Bruderzwist

Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Bruderzwist im Hause Österreich Ausgabe vom 1. Sept. 2000 Klagenfurt (OTS) Bruderzwist im Haus Österreich? Aber nicht doch - der Streit um Regierungsbeauftragten Busek war ja nichts weiter als liebes Geplänkel; der Crash und die Stiftungsbesteuerung nur ein netter Meinungsaustausch; und die brasche Zurechtweisung des schwarzen Wirtschaftsministers durch die blaue Generalsekretärin auch bloß Spaß am Necken ... So oder so ähnlich sind FPÖ und ÖVP verbissen bemüht, ja nicht den Anschein des leisesten Zwistes zu erwecken. Nur das nicht. Und nur nicht zur Unzeit. Immerhin heißt es just heute, das sommerliche Verwirrspiel um die 100 Milliarden Schilling schwere Budgetsarnierung zu bereinigen: Nach täglich neuen, sich widersprechenden, sich selbst aufhebenden, vor allem aber nach stets schockenden Sparphantasien müsste sich heute die Koalition in rosaroter Eintracht präsentieren. Gerade so, wie sie es seit Monaten gekonnt leger inszeniert. Wird ihr die lächelnde Miene tatsächlich gelingen? Wird die schwarze Riege die Zähne zusammenbeißen, Au gen zu und durch? Und umfallen? Umfallen in ihrem Credo, und ihre Klientel verkaufen? Wenn die FPÖ die fehlenden 20 Milliarden Schilling aufs Nulldefizit (auch) über das Ankratzen des Privilegienparadieses "Stiftungen" eintreiben will, wird die ÖVP auf eine Nagelprobe gestellt: Nickt sie Beifall, opfert sie die Interessen ihrer Wähler. Legt sie sich quer, wird sie vom blauen Partner zum schwarzen Peter degradiert. Pech für Schüssel & Co., dass sie sich einen Sommer lang im Katz-und-Maus-Spiel geübt haben, anstatt über Tatsächliches zu reden.

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