen Unbekannt. Darin teilte Greenpeace der
tschechischen Staatsanwaltschaft mit, dass bei den
Sicherheitsüberprüfungen in Temelin der Verdacht der
Dokumentenfälschung besteht, woraus sich eine Gefährdung der
öffentlichen Sicherheit ergibt. "Die Anzeige bezog sich konkret auf
die fehlerhafte Installation der Haupt-Dampfröhren des Kühlsystems
am Reaktorkessel. Wenn es hier zu Fehlfunktionen kommt, ist eine
nukleare Katastrophe enormen Ausmasses zu befürchten", sagte Egit.

Sollte die CEZ die Klage durchbringen, dann ist die Existenz des
kleinen tschechischen Greenpeacebüros gefährdet. Für das Prager
Greenpeace-Büro, das sich mit seinen sieben Mitarbeitern seit Jahren
erfolgreich für die Verbesserung der Umweltbedingungen in Tschechien
einsetzt, wäre dies ein äußerst schwerer Schlag. "Dies wäre eine
gewaltige Niederlage für die Umwelt in unserem Nachbarstaat",
befürchtet Egit.

Dennoch beharrt Greenpeace weiterhin auf der Forderung, dass
sämtliche Testberichte freigegeben werden und alle offenen
Sicherheitsfragen vor der Inbetriebnahme geklärt werden müssen. "Es
ist ungeheuerlich, dass die CEZ nicht sofort alle Informationen dazu
offenlegt und stattdessen mit einer Klage gegen Greenpeace vorgeht.
Vertuschen ist dem Temelinbetreiber wichtiger als die Sicherheit der
Menschen in Europa", empörte sich Egit abschließend.

Weitere Informationen:
Mag. Alexander Egit, Sprecher Greenpeace Österreich, tel: 0664-
3262555
MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace Österreich., tel: 0676-
5147246

Rückfragehinweis: Greenpeace Österreich

MMag. Franko Petri, Pressesprecher
Tel.: (01) 545 45 80/29 od. 0676/514 72 46

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