- 28.08.2000, 09:12:27
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Erste Erkenntnisse aus dem GRACE-Register bieten wertvolle Einblicke in die Behandlung des akuten Koronarsyndroms und den Umgang damit / Reale Angaben zu Patienten
Amsterdam, Niederlande (ots-PRNewswire) - Erste Daten aus dem
Global Registry of Acute Coronary Events (GRACE) legen nahe, dass das
akute Koronarsyndrom (acute coronary syndrom - ACS) mit den
derzeitigen Therapien nicht ausreichend behandelt wird, und dass die
Ärzte die Möglichkeiten von Antithrombotika nicht voll ausschöpfen.
Diese Erkenntnisse hat Keith Fox, M.D., Co-Chai des GRACE Scientific
Steering Committee, erstmals während des Euro Heart Survey Symposiums
und einiger anderer Symposien und Veranstaltungen auf dem Kongress
der European Society of Cardiology (ECS) vorgestellt.
GRACE ist das erste umfassende multinationale Register, das das
volle Spektrum des akuten Koronarsyndroms abdeckt. Es wird Einblicke
in Behandlungsverfahren für ACS-Patienten und die erzielten
Ergebnisse bieten. Es wurden bisher Angaben zu 8.213 Patienten in 101
Krankenhäusern in 14 Ländern gesammelt. Die Mehrheit der Patienten
(66%) war männlich, das mittlere Alter betrug 66 Jahre. Nur 8 bis 10%
der Patienten waren in klinische Studien einbezogen. Daraus leitet
sich auch eines der Hauptziele von GRACE ab: die Sammlung von Daten
aus der realen Praxis mit der gesamten Bandbreite von ACS im
Gegensatz zu Versuchsdaten, mit denen Hypothesen theoretisch getestet
werden.
"Schon diese anfänglichen Erkenntnisse zeigen uns die
Notwendigkeit einer verbesserten Behandlungspraxis. Die Ergebnisse
sind ein Appell an die Ärzte in aller Welt, sich der Herausforderung
neuer Entwicklungen in der ACS-Therapie zu stellen", äußert sich Dr.
Fox, Professor of Cardiology, The Royal Infirmary of Edinburgh.
Die üblichen Behandlungsmethoden für ACS umfassen Beta-Blocker,
Aspirin, unfraktioniertes Heparin (UFH), Heparine mit niedrigem
Molekulargewicht (low-molecular-weight heparins - LMWHs),
thrombolytische Agenten und GPIIb/IIIa-Antagonisten, die
blutgerinnselvorbeugend, -auflösend oder -aufbrechend wirken. In
Bezug auf pharmakologische Behandlungsarten zeigen die
GRACE-Ergebnisse, dass Aspirin, gefolgt von Beta-Blockern, die bei
ACS-Patienten am häufigsten eingesetzte Behandlungsmethode ist, und
zwar unabhängig von regionalen oder krankenhausbedingten Eigenheiten.
Ein genauer Vergleich zeigt, dass bei der Behandlung von
Non-Q-Wave-Myokardinfarkten (NQMI) und instabiler Angina
unfraktioniertes Heparin noch immer häufiger angewendet wird als
niedrigmolekulargewichtiges Heparin (63% vs. 48% bei NQMI; 50% vs.
44% bei UA). Ähnlich sieht es bei einer anderen Behandlungsart, den
GPIIb/IIIa-Antagonisten, aus, die in nur 19% der Fälle akuter
Myokardinfarkte (AMI) und Non-Q-Wave-Myokardinfarkte (NQMI) und 6%
der Fälle instabiler Angina (UA) eingesetzt werden. Diese
Behandlungsmuster behaupten sich trotz Studien, die die Überlegenheit
neuerer Antithrombotika gegenüber herkömmlichen Behandlungsweisen
ergeben haben.
Darüber hinaus zeigen diese ersten Erkenntnisse auch, dass mehr
als 30% der Patienten mit akuten Herzattacken, die dringend Gerinnsel
auflösende Medikamente und/oder Ballondilatation benötigten, gerade
diese wahrscheinlich lebensrettende Therapie nicht erhalten.
Kim Eagle, M.D., University Hospital, Division of Cardiology, Ann
Arbor, Mich., und GRACE Publication Committee Co-Chairman sagt
hierzu: "Das Erfordernis für auf wissenschaftlichen Beweisen
beruhende, standardisierte Behandlungsweisen bei der Behandlung von
und dem Umgang mit ACS-Patienten hat einen kritischen Punkt erreicht.
GRACE bietet einen Ausgangspunkt für die Entwicklung in Richtung der
idealen Behandlungspraxis. Mit diesem Wissen sind wir nun in der
Lage, die Fürsorge für ACS-Patienten wesentlich zu verbessern."
Zu den akuten Koronarsyndromen gehören drei akute Zustände, die
Bestandteil des gleichen pathophysiologischen Mechanismus zur Bildung
von Gerinnseln sind, die dann den Blutkreislauf in den koronaren
Blutgefäßen verschließen. Diese Zustände sind der akute
Myokardinfarkt (AMI), der Non-Q-Wave-AMI und die instabile Angina. Es
wird geschätzt, dass jährlich weltweit mehr als 3 Mio. Menschen einen
AMI (1) und annähernd 4 Mio. UA/NQMI (2,3) erleiden. Die derzeitig
üblichen Behandlungsweisen bestehen aus einer Kombination aus
Verfahren zur Wiederherstellung des Blutdurchflusses in den
verschlossenen koronaren Blutgefäßen, um das Ausmaß des Zelltodes im
Herzmuskel minimal zu halten.
GRACE ist ein fortlaufendes Register zur Sammlung von Daten über
die Betreuung von Patienten in 14 Ländern, das strengen
Qualitätskontrollen und Weiterbildungsmaßnahmen unterliegt. Die
Zentren, die in die Arbeit des Registers einbezogen sind, wurden auf
der Grundlage einer sorgfältigen Auswertung der örtlichen Demographie
und der Fürsorgeeinrichtungen ausgewählt. Die auf Bevölkerungsdaten
aufbauende Herangehensweise sichert für jedes Land eine
repräsentative Auswahl der Patienten.
Das GRACE-Register wird von einem unabhängigen Scientific
Committee geführt und mit Hilfe eines Bildungszuschusses der Aventis
Pharma, die im Bereich der antithrombotischen Medizin führend ist,
unterstützt.
(1) DataMonitor Report - "Thrombosis '98."
(2) SMG Marketing Database - US Hospital Discharges, ICD-9 Code
(extrapoliert für die EU mit <100% der US-Raten).
(3) Timely Data Resources - Incidence & Prevalence Database.
Mehr Informationen über GRACE erhalten Sie von Jessica Eisenberg,
Hill & Knowlton, 001-212-885-0384.
ots Originaltext: Global Registry of Acute Coronary Events
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de
Rückfragen bitte an: Jessica Eisenberg bei Hill & Knowlton,
001-212-885-0384, für GRACE
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