Ärztetage Velden - ärztliche Fortbildung wird international Routil: "Ein zentrales Element der ärztlichen Autonomie"

Wien (OTS) - Die internationale Entwicklung der ärztlichen Fortbildung, namentlich deren Globalisierung, bedeute eine besondere Herausforderung - das erklärte der Chef der Österreichischen Akademie der Ärzte, der Präsident der Ärztekammer Steiermark, Wolfgang Routil, anlässlich der Eröffnung der "Ärztetage Velden" (20. bis 26. August). Aufgabe der Akademie werde es dabei sein, für die fortbildungswilligen Ärztinnen und Ärzte aus einem immer breiter, geradezu unübersichtlich werdenden Angebot an Veranstaltungen und sonstigen Fortbildungsmöglichkeiten den Zugang zu jenen zu bieten, die auf höchster Qualität und für die Berufsausübung am brauchbarsten sind.

Routil: "Wir wollen dem Arzt einen klaren Wegweiser bieten, welches dieser Angebote als Fortbildung für das Diplom und für die internationale Anerkennung verwendbar ist". Denn die Entwicklung der Fortbildung werde international dadurch gekennzeichnet sein, dass zunehmend Angebote auftreten, die rasch verfügbar, von hoher Praxisrelevanz, und qualitätsgesichert sowie zertifizierbar sein müssen.

Somit wird die Akademie zwar auch in Zukunft weiterhin eigene Veranstaltungen klassischen Typs - wie die Veldener Ärztetage oder die Kongresse in Bad Hofgastein und Grado - durchführen und beispielsweise die Möglichkeiten interaktiver Fortbildungsangebote bis hin zur Internetfortbildung betreiben.

"Aber", so hob Routil hervor, "das wird nur ein Teil der Aktivitäten sein." Als Verantwortungsträger der ärztlichen Fortbildung in Österreich habe die Akademie der Ärzte auch die Qualitätssicherung dieser Fortbildung übertragen bekommen. "Daher obliegt der Akademie auch die Grundlagenarbeit. Und wir fühlen uns besonders verpflichtet, im Einklang mit den benachbarten Staaten und deren Verantwortlichen für die ärztliche Fortbildung, anrechenbare Fortbildungseinheiten herzustellen und gemeinsam zugänglich zu machen", erklärte der Präsident der Österreichischen Akademie der Ärzte.

Und erläuterte: Im Detail bedeute dies, mit den europäischen, zumindest aber deutschsprachigen Ärzteorganisationen und deren Verantwortlichen für die Fortbildung eine gemeinsame Fortbildungsdatenbank zu erstellen, die alle Angebote enthält, die in den nationalen Ärztekammern anerkannt werden.

Die Devise der künftigen Aktivitäten umriss Routil mit den Worten "innovativ, interaktiv, international". Es werde auch darum gehen, die richtigen internationalen Fortbildungspartner zu finden. Hierbei denkt Routil zuvorderst an die Fortbildungsakademien vor allem deutscher Ärztekammern, wobei später auch gleichartige Institutionen in weiteren Staaten dazu kommen sollen. Ziel sei, dass fortbildungswillige Ärzte überall Fortbildungsangebote nützen können, die dann auch in Österreich angerechnet werden: seien es Veranstaltungen, interaktive Literatur- oder Internetangebote.

"Wichtig dabei ist freilich die bereits erwähnte Qualitätssicherung der Fortbildung", betonte Routil, der an gemeinsame Qualitätsrichtlinien und Gütesiegel denkt. "In der Zukunft wird es erforderlich sein, gemeinsam mit anderen europäischen Ländern eine europäische Akkreditierungsplattform für die Fortbildungen aller Arztgruppen zu installieren", sagte er. Die UEMS als europäische Fachärzteorganisation habe diesen Weg bereits beschritten, die Vereinigung der europäischen Allgemeinärzte UEMO werde diesem Beispiel folgen müssen. Als Partner für Informationen und weitere Aktivitäten bietet sich die EAMF (Europäische Akademie für medizinische Fortbildung) an, deren Vorstandsmitglied Routil ist. In Österreich steht mit dem Diplomfortbildungsprogramm sowohl Allgemeinmedizinern als auch Fachärzten ein qualitätsgesichertes strukturiertes Fortbildungsangebot zur Verfügung.

"Die ärztliche Fortbildung ist mehr denn je ein zentrales Element der ärztlichen Autonomie. Einerseits brauchen Ärzte eine kritische Einstellung gegenüber rigorosen Einschränkungstendenzen der Krankenkassen. Andererseits ist jedoch bei allem Bekenntnis zur Fortbildungspartnerschaft mit der Pharmaindustrie auch hier eine kritische Grundhaltung unerlässlich", erklärte Routil abschließend. (Schluss)

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